Dechen Thurman, Uma Thurman
© WireImage.com Dechen Thurman, Uma Thurman

Dechen Thurman "Der Dalai Lama ist ein lustiger Bursche"

Umas Bruder Dechen Thurman über sein Leben zwischen Stars und Spiritualität

Die letzte Nacht im Berliner Club "Cookies" und der Jet-Lag stecken ihm noch in den Knochen. Trotzdem strahlt Dechen Thurman eine ruhige Freundlichkeit aus, als er nach zwei Stunden intensivem Yoga schweißgebadet und barfuß zum Interview im Jivamukti-Zentrum Berlin erscheint.

Prominente Freunde: Mark Wahlberg erlernte durch Dechen Thurman das Meditieren.
© WireImage.comProminente Freunde: Mark Wahlberg erlernte durch Dechen Thurman das Meditieren.

Sie stammen aus einer sehr spirituellen Familie. Gab es eine Chance, dass Sie nicht beim Yoga landen würden?
(lacht) Es war unvermeidlich! Mein Vater Robert war der erste westliche Mann, der vom tibetischen Buddhismus als Mönch akzeptiert wurde. Er blieb fünf Jahre, bis er meine Mutter kennenlernte.

Stimmt es, dass den Dalai Lama oft getroffen haben? Ja, zum ersten Mal 1980, als ich sieben Jahre alt war. Da verbrachten wir den Sommer in Dharamsala in Indien. Eines Tages gingen wir mit unserem Vater zum Haus des Dalai Lama. Zehn Jahre hatten sie nicht miteinander gesprochen, nachdem mein Vater seine Mönchswürde abgelegt hatte. Robert war unglaublich nervös, ihn zu treffen. Sein Plan war, sich vor dem Dalai Lama niederzuwerfen. Als dieser ihm freudig die Hand hinstreckte, riss er versehentlich den Dalai Lama mit zu Boden. Alle haben gelacht, auch seine Heiligkeit - ein lustiger Bursche!

Sie arbeiten als Jivamukti-Yoga-Trainer, viele Stars sind Fans dieser Lehre - kommen Sie dadurch mit vielen Celebritys zusammen?
Ich mag keine Namen nennen … aber in unserem New Yorker Studio gehen die Stars ein und aus. Menschen im Showgeschäft haben eine Menge Auszeit, die beängstigend sein kann, wenn gerade kein Job in Aussicht ist. Ich kann das nachvollziehen, weil ich ja auch Schauspieler bin. Yoga ist wirklich gut, um mit Identitätskrisen klarzukommen, es ist zudem ein unglaublicher Balsam für die brennende Unruhe, die einen manchmal treibt.

Sie haben viele Anhänger. Sehen Sie sich als Guru? Nein, ich ziehe es vor, ein Lehrer zu sein, denn ein Lehrer dient seinen Studenten. Ich habe Vorurteile gegen den Ausdruck Guru, ich bin zwischen zu vielen aufgewachsen, guten und schlechten. Von außen betrachtet sieht es oft aus, als ob die Anhänger alles für ihren Guru tun. Aber meiner Meinung nach sollte der Guru der Diener sein und alles tun, um dem Schüler zu geben, was er sich wünscht.

(Dechen Thurman wird im Juli wieder in Berlin sein, Infos unter www.jivamuktiberlin.de)

Kirstin Bock