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NY Minute Ein Glückspenny für den Lottojackpot

Ein neues Kunstwerk sorgt in New York für Hoffnung: Es ist nicht nur schön anzuschauen, sondern bringt vielleicht sogar Glück

Der Ort ist fast jedem vertraut: Der kleine Platz vor dem "Rockefeller Center" rückt einmal im Jahr in den Blick der Öffentlichkeit weltweit, wenn der gigantische Weihnachtsbaum errichtet wird. Unzählige Menschen haben sich schon davor fotografiert. Der Baum wurde Anfang Januar Stück für Stück abgebaut und wiederverwertet. Doch seit dem 20. Februar wird schon wieder am selben Ort gewerkelt - diesmal mit großen, gebogenen Stahlgittern. Am Mittwoch wird dort eine Kunst-Installation "Electric Fountain" eröffnet. Dahinter stecken zwei Künstler aus London, die mit ihrem 35 Fuß hohen Gittermachwerk Wasserfontänen simulieren wollen.

Das Künstlerpaar Tim Noble, 42 und Sue Webster, 40, aus London arbeitete zwei Jahren lang daran - beide sind komplett begeistert, jetzt, wo die Eröffnung vor der Tür steht. Sie sagen, dieses Kunstwerk passt perfekt nach New York. "Das Werk behandelt die Gefahr. Jeder weiß schließlich, dass man Elektrizität und Wasser nicht miteinander in Verbindung bringen soll." 3390 LED-Glühbirnen und 6100 Tonnen Stahl und Kabel werden mit Hilfe eines Teams (darunter übrigens auch ein deutscher Ingenieur) aufgebaut. Jeden Tag von 6 Uhr morgens bis Mitternacht soll "Electric Fountain" leuchten, bis zum 4. April. Und ist damit das erste Kunstwerk, das in New York Wasser als Medium benutzt - die "Waterfalls", >> die Ihnen aus dieser Kolumne ja bekannt vorkommen dürften , werden ja im Juni errichtet.

Den Künstlern war es außerdem wichtig, dass nicht zuviel Strom verbraucht wird. Wochenlang recherchierten sie die verschiedenen Arten von Glühbirnen und ließen schließlich in China extra welche anfertigen, die ihren Zweck erfüllen, aber dennoch sparsam sind. "Sie verbrauchen weniger Strom als der Rockefeller-Weihnachtsbaum", sagen sie stolz.

Und Sue Webster wünscht sich, dass - obwohl es eine Fake-Fontäne ist - Touristen ähnlich wie beim römischen Trevi-Brunnen Glückspfennige hineinwerfen. "Wir kriegen E-Mails und SMS, die uns fragen, ob man sich was wünschen kann. Nur zu!" Auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten kann ein wenig Glück ab und an gewiss nicht schaden.

Vanda Bildt