"Mama Grey" Marcia Gay Harden: Marcia Gay Harden
© Getty Images Marcia Gay Harden

"Mama Grey" Marcia Gay Harden Über ihre neue Rolle und die Oscars

Mit GALA hat "Fifty Shades of Grey"-Darstellerin Marcia Gay Harden über ihre neue Ärzteserie "Code Black" und die Oscar-Verleihung geplaudert

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Marcia Gay Harden verkörpert in der von Kritikern viel gelobten Krankenhausserie "Code Black" die Rolle der "Dr. Leanne Rorish", Direktorin und Ausbildungsleiterin der Notaufnahme am "Angels Memorial Hospital" in Los Angeles. Ursprünglich für ihre 24 Jahre jüngere Schauspielkollegin Maggie Grace erdacht, schnappte sich die 56-Jährige die Rolle der toughen Ärztin und wurde so von der geplanten Nebendarstellerin zur Hauptdarstellerin.

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In Hollywood erlebt die Award-Saison ihren Höhepunkt mit den Oscars. Sie haben 2001 einen Oscar als beste Nebendarstellerin gewonnen – wie fühlt man sich als Schauspielerin während dieser Zeit?

Wenn du nicht nominiert bist, ist es scheußlich! (lacht) Es ist eine aufregende Zeit, und das Witzigste ist: Wenn du nominiert bist, ist es das Größte für dich! Du bist dir sicher, dass die Einwohner auf der noch so kleinsten Insel über dich sprechen. Du bist dir einfach sicher, jeder redet über dich, und am nächsten Tag – sogar in Hollywood – weiß niemand mehr, wer welchen Preis gewonnen hat. Man weiß nicht mal mehr, wer nominiert war oder gewonnen hat. Und wenn du dann gewinnst, fühlst du dich geschmeichelt und wirst quasi in den Klub der Geehrten aufgenommen. Und das ist ein schönes Gefühl.

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Wie hat der Oscar Ihr Leben verändert?

Ich denke – und ich fühle mich tatsächlich ein bisschen blöd dabei, so etwas zu sagen, weil ich gar nicht so positiv darüber denke –, mit einem Oscar folgt ein gewisses Ansehen. Man verbindet es mit meinem Namen, und es ist eine Ehre, diesen Preis zu gewinnen, und Leute sehen dich plötzlich anders. Niemand wird sagen: "Oh, er oder sie hat einen Oscar gewonnen, er ist echt scheiße!" Es ist irgendwie ein Zeichen, dass die Arbeit, die man leistet, gut ist!

Lohnt sich ein Oscar-Sieg auch finanziell?

Ich weiß nicht, ob das für alle gilt, aber für mich ging es finanziell definitiv aufwärts. Das ist natürlich toll, aber darum geht es nicht. Es geht um die Erwartungshaltung, die absolut nicht der Realität entspricht. Nachdem ich gewonnen habe, bin ich aufgewacht, habe durch meine Schlafzimmervorhänge geblickt und erwartet, dass mein Rasen ab sofort aus grünen Smaragden besteht. In meinen Gedanken habe ich Spielberg zugerufen: "Setz dich mal kurz auf die Bank, es sind noch ein paar Regisseure vor dir dran, die mich haben wollen!" Du bekommst diese verrückten Ideen! Nicht falsch verstehen: Natürlich bedeutet ein Oscar etwas, aber die Erwartungshaltung der Gesellschaft passt nicht. Er sollte nur für dich als Schauspieler etwas bedeuten.

In "Code Black" spielen Sie eine Chefärztin. Es hat den Anschein, dass immer mehr TV-Serien mit starken Frauen in den Hauptrollen besetzt werden.

Mich würde interessieren, was die Zuschauer darüber denken. Ist es anders für sie, wenn eine Frau die Hauptrolle spielt? Meine Hoffnung ist, dass meine Rolle der "Leanne" als verantwortungsvoller Boss und nicht als Zicke wahrgenommen wird. Ich hoffe, dass sie so rücksichtslos und durchtrieben im Umgang mit anderen ist, so wie sie auch mit sich selbst ist. Und da sehe ich keinen Unterschied zwischen einer Frau und einem Mann. Der einzige Unterschied ist vielleicht, dass man so etwas eher von einem Mann und nicht von einer Frau gewöhnt ist.

"Code Black" war nur ein kurzes TV-Abenteuer. Was machen Sie danach?

Ich bin da in ein sehr schmerzliches Projekt involviert …

Mit Peitschen und solchen Sachen?

Genau! Nein, im Ernst: Es handelt sich natürlich um "50 Shades of Grey". Ich liebe es einfach zu arbeiten, und was ich dabei am meisten liebe, sind Herausforderungen! Gerade bei Projekten wie "50 Shades of Grey" macht es einfach nur Spaß, Schauspielerin zu sein. Am liebsten twittere ich versaute Dinge über den Film. Meine Rolle als "Mama Grey" erscheint immer sehr unschuldig, und deswegen poste ich schon mal Vibratoren, die ein bisschen wie ein Löffel aussehen, und schreibe dazu: "Lieber Christian, vielen Dank für den Mixer, denn du mir geschenkt hast! Er wird einen tollen Kuchenteig machen." Einmal habe ich über Anal-Plugs getwittert – und ich wusste, dafür würde ich Arger kriegen. Ich habe geschrieben: "Christian, vielen herzlichen Dank für dein Geschenk. Ich habe es unter dem Weihnachtsbaum gefunden, aber vielleicht ist es auch gar nicht für mich ..." Die Fans schrieben mir alle zurück "Nein, Mama Grey! Das ist nicht für dich!" Das ist immer sehr witzig!