Meryl Streep "exzellente Schauspielerin": Donald Trump
© Reuters Donald Trump

Meryl Streep "exzellente Schauspielerin" Peinliches Trump-Interview von 2015

Donald Trump nennt Meryl Streep nach ihrer ihn demontierenden Rede bei den Golden Globes "überbewertet". Jetzt taucht ein Interview von 2015 auf, in dem er noch ganz andere Töne anschlug

Donald Trump wird vorgeführt

Donald Trump, 70, der designierte Präsident der Vereinigten Staaten hat es gewagt, Meryl Streep, 67 und dreifache Oscar-Preisträgerin, eine "überbewertete Schauspielerin" zu nennen, nachdem sie ihn mit einer wortgewaltigen Rede bei Golden Globes binnen Sekunden demontierte. "Wenn die Mächtigen ihre Position benutzen, um andere zu tyrannisieren, dann verlieren wir alle", sagte sie unter anderem und erinnerte das Publikum daran, dass Donald Trump sich im Wahlkampf über einen körperlich behinderten Reporter lustig gemacht hatte.

George Clooney eilt herbei

Mit dieser Rede hat Meryl Streep Geschichte geschrieben. Der Saal belohnte sie mit tosendem Applaus, das Internet zitierte sie im Minutentakt und Trump-Anhänger ärgern sich über das liberale Hollywood. George Clooney, 55, seit Jahren politisch engagiert und einer, der Trumps Konkurrentin Hillary Clinton, 69, mit großzügigen Spenden überhäufte, hat selbstverständlich auch eine Meinung zu dem Debakel und teilt sie "Us Weekly" mit. "Ich habe das auch immer über Meryl Streep gesagt: Sie ist eine der, wenn nicht gar DIE am meist überschätztesten Schauspielerin aller Zeiten. Aber mal ernsthaft: Sollten Sie nicht unser Land regieren?", kontert er und fügt hinzu, dass man jetzt nur hoffen könne, Trump würde nicht "alles zerstören".

"Meryl Streep ist exzellent"

Doch es braucht keinen George Clooney, um zu beweisen, wie instabil das Innenleben des zukünftigen US-Präsidenten ist und wie schnell sein Stolz gekränkt werden kann. Der "The Hollywood Reporter" hat nach den Golden Globes ein Trump-Interview von 2015 hervorgekramt, mit dem sich Donald Trump angesichts der aktuellen Newslage ganz schön blamiert. In dem Gespräch wird er nach seinen Lieblingsschauspielerinnen gefragt. "Julia Roberts ist großartig, und viele andere", lobt er. Und: "Meryl Streep ist exzellent; sie ist auch eine tolle Person."

Das gefährlichste an Donald Trump ist wohl seine Unberechenbarkeit. Während er im Wahlkampf immer wieder hetzte und polterte - ob rassistische Ausfälle, sexistische Bemerkungen gegen Frauen, persönliche Beleidigungen gegen Hillary Clinton, er ließ nichts aus - zeigte er sich im ersten großen Interview nach seinem Triumph wie ausgewechselt. Plötzlich war beispielsweise die Homo-Ehe "für mich okay", aus der Mauer um Mexiko wurde ein Zaun und Hillary Clinton gehöre nicht ins Gefängnis, sondern sei eine "sehr starke und kluge Frau".

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