Phillip Lim
© Getty Phillip Lim

NY Minute Lim? Bitte gleich zwei davon!

Tatort: 115 Mercer Street in Soho. Aahhs und Oohhs für den neuen Darling der Modeszene. Seit der Shoperöffnung finden Phillip Lims Kleider mit Couture-Touch reißenden Absatz, sind sie doch mit Preisen zwischen 300 und 600 Dollar zudem noch erschwinglich

In seinem Atelier stehen etliche Blumensträuße. Freunde und Kunden gratulieren dem Designer Phillip Lim zu seiner Shoperöffnung. Doch der Absender des größten Gestecks stammt von einem bekannten großen Kaufhaus. "Sie wollen mich", grinst Lim keck. Klar, der Designer mit chinesischer Abstammung ist der momentane Darling der Modeszene. Alle wollen seine Klamotten verkaufen, alle wollen seine Kleider tragen. Lim? Bitte gleich zwei davon!

Erst vor zwei Jahren gründete Lim sein Label mit dem Namen 3.1 Phillip Lim. Die Zahl 3.1 steht für sein Alter 31, als er mit Partnerin Wen Zhou, ebenfalls 31, das Label kreierte und von der Westküste ins coolere New York zog. Und hier löste er Ahhhs und Ohhs aus. Bereits seit seiner ersten Show bei der New Yorker Fashion Week erstaunte er Moderedakteure, Einkäufer und modebewusste Damen mit seiner eleganten Mode, die doch das gewisse Etwas hat. Und das Beste: Die Preise bleiben um die paar Hundert Dollar (Kleider zwischen 300 und 600 Dollar) erschwinglich, sehen aber aus wie superteure Couture! Das Council of Fashion Designers of America sah sein Talent sofort und verlieh ihm bereits dieses Jahr den Emerging Talent Award, den Newcomer-Preis.

Als vergangene Woche nun die Pforten der ersten Lim-Boutique in der 115 Mercer Street öffneten, fuhr selbst Anna Wintour in einer Limousine vor. Die mächtige Vogue-Chefredakteurin kam, sah und ging. Sie liftete nicht mal ihre legendäre Sonnenbrille in den hellen Räumen, aber schmunzelte "zufrieden" wie Augenzeugen berichten. Halleluja!

Seitdem steht die Tür nicht mehr still und viele der Kleider sind bereits ausverkauft. Denn obwohl die Klimaanlage bei der Eröffnung nicht funktionierte, hatte niemand den Laden verlassen, bevor jedes Lim-Werk einmal begutachtet und in den Händen gehalten war – und dann in einer Shopping Bag verschwand. Kreditkarten sei Dank! "Ich brauche kein 10.000 Dollar-Kleid in meinem Kleiderschrank. Und ich kenne auch niemanden, der das braucht", so Lim über die Frage, wieso er nicht mehr Geld nimmt für seine Werke, "ich möchte lieber Dinge kreieren, die unauffällig sind und unterbewertet werden." So wunderbar erfrischend im Modebusiness! Auch Promis wie Debra Messing, Kirsten Dunst, Mischa Barton gehören schon jetzt zum festen Kundenkreis. Klar, wer will schon nicht dabei sein, wenn diese liebliche Fashion-Pflanze auch weltweit blüht.

Vanda Bildt