Antonia Campbell-Hughes: Antonia Campbell Hughes extream mager bei einer Filmpremiere
© Getty Images Antonia Campbell Hughes extream mager bei einer Filmpremiere

Antonia Campbell-Hughes Eins mit ihrer Rolle

Antonia Campbell-Hughes spielt im Film "3096 Tage" das Entführungsopfer Natascha Kampusch und gab für die Rolle alles. Sie selbst attestiert sich eine Neigung zu Übertreibungen

Am Donnerstag (28. Februar) läuft der Film "3096 Tage" in den deutschen Kinos an, der die Geschichte des österreichischen Entführungsopfers Natascha Kampusch auf die Leinwand bringt. Das Drehbuch zum Film stammt von dem 2011 verstorbenen deutschen Filmproduzenten Bernd Eichinger und von dem Autor Peter Reichard ("Die rote Meile", "Großstadtrevier"). Antonia Campbell-Hughes spielt darin die 14- bis 18-jährige Natascha. "Eine große Verantwortung, aber auch eine große Ehre", versichert die Schauspielerin bei den Premieren zum Film im Februar 2013. Es war ihre bisher schwerste Rolle, für die sie nach eigenen Angaben hart an sich arbeitete.

Wild wurde über die Besetzung spekuliert, als bekannt wurde, dass die Geschichte von Natascha Kampusch verfilmt werden sollte. Antonia Campbell-Hughes bekam die Rolle. Bekannt ist die Nordirin in Deutschland bisher nicht, doch das könnte sich mit Kinostart ändern.

Trailer zum Film "3096 Tage"

Geboren ist Antonia 1982 in Londonderry, Nordirland. Mit ihrer irischen Mutter und ihrem britischen Vater ist sie sehr oft umgezogen. Die Familie wohnte in den USA, in Deutschland und in der Schweiz. Mittlerweile lebt Antonia in London. Mit der Schauspielerei kam sie zum ersten Mal im Schultheater in Berührung. Mit 17 Jahren gründete sie ihr eigenes Modelabel und arbeitete auch als Model. Später kehrte Antonia allerdings zur Schauspielerei zurück und spielte in britischen TV-Serien wie "Blackbeard - Der wahre Fluch der Karibik" und "Silent Witness" mit. Bei der breiteren Masse bekannt wurde sie dann durch ihre Rolle der "Sam" in der Comedy-Serie "Lead Ballon".

Skandalmusiker Pete Doherty von den "Babyshambles" zählte früher zu ihren Freunden, Campbell-Hughes war eine Zeit lang mit dem Bassisten der Band, Drew McConnell, zusammen. Mit den "Babyshambles" zog die Künstlerin, die in ihrer Jugend Grufti und Punkrockerin war, dann hin und wieder um die Häuser. Gegenüber der Website der österreischischen Promizeitschrift "Society" verriet sie, dass Drogen dabei allerdings nie eine Rolle für sie spielten.

In einem Interview im Rahmen der Pressearbeit zum Film erzählt die Schauspielerin, dass sie sich auf Ihre Rolle als Natascha Kampusch gut vorbereitet hat: "Je mehr ich mich in den Fall einlas, desto mehr hat mich das alles mitgenommen. Manchmal war ich richtig niedergeschlagen Aber da musste ich durch, damit ich die Rolle so spielen konnte, wie Natascha Kampusch es verdient. Für mich ist sie eine Heldin. Sie hat sich in einer Extremsituation nicht aufgegeben." Campbell-Hughes hat die Österreicherin jedoch bis zur Premiere in Wien am 25. Februar nie selbst getroffen.

Es wurde im Vorfeld in der Presse vermutet, dass die 30-jährige sich vielleicht zu sehr auf ihre Rolle eingelassen hätte. Sie zeigte sich im Zeitraum der Dreharbeiten zu "3096 Tage" extrem abgemagert bei Veranstaltungen auf dem roten Teppich, wirkte müde und ausgemergelt. In einem längeren Text und Interview aus dem Juni 2012 erklärt der "London Evening Standard" Antonia habe mit "method acting" - einer Schauspielermethode, bei der die Darsteller die Leiden der Figuren wirklich nacherleben wollen - gearbeitet. Das habe zu einigen der drastischen Effekte an ihrem Aussehen geführt.

Die britische Schauspielerin selbst sagt allerdings, es gehe ihr heute gut. Die Regisseurin des Kinofilms, Sherry Hormann, habe ihr dabei geholfen, sich nicht in der Rolle zu verlieren. "Sie wusste und weiß, dass ich mit meinen Rollen immer eins werde. Deshalb sagte sie mir oft, ich solle in die reale Welt zurückkommen und Licht in mein Leben lassen, so wie auch Natascha Kampusch Licht in ihr Leben ließ."