Frankenweenie
© Walt Disney Studios Frankenweenie

Kinotipp "Frankenweenie"

Tim Burton hat wieder einen Animations-Film gedreht. Mit "Frankenweenie" ist nun ein bezaubernder und auch etwas schräger Film für die ganze Familie im Kino zu sehen

Im Jahr 1984 fertigte Regisseur Tim Burton Zeichnungen für die Charaktere von "Frankenweenie" an, den er wegen mangelnden Budgets nur als Kurzfilm mit "echten" Schauspielern realisieren konnte. Doch der Traum von einem abendfüllenden Film mit der Stop-Motion-Technik, die auch für "Nightmare before Christmas" und "Corpse Bride" zum Einsatz kam, blieb in seinem Kopf. Nun hat Tim Burton diesen Film endlich nach seinen Vorstellungen – in Schwarz-Weiß und 3D - drehen können und beschert uns damit eine sehr liebevolle Geschichte für Jung und Alt.

Story

Victor und sein Hund Sparky sind unzertrennliche Freunde – bis Sparky von einem Auto überfahren wird. Der untröstliche Junge kann den Tod des geliebten Vierbeiners nicht hinnehmen und entwickelt, inspiriert von Naturwissenschaftslehrer Mr. Rzykruski, eine verrückte Idee: Mit Hilfe aller sich im Haus befindlichen elektrischen Geräte und einem kräftigen Gewitter, sowie Blitzableitern aus Regenschirmen und Lenkdrachen, holt er Sparky aus dem Reich der Toten zurück. Victor versucht, seine Kreation auf dem Dachboden zu verstecken, doch der zum Leben erwachte Hund büchst aus und wird von Victors Mitschülern entdeckt. Angetrieben von der Idee, es Victor gleichzutun und als große Helden aus dem Wissenschaftsprojekt in der Schule herauszutreten, erwecken die Kinder ihre verstorbenen Haustiere zum Leben. Kurz darauf steht die ganze Stadt Kopf.

Victor hat es geschafft: Sparky ist wieder lebendig.
© Walt Disney StudiosVictor hat es geschafft: Sparky ist wieder lebendig.

Mit zwei gewonnenen Oscars und zahlreichen Nominierungen hat sich Tim Burton mit seinen Real- und Stop-Motion-Filmen zu Recht einen eigenen Platz in der Filmgeschichte erkämpft. Dabei haben sich vor allem die Literaturverfilmungen "Charlie und die Schokoladenfabrik" und "Alice im Wunderland" als echte Kassenschlager erwiesen. In Burtons früheren Filmen ("Edward mit den Scherenhänden", "Nightmare before Christmas") ist jedoch nicht nur sein Sinn für bewegende Geschichten, sondern ebenso seine Liebe zu den Figuren ganz deutlich zu spüren. Diese Zuneigung zu den etwas schrägen Außenseitern zeichnet auch "Frankenweenie" aus. Das Thema des Films lag Tim Burton nach eigener Aussage ohnehin schon immer am Herzen. Er ist mit Horror-Filmen aufgewachsen und hatte in seiner Jugend eine sehr tiefe Verbindung zu seinem Hund, der jedoch irgendwann starb. Diese Erfahrung inspirierte ihn zu "Frankenweenie", der sicher nicht nur Menschen berührt, die schon einmal mit dem Verlust eines Haustieres umgehen mussten.

Die Musik zum Film stammt erneut aus der Feder des Filmkomponisten Danny Elfman. Elfman und Burton verbindet eine seit über zwanzig Jahren andauernde kreative Verbindung. Auch in "Frankenweenie" werden die Bilder auf einzigartige Weise von Elfmans Komposition unterstrichen und tragen erheblich zur schaurig-schönen Stimmung des Films bei.

Fazit:

Mit den zahlreichen Reminiszenzen aus "Frankenstein" und "Godzilla" ist "Frankenweenie" eine Liebeserklärung an klassische Horrorfilme. Dabei tut dem Film auch die 3D-Technik sehr gut, die Bilder werden noch intensiver und der Zuschauer rutscht regelrecht in eine fünfziger Jahre-Vorstadt-Atmosphäre hinein. Die Geschichte über Kinder und ihr Umgang mit dem Verlust ihrer geliebten Haustiere ist außerdem sehr bewegend, dabei jedoch niemals kitschig. Dafür sorgt der für Burton typische trockene Humor, gepaart mit der ebenso typischen Morbidität seiner Filme.

In Deutschland ist "Frankenweenie" ab dem 24. Januar 2013 im Kino zu sehen.

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