Ruth Moschner im GALA-Interview

"Frauen wird eine eigene Meinung gerne mal übel genommen"

Nach ihrer Zeit bei "Das Supertalent" wird Ruth Moschner in der Tanz-Show "Dance Dance Dance" erstmals wieder in einer Jury Platz nehmen. Für die Moderatorin hat der neue Job allerdings so seine Herausforderungen

Ruth Moschner

Viele kennen als immer strahlende und gut aufgelegte Moderatorin bei "Grill den Henssler". Jetzt wechselt sie für die neue Staffel der Tanz-Show "Dance Dance Dance" die Seiten und wird die Kandidaten als Nachfolgerin von in der Jury beurteilen. Dass sie dann auch das ein oder andere Mal Kritik üben muss, ist für den TV-Star eine Herausforderung. Im Interview mit GALA verrät Ruth Moschner, was wir von ihr als Jurorin erwarten dürfen und welchen Platz das Tanzen in ihrem Leben einnimmt.

GALA: Sie sitzen neben zwei Tänzern in der Jury, die genau auf die Technik der Tanzpaare achten werden. Was müssen die Promis tun, um Sie zu überzeugen?
Ruth Moschner: ist unser Entertainer, der Choreograf und Tänzer, selbstverständlich geht es den beiden auch um den Unterhaltungsfaktor. Es ist aber natürlich wichtig, dass jeder seine Kernkompetenz mit einbringt. Ich mache seit mehr als 20 Jahren Fernsehen, damit die Zuschauer eine gute Zeit zu Hause auf der Couch haben. Und genau darum geht es auch hier in den Performances. Haben die Promis den Kern des Songs, des Videos verstanden und schaffen sie es, diese Story so tänzerisch umzusetzen, dass es das Publikum berührt. Zuerst wird die Choreografie gelernt, dann an der Technik gefeilt und dann kommt der Augenblick, in dem Du den Kopf ausschaltest und loslässt. Dann wird es persönlich und bewegt. Jeder Promi hat seine Stärken, die er einbringen kann, aber es gehört auch eine Menge Mut dazu, sich auf neues Terrain einzulassen, wenn es die Aufgabe verlangt.

GALA: Sie ersetzen Sophia Thomalla in der Jury. Was werden Sie anders machen als sie?
Ruth Moschner: Zum Glück sind wir beide so unterschiedlich, dass jeder Vergleich schon im Ansatz scheitern würde. Ich schätze Sophia sehr und sie drückt mir die Daumen. Genauso wie ich ihr für alle ihre Projekte jeden Erfolg wünsche! Außerdem sind meine beiden Kollegen so großartig, dass sie mich in keiner Sekunde spüren lassen, dass ich die Neue bin. Dafür bin ich sehr dankbar. 

Morgen Abend geht es endlich los mit der ersten Folge von Dance Dance Dance bei RTL Und ich freue mich schon riesig!...

Posted by Ruth Moschner on Donnerstag, 7. September 2017

GALA: Dürfen wir eine strenge Jurorin erwarten oder werden Sie nachsichtig mit den Kandidaten sein?
Ruth Moschner: Unsere Promis trainieren wahnsinnig hart für die Show, deswegen haben sie es auch verdient, dass man sie respektvoll und gerecht beurteilt. Alles andere wäre unfair. 

GALA: Für "Dance Dance Dance" wechseln Sie die Seiten und sitzen nach Ihrer Zeit als Jurorin bei "Das Supertalent" mal wieder in der Jury statt zu moderieren. Welche Rolle ist Ihnen lieber?
Ruth Moschner: Alles hat seine Vor- und Nachteile. Natürlich liebe ich meinen Beruf als Moderatorin über alles, weil ich da alle Fäden in der Hand habe und eine Sendung mitgestalten kann. Aber ich war schon letztes Jahr ein Riesenfan der Show „Dance Dance Dance“, weil sie unglaublich hochwertig ist. Und ich bin ein sehr neugieriger Mensch, ständig auf der Suche nach Neuem. Nur so kann man wachsen. Und Kritik auszuüben ist eine Herausforderung. Hier ist es mir wichtig, jedem die nötige Wertschätzung entgegen zu bringen, aber auch einen Anreiz zu geben, zu reflektieren, um den Auftritt für die nächste Woche zu optimieren. Das ist natürlich sehr viel Verantwortung, macht aber auch, gerade zwischen zwei so grandiosen Kollegen irre viel Spaß.
Ein weiterer Pluspunkt: Meine Füße tun am Ende der Show nicht so weh, wie beim Moderieren, da ich meine Tätigkeit fast ausschließlich im Sitzen ausüben kann. Haha... Aber ich schätze, dass man als Jurorin sicherlich mehr Gegenwind bekommen wird, da man im Gegensatz zur Moderation nicht neutral sein darf. Hier muss man Flagge zeigen. Gerade uns Frauen wird eine eigene Meinung gerne mal übel genommen, gerade wenn man dann den Liebling der Fans besonders kritisch beurteilt hat. Aber auch das ist Teil des Ziels. Denn nur wenn am Ende keiner über die Show diskutiert, haben wir verloren. 

Ruth Moschner: "Ich habe dem Tanzen wieder mein Herz geöffnet"

GALA: Sie waren selbst schon einmal Kandidatin bei einer Tanzshow – 2006 bei "Dancing on Ice" – und haben sogar gewonnen. Was war damals die größte Herausforderung für Sie?
Ruth Moschner: Da ich früher im Zuge meines Ballettstudiums keine gefährlichen Sportarten wie Eislaufen und Skifahren ausüben durfte, habe ich tatsächlich bei Null angefangen und bin anfangs aufgrund meines “Entengangs“, den jeder klassische Tänzer nun mal leider hat, stets in die falsche Richtung geschlittert. Ich sah irgendwann einmal aus wie ein Schlumpf, nur blaue Flecken. Überall. Außerdem hatte ich bei den Hebefiguren ständig Panik, meinem Partner Carl Briggs mit meinen Kufen die Kehle aufzuschlitzen.
Ach ja, und dann war da noch die Sache mit dem Vertrauen, dass ER mich gut festhält, und auch in mich selbst... irgendwann ist aber dann der Knoten geplatzt und es war rückblickend einfach eine traumhaft schöne Zeit, die ich sicher nicht vergessen werde. Ich habe dadurch dem Tanzen wieder mein Herz geöffnet und mir eingestanden, was für ein wichtiger Teil es in meinem Leben einnimmt. Ich habe nach dem Sieg Katharina Witt kennengelernt, die mir ein großes Kompliment machte, darauf bin ich irre stolz. 

Cale Kalay, Ruth Moschner, DJ Bobo

Cale Kalay, Ruth Moschner, DJ Bobo

GALA: Sie haben in der Vergangenheit viel Ballett getanzt, mussten es aber aufgrund einer Verletzung aufgeben. Was für Tipps können Sie den Promipaaren mit auf den Weg geben?
Ruth Moschner: Tanzen ist etwas sehr emotionales und es wird immer Augenblicke geben, in denen man den Partner erwürgen könnte, weil einem alles weh tut, in denen der Körper nicht so will, wie man selbst, in denen man seine Grenzen kennenlernt und und und. Geduld und Disziplin ist das A und O. Es ist extrem wichtig zu realisieren, dass nicht alles von heute auf morgen geht. Ich denke, das ist die wichtigste Lektion, die ich damals gelernt habe. Mit Ungeduld riskiert man eher eine böse Verletzung, als einen Fortschritt. Und am Ende des Tages ist das wichtigste Körperteil dann doch das Gesicht und die Ausstrahlung, die man auf der Bühne hat. Damit kann man viel kompensieren. 

GALA: Wenn Sie demnächst die Tänze der Kandidaten bewerten, hätten Sie da selbst Lust, sich mal wieder aufs Tanzparkett zu wagen?
Ruth Moschner: In jeder einzelnen Sekunde! 

GALA: Haben Sie schon einen Geheimfavoriten auf den Sieg? Welches Promi-Team könnte sich ihrer Meinung nach gut schlagen?
Ruth Moschner: Das Niveau in der aktuellen Staffel ist unglaublich hoch, deshalb kann tatsächlich alles passieren. Aber am Ende wird das Tanzpaar gewinnen, welches die beste Kombination aus Sportlichkeit, Dramaturgie und Herz aufs Parkett bringt.  

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