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NY Minute Knutschen im Autokino

Autokinos in geschlossenen Räumen: gehen gar nicht? Gehen doch! Da öffentliche Liebesbekenntnisse in New York gesetzlich verboten sind, werden die romantischen Dates eben verlegt

Was ist eines der amerikanischsten Erfindungen? Das Auto-Kino, ganz klar. Zahlreiche Filme glorifizieren den Filmgenuss im eigenen Fahrzeug und so mancher hält dies für einen der romantischsten Momente, die ein Paar erleben kann. Richard M. Hollingshead aus New Jersey soll diese bis heute populäre Idee gehabt haben und patentierte sie am 16. Mai 1933 mit der Nummer 1.909.537. Und auch wenn ihre Anzahl immer mehr geschrumpft ist – bis heute hat jeder US-Staat Autokinos.

Da Manhattan eine Insel ist und daher Platz eine Kostbarkeit, gibt es hier kein Autokino (der Staat New York hatte bei der letzten Zählung 1998 noch 33). Wer gibt schon eine große Fläche für eine Institution aus, die vor allem Teenager und Jungegebliebene schätzen statt ein Hochhaus mit vielen Apartments zu bauen? Daher ist der beste Open-Air-Genuss der am Bryant Park während des Sommers, wo klassische Filme auf einer großen Leinwand übertragen werden. Und da knutscht kaum ein Paar. Sittengesetze verbietet PDA – Public Display of Affection (etwa öffentliches Zeigen von Zuneigung).

Doch jetzt gibt es "DRV-IN", die New York Variante des Autokinos. Im Gegensatz zum restlichen Amerika braucht man hier kein eigenes Auto. Ein Ford Falcon, Baujahr 1965 - natürlich Cabrio - in Knallblau steht hier zur Verfügung. Er bietet Platz für sechs Personen, dazu gibt es einen altmodischen Popcorn-Wagen. Kostenpunkt 75 Dollar. Ausgewählt werden kann aus drei verschiedenen Kategorien von Film: Einen Preisträger, einen New York-Film oder einen Kritikerliebling (das kann aber auch der Betreiber selbst sein). Und dann geht's los.

Einziger Unterschied: Wenn das Paar dann verliebt in den Sternenhimmel guckt, sieht er nur die Gipsdecke. "DRV-IN" ist Indoor und nebenan parkt auch kein anderes Auto, sondern dort ist eine Ziegelwand. Das Feeling ist mehr wie in einer Garage: "Es ist einfach ein anderes Gefühl, einen Film im Auto zu gucken", sagt Michelle Olson dennoch, die mit ihren Freundinnen ihren Geburtstag hier feiert. Ist halt mal was anderes.

Trotz der eingeschränkten Variante ist es das "DRV-IN" so populär, dass die Erwartungen übertroffen wurden. Eigentlich sollte es nur bis Ende Oktober geöffnet sein. Doch jetzt wurde es bis Thanksgiving verlängert. Und das ist am 22. November. Also noch Zeit genug, um mit einem Date im Auto zu knutschen ...

Vanda Bildt