Die 68. Verleihung der Golden Globes lief in Deutschland zu nachtschlafender Zeit - zwischen zwei Uhr und fünf Uhr ließ ProSieben deutsche Zuschauer am großen Glamourspektakel teilhaben. Lohnt sich das für den Fan vor dem Fernseher? Zehn Mal dachte ich: Ja.

1. Weil es endlich mal wieder Kleider in allen möglichen Farben zu sehen gab.

  1. Schluss mit Starparaden in Nude und Schwarz und Weiß. Mehr als in den vergangenen Jahren trauten sich die Damen auch an kräftige Farben heran, wählten Neonpink (Claire Danes, Julianne Moore), sattes Grün (Angelina Jolie, Catherine Zeta-Jones, Mila Kunis) und Königsblau (Mandy Moore) für ihre Roben. Dagegen sahen diejenige, die sich für Weiß und helle Töne entschieden hatten (Jennifer Lopez, Michelle Williams) zwar nett, aber blass aus. Vielleicht nutzen sie die Chance, es bei den Oscars besser zu machen.

2. Weil Moderator Ricky Gervais eine echt lustige Eröffnungsrede hielt

  1. Der Komödiant hat ja viele Fans und in diesem Jahr auch schon seinen zweiten Golden-Globes-Auftritt. Dieser scheint im Nachhinein jedoch heftig umstritten, denn nett war der Brite nicht. Die bösen Witze seiner Anfangsrede waren jedoch sehr gelungen, hier die zwei Favoriten:
  2. "Dieses Jahr war ja alles in Filmen in 3D - außer vielleicht die Charaktere in "The Tourist". Ich fühle mich schlecht bei diesem Witz, ich bin da ein Mitläufer, denn ich habe den Film gar nicht gesehen. Wer hat das schon? Es gibt ja Gerüchte, der Verband der Auslandspresse habe "The Tourist" nur nominiert, weil die Mitglieder mal mit den Hauptdarstellern Johnny Depp und Angelina Jolie rumhängen wollen. Diese Gerüchte sind unwahr. Es flossen auch noch Bestechungsgelder."
  3. "Keine Nominierung für "I Love You, Philipp Morris. Ein Film, in dem zwei heterosexuelle Schauspieler so tun, als ob sie schwul sind. Also genau andersherum, als wir es von einigen führenden Scientologen kennen. Vielleicht. Meine Anwälte haben mich bei der Formulierung dieses Witzes beraten."

  4. Nun wird in den USA mal wieder - wie auch schon nach dem letzten Gervais-Auftritt - diskutiert, ob der Moderator zu weit gegangen ist. Ob er zwischendrin schon fast gefeuert war, weil er auch den Veranstalter beleidigt hatte und zwischendrin für 50 Minuten verschwunden war. Oder ob die Stars nicht solche Mimosen sein sollten. Den Briten zumindest dürfte es freuen, für ihn ist es Werbung und ein Bauen am eigenen Denkmal.

3. Überraschende Gewinner aus der zweiten Reihe

  1. Ist es nicht schön, wenn nicht immer die gleichen Nasen auf der Bühne zu sehen sind? Das hat bei den "Golden Globes" ein paar Mal geklappt, und so standen plötzlich Leute vorne am Mikrofon und bekamen eine Trophäe in die Hand gedrückt, deren Name dem normalen Zuschauer nicht spontan einfallen würde. Dazu gehörte Katey Sagal aus "Sons of Anarchy", die zwar immer noch mit "die Peggy Bundy aus 'Eine schrecklich nette Familie'" angekündigt werden muss, dafür aber Dauersieger wie Kyra Sedgwick und Julianna Margulies beim Preis für die beste Drama-Seriendarstellerin sitzen ließ.
  2. Oder der kleine Jim Parsons aus "Big Bang Theory", der sich immerhin gegen Showgröße Alec Baldwin und "30 Rock" durchsetzen konnte.
  3. Oder Paul Giamatti, der mit einem klitzekleinen Film namens "Barney's Version" über einen versoffenen Hockeyfan tatsächlich im Komödienfach den doppelnominierten Johnny Depp ausstach. Obwohl: Vielleicht wäre es die größte Überraschung gewesen, wenn der immer nominierte und nie siegende Johnny Depp tatsächlich mal einen Filmpreis bekommen würde.






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