Enthüllungen - Jolie, Pitt
© Reuters Enthüllungen - Jolie, Pitt

Enthüllungen Die Vertrauensfrage

Reden ist Silber, Schreiben bringt Gold! Mit Enthüllungs-Geschichten bringen immer mehr ehemalige Angestellte, Ex-Geliebte und sogar Verwandte Stars in Bedrängnis. Doch die wehren sich jetzt

Verletzend ist beides, aber was schmerzt mehr? Wenn der Vater, vorgeblich in Sorge, zur besten Sendezeit die Lebenskrise seiner Tochter diskutiert, weil er sich selbst so gern im Fernsehen sieht? Oder wenn das Escort-Girlen detail über "stundenlangen heißen Sex" mit dem sehr berühmten, natürlich verheirateten Kunden berichtet, weil es für solche pikanten Infos ein kleines Vermögen gibt?

Sandra Bullock hatte gerade den Oscar gewonnen, als Michelle "Bombshell" McGee die Bombe platzen ließ. Für ihre Enthüllungen soll sie angeblich 220000 Euro und jede Menge Publicity erhalten haben.
© WireImage.comSandra Bullock hatte gerade den Oscar gewonnen, als Michelle "Bombshell" McGee die Bombe platzen ließ. Für ihre Enthüllungen soll sie angeblich 220000 Euro und jede Menge Publicity erhalten haben.

Nicht nur Lindsay Lohan und David Beckham haben darunter zu leiden, dassin der Öffentlichkeit ausgebreitet wird, was man eigentlich für sich behalten will. Jeder Star muss inzwischen befürchten, dass Vertrauliches nach außen dringt. Enthüllungsgeschichten haben Hochkonjunktur in Hollywood - angefeuert durch den Skandal um den fehlbaren Golfer Tiger Woods und seine mittlerweile 15 auskunftsfreudigen Ex-Geliebten. Ein Leben in der Öffentlichkeit bedeutet auch ein Leben voller Misstrauen. Wer wie Madonna oder Brad Pitt und Angelina Jolie viele Angestellte in seinem engsten Umfeld beschäftigt, läuft automatisch Gefahr, bespitzelt zu werden. Wer sich wie Jesse James eine Geliebte zulegt, der kann fast sicher sein, dass die Dame früher oder später in einer saftigen "So war es wirklich"-Story auspackt. Und wer sich wie Lindsay Lohan mit einem Elternteil zerstreitet, sieht sich schnell mit einem Enthüllungsbuch konfrontiert.

Wahr, übertrieben, frei erfunden? Das scheint keine Rolle zu spielen. Je bizarrer die Geschichte ist, desto lohnenswerter für den, der sie verbreitet. Die Journalistin Elizabeth Jones erklärt: "Bei uns in Großbritannien hat die Boulevardpresse einen unersättlichen Appetit auf Enthüllungsgeschichten. Je prominenter das Opfer, desto höher die Auflage."

Rachel Uchitel zum Beispiel, die als erste Tiger-Woods-Gespielin an die Öffentlichkeit ging, soll inzwischen acht Millionen Euro durch ihr Sex-Abenteuer verdient haben. Zunächst soll sie um die zwei Millionen Euro Schweigegeld von Tiger eingestrichen haben. Trotzdem ließ sie es sich nicht nehmen, erotische Mails zu veröffentlichen und durch Talkshows zu tingeln. Derzeit bastelt sie an der Entwicklung ihrer eigenen Reality-Soap "Romancing Rachel" - und begibt sich damit in die einträgliche Luder-Verwertungsmaschinerie. Auch Brittney Jones, Nicole Forrester und Michelle McGee, die sich tatsächlich oder angeblich mit Ashton Kutcher, Josh Duhamel und Jesse James eingelassen hatten, kennen diese Masche: sich erst auf Kosten eines Stars profilieren, dann selbst so etwas wie eine Showbiz-Karriere starten.


Die Amerikaner seien "fasziniert von Ludern", erklärt Celebrity-Autorin Cooper Lawrence gegenüber Gala. "Denn diese Frauen sind gewöhnliche Menschen, die in die Welt voll Ruhm und Reichtum hineingeschnuppert haben. Dafür mussten sie nichts tun, außer einen Star zu treffen, sich mit ihm einzulassen - und darüber zu reden. Dass wir sie nicht als Persönlichkeiten wahrnehmen, sondern nur wegen ihrer schmutzigen Geschichten, ist für sie kein Problem."

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