Postpubertär & albern
Klar will keine Frau so einen Typen zu Hause haben, den Sitcom-Charlie nicht und den echten schon gar nicht. Aber ihm zuzusehen hat süchtig gemacht. Es ging ja in Wahrheit nie nur um den Frauenverschleiß eines Womanizers in kurzen Hosen - es ging auch um seine skurrile Familie. Mutter Evelyn, süffisant und gemein, Bruder Alan, der nichts auf die Reihe kriegt. Und schließlich Neffe Jake, am Anfang zehn Jahre alt, pummelig, schlicht, aber bauernschlau. Mein heimlicher Held!
Wie Mutter und Söhne sich subtile Gemeinheiten an den Kopf werfen, gerade weil sie sich eng verbandelt fühlen, und wie der kleine Junge sich mittendrin die richtigen Lebensweisheiten seines Onkels rauspickt, ist so böse wie anrührend. "Two And A Half Men" ist jetzt Legende. Erfolgreichste Sitcom in den USA, Top-Quoten in mehr als 40 Ländern; Ashton Kutcher legt sich in ein gemachtes Bett. Zu dumm, dass die Rechnung der Produzenten nicht ganz aufging: Nach dem Rausschmiss des abgedrehten Charlie Sheen suchten sie ja einen neuen Star ohne private Skandale ... Immerhin gibt sich Ashton in seinen ersten Folgen Mühe.
Es reicht für postpubertäre Albernheiten. Und Teenies werden ihn als FKK-Anhänger Walden Schmidt eh süß finden. Mein Held Jake ist inzwischen 18 und schlank und laut Drehbuch nur noch dümmlich. In der neuen Staffel kommt er kaum vor. Aber Gott sei Dank gibt es ja all die großen alten Folgen jeden Tag irgendwo in der Dauer- Wiederholungsschleife.
Sabine Kobes








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