Hampton Court Palace Flower Show 2008
© Wireimage.com Hampton Court Palace Flower Show 2008

Natur Englische Gartenfreuden

Engländer lieben das Gärtnern. Ergebnis: Leuchtende Blütenpracht und paradiesische Pflanzenwelten, die ihresgleichen suchen

Die blonde Gutsherren-Tochter Sarah schwebt nachdenklich durch den riesigen, elterlichen Garten, vorbei an blutroten englischen Edelrosen, gelben Chrysanthemen und leuchtenden Rhododendren. Sie überquert den akribisch zurechtgeschnittenen Rasen und hält dann plötzlich an einer Gartenpforte inne, die von rosa- und pinkfarbenen Kletterrosen umwachsen ist.

Eine Filmszene, die typischer nicht sein kann für eine Rosamunde-Pilcher-Verfilmung, in der die Beschreibung der englischen Landschaft samt Gartenkultur stets einen beträchtlichen Stellenwert einnimmt. Die Romane der britischen Schriftstellerin tragen daher auch gern Namen wie "Rosen im Sturm", "Wilder Thymian" oder "Blumen im Regen", was schon allein ein Zeichen für Pilchers Liebe zur englischen Botanik ist.

Damit steht die erfolgreiche Autorin keinesfalls allein da. Millionen ihrer Landsmänner und -frauen knieen täglich oder mindestens sams- oder sonntäglich zwischen kontrolliert wuchernden Rosenbüschen. Hier gehen sie, bewaffnet mit Gartenscheren, Spaten, Stechern, Jätern und anderem Garten-Spezialwerkzeug, gegen den Wildwuchs in ihrem geliebten Garten vor. Denn wenn der Brite eines liebt, dann ist das Ordnung.

Ein Bett aus Blumen. Bei der "Hampton Court Palace Flower Show 2008" gibt es viel zu sehen
© Wireimage.comEin Bett aus Blumen. Bei der "Hampton Court Palace Flower Show 2008" gibt es viel zu sehen

"My Home Is My Castle": dieses bekannte Sprichwort und Ausdruck urenglischer Werte von Freiheit und Privatsphäre, bezieht sich in England ganz offensichtlich nicht nur auf die eigenen vier Wände, sondern auch auf das Drumherum, den Garten. Er ist das Aushängeschild eines ordentlichen, geregelten Haushalts - das, was man sieht.

Ihre Höhepunkte findet die Gärtnerslust der Engländer in diversen, jährlich stattfindenden Gartenshows. Die traditionsreiche, pompöse "Chelsea Flower Show" beispielsweise, die zur Eröffnung durch die britische Königsfamilie geadelt wird. Sie ist das Gartenevent der Upper Class, ein Sehen-und-Gesehen-Werden zwischen "Rosa arvensis", "Gerbera lynchii" und Luxusrasenmähern.

Vergangene Woche fand in London hingegen die Gartenshow für das gemeine Volk statt, die "Hampton Court Palace Flower Show 2008", die weltweit größte Show ihrer Art. Der berühmte Hampton Court Palace verwandelt sich für sechs Tage in ein farbenfrohes, duftendes Blütenmeer. Tausende von Garten- und Blumenfreunden können die unendlich wirkende Vielfalt paradiesischer Pflanzen sehen, riechen, berühren und auch kaufen.

Auf einer Fläche von zwölf Hektar präsentieren insgesamt 600 Aussteller unzählige Pflanzen- und Blumensorten, darunter allein 30.000 Rosen. Alles, was auch nur im Entferntesten mit dem Thema Garten zu tun hat wird hier feilgeboten: Gartengeräte und -möbel, Swimmingpools und Hängematten.

Nicht nur ein Genuss für den englischen Gartenliebhaber, sondern auch für tausende Besucher aus dem Ausland, die sich bei den Briten ein bisschen Gartenkultur abgucken wollen.

Alle Informationen zur "Hampton Court Palace Flower Show 2008" finden sie hier>>