Kein Spartaner, kein geheimnisvoller Seeman und erst recht kein sexy Talkshow-Gastgeber: In seinem neuen Film spielt Gerard Butler einen ausgewachsenen Psychopathen. Zwar einen, der seinen Rachefeldzug aus gutem Grunde beginnt, aber dennoch: Empathie wird klein geschrieben. Wieso wählte der Strahlemann einen so düsteren Film als ersten, den seine Firma "Evil Twins" produzierte? Ist etwa der Name Programm?

Du gehört mittlerweilen zu den ganz Großen im Geschäft. Was hat sich für dich in Hinblick auf die Rollenwahl verändert?



Ich wollte immer die Wahl haben, das ist mein Ziel als Schauspieler. Am Anfang kriegt man ja oft nicht so interessante Rollen angeboten. Für mich war das immer ein Zeichen von Erfolg, wenn ich eine größere Rolle bekommen habe oder eine, die sehr unterschiedlich von der letzten war oder eine größere Herausforderung. Das zeigt, dass die Leute dir vertrauen.

Aber damit kommt natürlich das Problem, dass du wählen musst. Das eine ist gut für deine Karriere, die andere die größere Befriedigung. Und man muss natürlich auch aufpassen, nicht zuviel zu machen. Für mich ist das ein Problem, dass ich oft denke "Ich liebe all diese Sachen, ich will sie alle probieren". Ich war immer so und jetzt muss ich das Gegenteil lernen. Ich wähle jetzt sehr sorgfältig aus.

Gerard Butler mit seinem Gegenspieler Jamie Foxx aus "Das Gesetz der Rache".
Gerard Butler mit seinem Gegenspieler Jamie Foxx aus "Das Gesetz der Rache".
(Foto: © WireImage.com)

Warum hast du ausgerechnet "Das Gesetz der Rache" als ersten Film deiner Produktionsfirma ausgewählt? Eine romantische Komödie wäre doch sicherer gewesen. Gehst du gerne Risiken ein?



Ich mag Risiken und muss deswegen oft leiden. Es hätte genauso gut eine romantische Komödie werden kommen. Wir hatten gerade unsere Firma gegründet und suchten nach etwas, für das wir uns begeistern konnten. Das konnte "Gesetz der Rache", gerade wegen der Thematik. Klar, das ist ein hartes Thema, aber es war auch etwas, was wir ergründen konnten, was wir aufregend machen und stellenweise auch lächerlich machen konnten. Wir wussten, wir würden Spaß dabei haben. Ich hab mich zunächst auf die Rolle des Staatsanwaltes vorbereitet und erst als Jamie [Foxx] zusagte, habe ich getauscht. Ich habe zwei Jahre damit verbracht, das Skript in Hinblick auf den Staatsanwalt zu beleuchten, aber ich dachte immer: "Irgendwie mag ich den anderen Typen, seinen Weg. Ich mag, was er durchmacht." Es war eine Rolle, wie ich sie vorher noch nie gespielt hatte.

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