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NY Minute Weg mit dem Speck

In New York geht es dem Weihnachtsmann dieses Jahr an den Kragen - oder eher an den Bauch. Der Speck soll weg

Das musste ja so kommen! Mitten in der Weihnachtszeit geht es keinem Geringeren als dem Santa Claus an den Speckgürtel. Einige US-Mütter verlangen jetzt, dass Kaufhäuser und Firmen einen gesünderen Santa Claus präsentieren - er sei einfach zu dick! Und somit ist der weihnachtliche Frieden hin und eine glühende Debatte im Gang: "Kinder lieben Santa Claus und nehmen ihn als Vorbild. Wie soll man einem Kind erklären, dass übergewichtig sein nichts Vorbildliches ist?" klagt etwa Janet Mahoney, deren Tochter Jeanne, 4, nahezu elfenhaft wirkt.

Die jüngste Statistik der Gesundheitsbehörde scheint den fordernden Müttern Recht zu geben. 13,9 Prozent der Kinder in den USA zwischen zwei und fünf Jahren sind übergewichtig. Bei den 6- bis 11-Jährigen sind es 18,8 Prozent, bei den 12- bis 19-Jährigen 17,4 Prozent. Daher sei ein schlankerer Santa Claus einfach angemessen, meinen besorgte Experten.

Im New Yorker Einkaufszentrum "Manhattan Mall" wurde der Weihnachtsmann, der traditionell auf einem Thron hockt und für Fotos mit Kindern posiert, kurzerhand auf Diät gesetzt. Claus (der aus Bridgewater in New Jersey stammt und auch auf den Namen Frank hört) findet die unweihnachtliche Anordnung für seinen Job gar nicht so übel: "Ich halte es für eine gute Idee. Ich möchte nicht, dass Kinder denken, dass Dicksein eine gute Sache ist und glücklich macht." Er verzichtet schon seit einiger Zeit auf fette Gänsekeulen und Marzipan-Naschwerk. Auch Lebkuchen stehen nicht auf seiner Speisekarte.

"Skinny Santas" sind mittlerweile überall zu finden. In einem Werbespot für "Special K"-Cornflakes ist Santa Claus unterwegs, um sich ein knappes Badehöschen zu kaufen. Er protzt zudem mit einem gut trainierten Sixpack statt schwabbeligem Bierbauch. Ein britisches Kaufhaus hat ihre Weihnachtsmänner in ein Bootcamp geschickt, wo sie sich die Wampe wegtrainieren sollen. In Los Angeles werden zu dicke Bewerber einfach nicht mehr als Weihnachtsmann gebucht.

Zum Glück gibt es aber auch diejenigen, die auf Santas Seite stehen und ihm seine Plätzchen gönnen: "Was soll das? So sieht Santa Claus nun mal aus!" sagt Melanie Cortese, die ebenfalls mit ihrer Tochter in der Manhattan Mall ist. Sie findet die Debatte lächerlich. Und auch im Kaufhaus "Macy's" will man keinen dünnen Santa sehen, sondern zieht den traditionellen Look vor. Pressesprecher Orlando Veras zu der Kontroverse: "Unser Santa bleibt so wie er ist. Wir werden das nicht ändern. Seine Figur sollte doch eher ein Diskussionspunkt zwischen ihm und Mrs Claus sein - und niemandem sonst." Recht hat er!

Vanda Bildt