Tom Cruise
© Getty Images Tom Cruise

Tom Cruise Auch Cameron kann nicht helfen

Die neue Action-Komödie von Tom Cruise und Cameron Diaz, "Knight And Day", floppt - trotz beharrlicher Promoarbeit. Der einstige Superstar lockt viel zu wenig Leute in die Kinos

Der Film "Knight And Day" sollte Tom Cruises Siegeszug zurück an die Spitze der Charts einleiten. Publikumsliebling Cameron Diaz, eigentlich eine Garantin für gut gefüllte Kinokassen, half dabei. Doch auch ihr Einsatz brachte wenig: Der Film spielte am ersten Wochenende enttäuschende 16,5 Millionen Euro ein und landete im Ranking an den US-Kinokassen weit abgeschlagen auf Platz drei. Einen Rekord zumindest knackte Cruise. In den vergangenen 20 Jahren lief keiner seiner Filme ähnlich schlecht an wie "Knight And Day". Zum Vergleich: Adam Sandlers gleichzeitig debütierender Film "Kindsköpfe" spielte mehr als das Doppelte ein. "Toy Story 3", der bereits eine Woche lief, sogar beinahe das Dreifache.

Die Karriere des einstigen Kassenschlager-Garanten scheint an einem neuen Tiefpunkt angekommen.

Egal, wie oft er niedliche Dinge über seine Tochter Suri erzählt, lockere Tanzeinlagen mit seiner Frau Katie auf dem roten Teppich zelebriert oder Kumpels wie John Travolta und Will Smith lässig auf die Schulter klopft: Alles wirkt inszeniert. Und löst damit eine ganz verständliche Abwehrreaktion aus. Beim Zuschauer Enttäuschung darüber, dass der Star nicht mehr authentisch wirkt. Bei den Medien Gedanken an die Manipulationsgelüste von Scientology. Bei den Filmkritikern den Reflex, Cruises schauspielerische Leistung noch genauer zu beäugen, wenn er schon vor dem Kinosaal so schlecht spielt.

Tom Cruise, der Medienstar, hat Tom Cruise, den Schauspieler, schon längst abgelöst. Seine Chancen, mit einem Film erfolgreich zu sein, werden immer schlechter. Wenigstens sind sich die Kritiker im Fall von "Knight And Day" einig, dass weder Cameron Diaz noch der Filminhalt noch der Filmtitel im Vergleich mit Tom besonders positiv abgeschnitten haben. Die Filmfirma Twentieth Century Fox meldete sich auch zu Wort und nahm ihren Star in Schutz. Sie erklärte gegenüber der "Los Angeles Times", es sei nicht die Schuld von Tom Cruise sondern von der neuartigen Plakataktion. Statt Stargesichtern habe man mit Silhouetten gearbeitet, das vermindere die Strahlkraft der Hauptbesetzung. Man habe ältere Kinogänger im Visier.

Die - zugegebenermaßen - nicht so stark zum Erst-Wochenende-Besuch von Filmen beitragen wie Jugendliche und Studenten. Dennoch schätzen Medien wie der "New York Observer" das Filmmarketing mit seinem viralen Video, einem schnell arrangierten Preview am 19. Juni, einer langen Filmszene bei iTunes und breitgefächerten Interviews mit den Stars als recht verzweifelt und den Film als kommerziell wenig aussichtsreich ein. Immerhin sollen die Produktionskosten von "Knight And Day" mit 125 Millionen Dollar zu Buche schlagen. Und das, obwohl Tom Cruise mit 11 Millionen Dollar Vorabgehalt (plus Gewinnbeteiligungen) für einen Schnäppchenpreis tätig wurde - immerhin berechnete er früher 20 Millionen Dollar pro Film. Diese Zahl ist allerdings nicht von Tom Cruises Management bestätigt, sondern stammt aus Informationen der Nachrichtenagentur AP.

In Deutschland darf Tom Cruise ab 22. Juli versuchen, die Kinogänger davon zu überzeugen, dass er seinen Preis noch wert ist.

ox, cfu