Shah Rukh Khan
© Rapid Eye Movies Shah Rukh Khan

Shahrukh Can Der indische Tom Cruise

Mit "Shah Rukh Can" erscheint die erste autorisierte Biographie von Indiens Superstar Shahrukh Khan: Auf 315 Seiten erfährt man wirklich alles über den bekanntesten Star der Welt

Das Buch:

Mehr als 300 Seiten prall gefüllt mit allem, was man über den größten aller Bollywood-Stars wissen muss oder will: Mit "Shah Rukh Can" (Rapid Eye Movies, 320 Seiten mit DVD für 14,90€) kommt in Deutschland zum ersten Mal eine komplette und vor allem vom Star selbst autorisierte Biographie des indischen Idols Shahrukh Khan auf den Markt.

Der Autor Mushtaq Shiek kennt Sharukh seit vielen Jahren persönlich und schrieb auch die Drehbücher für dessen Erfolgsfilme wie "Om Shanti Om". Der Bollywood-Star ist mit der Wahl seines Biographen sehr zufrieden: "Wenn ein Autor von Mushtaqs Format ein Buch über mich schreibt, dann denke ich, dass mein eigenes Buch über mich ruhig warten kann", sagte er in einem Interview zum Buchstart. Das zwischen Autor und seinem Schreibobjekt eine sehr enge Verbindung besteht, merkt man dann auch in jeder Zeile des Buches.

Shah Rukh und seine Frau Gauri Khan mit den gemeinsamen Kindern Aryan und Suhana.
© Rapid Eye MoviesShah Rukh und seine Frau Gauri Khan mit den gemeinsamen Kindern Aryan und Suhana.

Star Feature:

Shahrukh Khan ist mit seinen 44 Jahren der mit Abstand größte Filmstar der Welt, und trotzdem fragen in Deutschland immer noch viele "Shahrukh WER?". Doch das ist nur hierzulande so: 3,2 Milliarden Menschen auf der Welt kennen seinen Namen, mit Tom Cruise können zum Beispiel nur 2,7 Milliarden etwas anfangen. Er ist ein Multitalent, spielt in Filmen, führt Regie, produziert, moderiert die indische Ausgabe von "Wer wird Millionär" und macht mit Werbung für Pepsi und Nokia 25 Millionen Euro im Jahr.

1965 in Neu-Delhi geboren, verlor er früh seine Eltern und kämpfte sich seitdem alleine durchs Leben. Seinem großen Traum, Schauspieler zu werden, kommt er Ende der 80er mit ersten TV-Nebenrollen näher, bis er nach und nach zum größten Filmstar Asiens wird. Er spielte böse Buben und Schönlinge, aber das Publikum hat ihn am liebsten als romantischen Helden. Längst ist er auch in Deutschland ein Begriff, spätestens seit er 2008 seinen Film "Om Shanti Om" auf der Berlinale vorstellte und beide Vorstellungen innerhalb von sieben (!) Minuten ausverkauft waren. So oder so ähnlich klingen die Heldengeschichten, die dieses Buch beschreibt.

Fazit:

Für dieses Buch ist jedes Detail von enormer Wichtigkeit. Leider springt es dabei auch dauernd zwischen den Szenerien: Die Geschichte des schönen Shahrukh beginnt mit einem Abriss über die pashtunischen Moslems, springt auf eine staubige Straße Indiens in den 70er Jahren und kehrt zurück zum Autor, der über seinem Aufnahmegerät brütet. Klingt Verwirrend? Und wie.

Leicht kitschig: Das Cover zu "Shah Rukh Can" (320 Seiten mit DVD für 14,90€).
© Rapid Eye MoviesLeicht kitschig in nackt und nass: Das Cover zu "Shah Rukh Can" (320 Seiten mit DVD für 14,90€).

Wahre Shahrukh-Fans erfahren alles, was sie niemals gefragt hätten - zum Beispiel, dass Khans großes Vorbild der amerikanische Schauspieler Michael J. Fox ist, und dass der Bollywood-Star nicht fluchen kann. Für diejenigen, die sich noch nicht mit dem Phänomen Shahrukh Khan auskennen, ist das Gespringe zwischen den Zeitebenen und Filmen allerdings eher ermüdend als unterhaltsam.

Man spürt mit jedem Wort, wie sehr der Autor Shahrukh Khan verehrt. Es fällt kein kritisches Wort, dafür aber Sätze wie: "Als er zum ersten Mal in Bombay war, hatte Shahrukh dem Himmel ein Versprechen entgegengebrüllt. Verzweifelt war er hier angekommen, und was folgte war eine höllische Woche. Eine vergebliche Suche in den fremden und herzlosen Straßen der Stadt. Unter Tränen voller Bitterkeit hatte er damals über den Marine Drive gebrüllt: 'Eines Tages herrsche ich über diese Stadt'." Stellenweise wirkt das Buch damit nicht wie eine glaubwürde Biographie, sondern wie das Drehbuch eines Bollywood-Films.

Für Fans ist "Sha Rukh Can" wahrscheinlich eine echte Offenbarung, alle anderen können das Büchlein aber auch ruhig im Bücherregal stehen lassen.

Philipp Fleiter