Helena Christensen
© Getty Images Helena Christensen

Helena Christensen "Ich will schlemmen!"

Helena Christensen teilt mit ihren Freunden alles. Am liebsten eine leckere Mahlzeit. Gutes Essen ist dem Top-Model sogar wichtiger als die Karriere

Heimelig und leicht chaotisch

sieht es in Helena Christensens New Yorker Zuhause aus. Unmengen Fotos hortet sie, als Collagen an der Wand oder einfach nur in offenen Kartons. Dazu Bücher, Gemälde und obskure Objekte, die das 41-jährige Top-Model als Souvenirs von Reisen mitgebracht hat. Hier und da liegen Spielsachen von Sohn Mingus, 11. Und Kameras, mit denen die ausgebildete Fotografin auf Motivjagd geht. Eine einladende Atmosphäre - finden auch ihre besten Freunde, die sich bei der Gastgeberin Helena Christensen besonders wohlfühlen. Das sieht man in der neuen Kampagne der irischen Cremelikörmarke Baileys. In der zeigt sich die gebürtige Dänin mit ihren "best buddys" ganz privat, beim entspannten Zusammensein. Was alles dazu gehört, verrät Christensen im exklusiven Gala-Interview.

Wie viele beste Freunde haben Sie?

Eigentlich habe ich nur drei wirklich enge Freunde. Wir sind schon in Kopenhagen zusammen zur Schule gegangen. Wir wissen alles voneinander, wir teilen Freude, Ängste, Probleme und Glück. Wenn wir uns - egal nach wie langer Zeit - treffen, ist es, als ob wir uns gestern erst gesehen hätten.

Wie halten Sie Kontakt?

Am liebsten telefoniere ich. Manchmal fange ich an, einer Freundin eine Mail zu schreiben, und wenn ich dann mittendrin bin, denke ich: Warum rufe ich sie eigentlich nicht an und erzähle ihr alles direkt? Es ist doch viel besser, wenn wir miteinander reden, diskutieren und lachen können. Dann lösche ich die Mail und greife zum Telefon.

Haben Sie schon mal einen wichtigen Geburtstag vergessen?

Oh, das ist wirklich ein Problem. Ich bin ja am 25. Dezember geboren, Weihnachten also, und das vergisst nie jemand. Leider denke ich aber oft nicht an die Geburtstage meiner Freunde. Aber ich mache gern Geschenke, weswegen viele hoffen, dass ich meinen Fauxpas dann mit einem tollen Präsent wiedergutmache.

Wie sieht ein perfekter Abend mit Freunden aus?

Essen und trinken! Ich gehe sehr gern in Restaurants, meistens immer wieder in dieselben. Ich will einfach sicher sein, dass der Abend perfekt ist. In Dänemark ist es allerdings üblich, zum Dinner zu sich nach Hause einzuladen. Und das ist meist eine richtig große Sache: Wir planen das Menü im Voraus, kaufen Blumen, dekorieren den Tisch mit hübschen Servietten, Muscheln oder Blättern und schreiben Platzkarten.

Machen Sie immer sauber, wenn Sie Besuch erwarten?

Ich putze sehr gern, dabei kann man herrlich abschalten. Am liebsten staubsauge und wische ich, toll, wie schnell Schmutz dabei verschwindet.

Kochen Sie gern für Gäste?

Oh ja! Ich stehe aber sowieso jeden Tag am Herd. Selbst wenn ich abends zum Dinner ausgehe, koche ich vorher für meinen Sohn. Und dann esse ich auch mit ihm. So komme ich zweimal in den Genuss. Perfekt, oder?

Haben Sie ein Lieblingsrezept?

Nicht wirklich. Ich liebe Kochbücher, aber meist nur zum Anschauen und Appetit holen. Ich koche nie nach Rezept, sondern experimentiere lieber. Zum Glück schmeckt's meistens gut. Ich musste meinen Koch-Stil für meinen Sohn verändern, er hat einen ziemlich ausgefallenen und anspruchsvollen Geschmack. Mittlerweile beschwert er sich schon über die Schulkantine. Letztens bat er mich, ihm Sushi zu machen, aber das überstieg dann doch meine Kochkünste.

Wir reden die ganze Zeit übers Essen - ungewöhnlich für ein Top-Model.

Nur, weil man einen Beruf hat, bei dem der Körper im Fokus steht, heißt das nicht, dass man nicht schlemmt. Wenn ich für meine Karriere aufhören müsste zu essen, würde ich mir einen anderen Job suchen.

Eine weitere Leidenschaft neben dem Essen ist Fotografie. Mag Ihr Sohn es, wenn Sie ihn knipsen?

Als er kleiner war, fand er es okay. Aber mittlerweile langweilt es ihn. Jetzt mache ich es entweder so, dass er nichts merkt oder ich bezahle ihn.

Bitte?

Kein Scherz! Er kriegt dann Geld von mir, einen Dollar pro Foto, und spart es. So lernt er auch, mit Geld umzugehen und kann sich besondere Wünsche erfüllen. Einmal hat er sich einen Bartagam gekauft, so eine Echse, die er schon lange haben wollte. Und gerade erst eine Eis-Maschine, endlich können wir zu Hause Eis herstellen. Aber jetzt rede ich ja schon wieder übers Essen ...

Stefanie Böhm