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Tim Burton Boykott für "Alice im Wunderland"

Tim Burtons neues Werk "Alice im Wunderland" wird zumindest in England und den Niederlanden möglicherweise nicht zu sehen sein - große Kinoketten boykottieren den Film wegen Streitereien um die DVD-Vermarktung

Zwischen dem Filmkonzern Disney und einigen großen Kinoketten kracht es gewaltig. Grund für den Streit sind Disneys DVD-Vermarktungspläne für das neue farbenprächtige Werk von Regie-Ass Tim Burton, "Alice im Wunderland". Das starbesetzte Spektakel, in dem unter anderem Johnny Depp, Helena Bonham Carter und Anne Hathaway mitspielen, soll nämlich auf Wunsch des Verleihs in einigen Ländern schon nach nur 13 Wochen in den DVD-Verkauf gehen. So erhofft man sich, dass der Werbeeffekt vom Kinostart noch anhält, um möglichst viele Silberscheiben unters Volk zu bringen. Außerdem hat der Konzern Angst vor einer illegalen Verbreitung des Films im Internet.

Für die Kinobetreiber, die viel Geld für die Ausstrahlung des Filmes hinlegen müssen, ist ein schneller DVD-Start jedoch eine finanzielle Bedrohung. Sie trauern immer noch der früher übrlichen Sechs-Monats-Spanne bis zur DVD-Auswertung hinterher, fordern von Disney zumindest den aktuellen Standard von 17 Wochen exklsuivem Kinobetriebs. Ein Sprecher der britischen Kinoketten Odeon und UCI teilte nun mit, der 3D-Streifen von Regisseur Tim Burton werde nicht in Odeon- und UCI-Kinos in Großbritannien, Irland und Italien gezeigt werden.

In der Schlacht Disney gegen Kinoketten um "Alice im Wunderland" ist der Sieg noch offen
© DisneyIn der Schlacht Disney gegen Kinoketten um "Alice im Wunderland" ist der Sieg noch offen

Auch in den Niederlanden wollen die vier größten Kinoketten des Landes den 3-D-Film boykottieren, teilte die Niederländische Vereinigung der Kinobetreiber mit. Man wolle ein Zeichen setzen und dabei auch Einnahmeverluste tolerieren. "Wenn ihr unsere Bedingungen nicht akzeptiert, werden wir eure Filme nie wieder zeigen", zitierte die "Financial Times" schon in der vergangenen Woche ein Mitglied der Kinobetreiber-Vereinigung.

In Deutschland, Österreich, Portugal und Spanien hingegen sind die klassischen 17 Wochen reiner Kinonutzung geplant, daher droht in diesen Ländern kein Boykott.

"Alice im Wunderland" soll am 4. März weltweit in die Kinos kommen. Die Weltpremiere findet am Donnerstag, dem 25. Februar statt - ironischerweise übrigens in einem Londoner Odeon-Kino. Diese Vorstellung wird aber voraussichtlich vom Boykott ausgenommen. Immerhin werden der Prinz von Wales, Charles, und seine Frau Camilla als Gäste erwartet.

cfu

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Alice im Wunderland - Johnny Depp
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