Schlussmacher
© 2012 Twentieth Century Fox Schlussmacher

Kinotipp "Schlussmacher"

Keine Angst vor Mainstream: Matthias Schweighöfers zweite Regiearbeit bietet wenig Überraschendes aber solide Unterhaltung. In der romantischen Komödie glänzt vor allem sein Kumpel Milan Peschel

Zum zweiten Mal traut sich Matthias Schweighöfer den Doppeljob Hauptdarsteller/Regisseur zu und schickt mit "Schlussmacher" die nächste romantische Komödie ins Rennen. Die Messlatte ist hoch: Sein Regiedebut "What a Man" lockte hierzulande über 1,5 Millionen Zuschauer in die Kinos, die "NY Times" verglich Schweighöfer in ihrer Kritik dazu kürzlich sogar mit dem großen amerikanischen Filmemacher Woody Allen.

Den Erfolg gönnt man dem charmanten Schweighöfer gern. Trotzdem kommen die Lobhudeleien etwas überraschend, denn das Rad neu erfunden hat er mit seinen Liebesfilmen im Stil von Til Schweigers "Keinohrhasen" nicht. Doch Schweighöfer hat keine Angst vor Mainstream - und fährt damit ziemlich gut. Und so bleibt der 32-Jährige auch mit seiner zweiten Regiearbeit, die er übrigens auch wieder mitproduziert hat, auf vertrautem Terrain.

Milan peschel und Matthias Schweighöfer begeben sich in "Schlussmacher" auf einen Roadtrip durch Deutschland.
© 2012 Twentieth Century FoxMilan Peschel und Matthias Schweighöfer begeben sich in "Schlussmacher" auf einen Roadtrip durch Deutschland.

Die Story ist schnell erzählt: Schlussmach-Agent Paul (Schweighöfer) muss nur noch einige wenige Trennungen vollziehen, bis ihm der große Karrieresprung winkt. Doch dann läuft bei seinem Auftrag mit dem liebenswürdigen Toto (Milan Peschel) einiges schief. Die Umstände zwingen den abgebrühten Paul, mit dem frisch verlassenen Romantiker auf einen Roadtrip zu gehen. Natürlich bleibt die große Liebe dabei nicht auf der Strecke ...

Vor allem Milan Peschel - langjähriger Schweighöfer-Kumpel - rettet den Liebesfilm oft vor zu viel Seichtigkeit. Er mimt den verträumten "Toto" so sympathisch, dass sich wohl kaum einer ein Schmunzeln verkneifen kann, wenn der wieder einmal ins Fettnäpfchen tritt. Da macht es auch nichts, dass der Film stellenweise mit verschütteten Milchshakes und einer übergewichtigen Dame auf einer Automotorhaube in den Klamauk abdriftet.

Spaß machen die Gastauftritte, etwa vom Komikerduo "Badesalz" als Frankfurter Hotelrezeptionisten oder "Tatort"-Kommissar Richy Müller als Golf-spielender Geschäftsmann. Schweighöfer hat außerdem seine Eltern in kleinen Nebenrollen untergebracht.

Übrigens: Schlussmach-Agenturen gibt es wirklich. Wer es nicht mal mehr zum Telefon schafft, kann das lästige Trennen gleich ganz abgeben. Matthias Schweighöfer hat die Sache aber lieber selbst in die Hand genommen: Kurz vor Beginn der Dreharbeiten trennten sich er und seine Freundin Ani Schromm nach acht Jahren Beziehung.

Fazit
Fans von Matthias Schweighöfer kommen bei "Schlussmacher" voll auf ihre Kosten: Er kann sich in der typischen romantischen Komödie wiederholt gekonnt als Herzensbrecher in Szene setzen. Trotzdem wird man das Gefühl nicht los, dass Schweighöfer selbst seine Standard-Rolle bald über sein könnte. Seine Ausflüge ins Reich der Produzenten und Regisseure zeigen, dass er bereits auf der Suche nach neuen Herausforderungen ist.

"Schlussmacher" läuft ab dem 10. Januar im Kino.

Sarah Stendel

Schweighöfer auf Kino-Tour

Wer Matthias Schweighöfer gerne persönlich treffen möchte, hat dazu übrigens zwischen dem 9. und 25. Januar die Chance. Von Mannheim bis Kiel wird er in 31 deutschen Städten auf Kino-Tour sein, Autogramme geben und Fragen der Fans beantworten. Die genauen Termine gibt es auf der offiziellen Homepage.

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2013-01-02T10:07:56+0100
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