Goldene Himbeere: Taylor Lautner, Kristen Stewart, Robert Pattinson - die Hauptpersonen des Twilight-Casts
© Reuters Taylor Lautner, Kristen Stewart, Robert Pattinson - die Hauptpersonen des Twilight-Casts

Goldene Himbeere "Twilight" auch hier sehr erfolgreich

Taylor Lautner, Kristen Stewart und Robert Pattinson kassierten am Samstag eine Vielzahl "Goldener Himbeeren" für schlechte Leistungen im letzten "Twilight"-Film - sie holten die Preise nicht selber ab

Eine reiche Himbeer-Ernte gab es am Samstag (23. Februar) für "The Twilight Saga: Breaking Dawn – Part 2", den letzten Teil der kitschigen Vampirsaga, die weltweit Millionen Teenager und Romantiker ins Kino zog. Sieben der sogenannten "Goldenen Himbeeren" beziehungsweise "Razzies", eine Art Antioscar, entfielen auf den fünften "Twilight"-Teil und seine Darsteller: der schlechteste Film, der schlechteste Regisseur (Bill Condon); die schlechteste Schauspielerin (Kristen Stewart), der schlechteste Nebendarsteller (Taylor Lautner), das schlechteste Filmpaar (Taylor Lautner und Mackenzie Foy), die schlechteste Fortsetzung sowie das schlechteste Ensemble - das ist eine Bilanz, die so bisher nicht viele andere Produktionen vorweisen können. Einzig und allein Hauptdarsteller Robert Pattinson bekam nicht ausdrücklich einen auf den Deckel, auf den Preis in dieser Kategorie hat nämlich Adam Sandler eine Art Abo. In diesem Jahr wurde er für "That's My Boy" abgestraft.

Ganz knapp ging das Rennen um das schlechteste Drehbuch aus - da schlug "That's My Boy" "Twilight" nämlich mit nur einer Stimme Vorsprung, ließen die Verantwortlichen für die Himbeerverleihung im Rahmen der Pressekonferenz wissen. Und auch, dass Sängerin Rihanna es sich im Schauspielgeschäft nicht bequem machen muss: Sie kassierte den Preis als schlechteste Nebendarstellerin für ihren Auftritt in "Battleship". Im Gegensatz zu den Oscars wurden die "Razzies" nicht in einer Glamour-Gala überreicht, sondern im Frühstückssaal des "Holiday Inn Express Hollywood Walk of Fame"-Hotels vom Razzie-Erfinder John Wilson verkündet. Das liegt allerdings immerhin in der Nähe des "Dolby Theatres", in dem am Folgeabend die Oscars gefeiert wurden.

Die "Razzies" wurden in diesem Jahr zum 33. Mal vergeben. Neun der zehn Preise wurden von den 647 Mitgliedern der Razzie-Award-Stiftung gewählt. Die Kategorie "schlechtestes Remake, Nachahmung oder Fortsetzung" entschied sich anhand eines Onlinevotings mit 48.000 Stimmen, das auf der Filmkritikseite "RottenTomatoes.com" durchgeführt wurde. Zum Phänomen "Twilight" (der gescholtene Film hat seit seinem Start im November rund 620 Millionen Euro weltweit eingespielt) und dem Vorwurf, dass die Razzie-Jury das sehr erfolgreiche Franchise einfach nur unbegründet auf dem Kieker habe, sagte Wilson: "Ich habe ja die Theorie, dass der Grund, warum die so viel Geld eingenommen haben, nicht der ist, dass 40 Millionen unterschiedliche Mädchen sich Tickets gekauft haben. Sondern dass vier Millionen Mädchen jeweils zehn Eintrittskarten gekauft haben."

Es gab in der Vergangenheit auch schon Stars, die sich ihre "Razzies" ganz souverän selbst abholten: Halle Berry ("Catwoman") gehörte ebenso dazu wie Sandra Bullock ("All About Steve"). Von den Stars aus "Twilight" ließ sich am Samstag allerdings niemand blicken - Kristen Stewart konnte man dafür Sonntag auf dem roten Teppich der Oscars bewundern.