TV-Serien

Das wollen wir sehen!

Das Tolle am Herbst? Endlich hat man wieder Zeit für herrlich lange Fernsehabende. Gala stellt die besten TV-Serien vor

Serien - Breaking Bad

Serien - Breaking Bad

Zuallererst mal die gute Nachricht: Ja, es gibt sie, die anspruchsvollen TV-Serien und intelligenten Mehrteiler. Schade nur, dass das Gros deutscher Fernsehsender alles dafür tut, die TV-Perlen hinter Supertalenten und Schwiegertöchtern zu verstecken und sie auf nächtliche Sendeplätze und Spartenkanäle verbannt.

Aber, wie gesagt: Es gibt sie, die Momente, in denen es sich lohnt einzuschalten. In diesem Herbst noch mehr als sonst. "ZDF neo" etwa bietet endlich die Gelegenheit, in die Ehe des (Anti-)Traumpaars Betty und Don Draper aus der sensationellen Serie "Mad Men" zu blicken. Die Welt der Werber im Manhattan der Sechzigerjahre - ein Fest für Freunde von spritzigen Dialogen und Retro-Style. Hätte auch dem Hauptsender gut gestanden, zumal Jon Hamm alias Don Draper gerade Leinwandkarriere macht (aktuell ist er in "The Town" zu sehen) und Kurvenstar Christina Hendricks als It-Lady gefeiert wird.

Die "Glee"-Crew kann mit charmanten Musical-Einlagen punkten.

Die "Glee"-Crew kann mit charmanten Musical-Einlagen punkten.

Was es noch zu entdecken gibt? Den schrillen Serienerfolg "Glee" zum Beispiel, Liebling der Hollywood-Stars und in den USA der Quotenknüller überhaupt. Nicht zuletzt dank der Gastauftritte von Superstars wie Lady Gaga, Rihanna und Britney Spears schalten Woche für Woche mehr als zehn Millionen Zuschauer ein. Ab Januar 2011 soll der Überraschungshit aus den USA endlich auch das deutsche TV-Publikum begeistern - auf dem Kiddie-Sender Super RTL, zwischen "Bob der Baumeister" und "Hannah Montana". Doch obwohl die Serie an einer Highschool spielt und mit charmanten Musical-Einlagen punktet, spricht "Glee" anders als "High School Musical" auch Erwachsene an. Ob das Phänomen "Glee" derart stiefmütterlich platziert auch deutsche Haushalte erreicht, ist aber fraglich.

US-Erfolgsserien werden im deutschen Fernsehen häufig versendet. Das war schon bei den "Sopranos" so und bei "Six Feet Under", die irgendwann nachts gezeigt wurden. Aktuelles Beispiel: Während die stylishen Stars aus "Gossip Girl" längst zu Fashion-Ikonen avanciert sind wie zuletzt Sarah Jessica Parker, glaubte hierzulande keiner, dass die Serie auch deutschen Working Girls gefallen könnte. So wurde "Gossip Girl" vom Vorabend auf den Vormittag verbannt - und scheiterte.

TV-Serien

Spannend, witzig, tragisch - die Highlights im Herbst

Serie: Im Angesicht des Verbrechens
Serie: "Big Love"
Serie: "Breaking Bad"
Serie: "Glee"

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"Gossip Girl" Leighton Meester ist längst zur Fashion-Ikone avanciert.

"Gossip Girl" Leighton Meester ist längst zur Fashion-Ikone avanciert.

Immer wieder werden Serien mangels Quote mitten in der laufenden Staffel auf einen anderen Sendeplatz geschoben - meist heimlich, still und leise -, wo sie dann endgültig untergehen. Und die Verantwortlichen winken ab: "Lief nicht." Dass Serien sich Zeit nehmen, Charaktere zu entwickeln, die dem Zuschauer ans Herz wachsen wie gute Freunde, ist Gesetz. Doch dafür fehlt es heimischen Sendern offenbar an Geduld. Der Adrenalin-Krimi "Damages" mit Glenn Close etwa wurde nach einer Staffel abgesetzt, das gleiche Schicksal ereilte den originellen Killer-Thriller "Dexter". Wer wissen will, wie's weitergeht, muss zur DVD greifen. Viele hochkarätige Serien schaffen es ohnehin gar nicht erst ins Free-TV. "True Blood" etwa war wohl zu bissig: Die Vampirserie landete direkt im Bezahlfernsehen. Sicher: Nicht alles, was in den USA ankommt, lässt sich auf den Rest der Welt übertragen. Aber sprechen starke Storys und grandiose Schauspieler nicht eine universelle Sprache? Sind die Geschmäcker wirklich so verschieden? Positive Ausnahme: Die History-Soap "Die Tudors" thronte auf dem Primetime-Platz am Samstagabend, als Doppelfolge in Spielfilmlänge - so geht Fernsehen royal!

Auch heimische Produktionen sind nicht vor dem Abseits sicher. So lief die Krimireihe "Im Angesicht des Verbrechens", soeben mit zwei "Deutschen Fernsehpreisen" gewürdigt, bereits im Frühjahr auf "Arte" - quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit, dienstags nach 22 Uhr. Immerhin bekommt "Der Pate made in Berlin" nun seinen verdienten Platz im "Ersten", wenn auch nicht zur Primetime. Aller Voraussicht nach wird die Serie von Dominik Graf im Ausland ein Hit. Denn in vielen Ländern ist intelligentes Fernsehen längst als das anerkannt, was es ist: ganz großes Kino.

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