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iPhone Darf ich mal anfassen?

New York hat sich zweigeteilt - in Menschen mit und Menschen ohne iPhone. Wildfremde Menschen fragen im Restaurant. Auf der U-Bahn-Plattform. Im Eisladen. Ob sie es wenigstens mal anfassen dürfen

Das Samttuch formt kleine Kreise. Rechts rum, links rum, rauf und runter. Nur gaaanz sanft aufdrücken. Dabei möglichst unauffällig kurz über die Schulter schielen, ob jemand auch zuschaut. Und ganz sicher schaut da mehr als eine Person hin. Ist förmlich grün vor Neid. Starrt. Aufs legendäre iPhone!

Wer zum Verkaufsstart eines der begehrten Telefone ergattern konnte, behandelt das Gerät wie ein Fabergé-Ei. Polierte minütlich die Glasfläche, packte es liebevoll in eine Schutzhülle. Schnell spotten die ersten, ob ein iCleaner gebraucht wird. Doch der iPhone-Besitzer zuckt da nur gelassen mit den Achseln. Stattdessen schiebt er den Bildschirm-Riegel elegant nach rechts, um das Telefon zu aktivieren und ruft einen iFriend an - jemanden, der auch eines abbekommen hat! Oh ja, New York hat sich jetzt in zweigeteilt: In Menschen mit und ohne iPhone.

Selbst Stars wie Whoopi Goldberg und Stan Lee standen in der Reihe im Apple-Laden in Soho an. Die anderen Promis wie Lindsay Lohan und Katherine Heigl schickten ihre Assistenten zum Einkaufen. Auch Star-Designer Roberto Cavalli wurde fast aus dem Laden geworfen, weil man ihn nicht erkannte und er musste erst beweisen, dass er ein Promi ist. Und das, obwohl viele ihre Anbieter wechseln mussten, denn nur der Netzbetreiber AT&T bietet das Telefon an.

Als iPhone-Besitzer kann sich auch jeder Nicht-Promi wie ein Star fühlen. Denn jeder will das Ding mal anfassen und sehen, wie ein Telefon ohne Tastaturknöpfe funktioniert. Wildfremde Menschen fragen im Restaurant. Auf der U-Bahn-Plattform. Im Eisladen. Und wenn es ein iPhone nach Deutschland schafft, einfach überall, sogar die coolen Kollegen im Büro. Dann muss der iPhone-Besitzer wieder sein schwarzes Samttuch herausholen, das in der matten schwarzen Mini-Tom-Ford-schicken-Box enthalten war. Und poliert. In kleinen Kreisen.