Same same but different
© Delphi Same same but different

Same same but different Liebe grenzenlos

Detlev Buck hat einen Liebesfilm gemacht: In "Same Same But Different" erzählt er mit David Kross in der Hauptrolle die wahre Geschichte von Benjamin Prüfer, der in Kambodscha die Frau seines Lebens kennenlernt

Story:
Benjamin Prüfer (David Kross) befindet sich mit seinem Mitbewohner Ed (Stefan Konarske) auf einem Rucksacktrip durch Kambodscha. Eines Abends landen die beiden in einer Disko, Benjamin langweilt sich, als plötzlich eine Kambodschanerin ihren Kopf an seine Schulter lehnt. Dieser Moment verändert Benjamins Leben - er verliebt sich in Sreykeo, hält an ihrer Beziehung fest, auch, als er schon nach Deutschland zurückgekehrt ist und auch, als sie erfährt, dass sie HIV positiv ist. Zudem arbeitet Sreykeo als Bargirl und lässt sich von Männern für Sex bezahlen, um ihre Familie zu ernähren. Eine Liebe gegen alle Widerstände - seine Freunde raten ihm von der Beziehung ab und immer wieder werden kulturelle Unterschiede spürbar.

Sreykeo und Ben fahren mit Sreykeos Bruder auf dem Moped durch Phnom Penh.
© DelphiSreykeo und Ben fahren mit Sreykeos Bruder auf dem Moped durch Phnom Penh.

Star-Feature:
David Kross hat bereits in zwei Filmen bewiesen, warum er als Deutschlands größte Nachwuchshoffnung gehandelt wird. In "Krabat" gab er neben Daniel Brühl überzeugend hohlwangig den gequälten Müllersburschen, in "Der Vorleser" hielt er der Schauspielkunst von Kate Winslet stand und spielte ihren jugendlichen Liebhaber. Doch trotz seines großen Talents kann er in "Same same but different" nicht völlig überzeugen. David Kross ist 19 Jahre jung, soll in dem Film einen 23-Jährigen darstellen. Sein jugendliches Aussehen wird ihm in einigen Jahren vielleicht von Vorteil sein, noch untergräbt es seine Glaubwürdigkeit. Zwar wird er im Film auch als "Sugar Brother" bezeichnet, weil es zum "Sugar Daddy" noch nicht reiche, aber auch dieser elegante Versuch, mit dem Babyface von David Kross umzugehen, hilft nicht dabei, dass man ihm den verliebten Studenten nicht hundertprozentig abnimmt.

Detlev Buck, der schon bei Filmen wie "Männerpension" und "Liebesluder" Regie führte, hat über "Same Same But Different" gesagt, er wolle einen Film machen, der einzig und allein das Thema Liebe behandelt: "Seit der Filmhochschule will ich einen Film machen, der nicht nur, wie so oft, ein bisschen Liebe beinhaltet, sondern nichts außer Liebe thematisiert. Doch keine Liebesgeschichte hat sich angeboten. [...] Nie zuvor wurde mir so klar bewusst, dass die Bedeutung der Liebe zwischen den Menschen mit der Verantwortung wächst. Nie zuvor wurde mir so deutlich, dass Liebe Arbeit ist."

Fazit:
Detlev Buck hat mit "Same Same But Different" zweifellos einen Film über eine große Liebe gemacht. Die Geschichte von Benjamin Prüfer, die der Journalist erst in der Zeitschrift "Neon" erzählte und später in einem Buch niederschrieb, ist eine moderne und dadurch traurige Geschichte einer romantischen Beziehung - statt hemmunglosem Verknalltsein heißt es für Ben und Sreykeo Auseinandersetzung mit HIV, Armut und kulturell bedingten Missverständnissen. Der Film zeigt, was Liebe 2003 bedeutete, mit welchen Problemen sich Ben und Sreykeo auseinandersetzen mussten. Man könnte fragen: Was hat Ben von dieser Liebe? An welcher Stelle in "Same Same But Different" tut Sreykeo etwas für ihren Freund? Sie arbeitet weiterhin in der Bar, obwohl Ben sie bittet, diese Arbeit zu unterlassen. Sie habe keine andere Wahl, lautet Sreykeos Antwort. Ben hat auch keine Wahl, wenn er Sreykeo nicht verlieren möchte. Und eine Kosten-Nutzen-Rechnung stellt die Liebe nunmal nicht auf. Deswegen hat Detlev Buck mit "Same Same But Different" und seinem Anliegen einen Film über die wahre Liebe zu drehen, den Nagel wohl auf den Kopf getroffen.

Video