Russell Brand

Provozierende One-Man-Show

Hollywood reißt sich um Englands Kultstar Russell Brand. Zeit, seine Bekanntschaft zu machen

Russell Brand

Verboten enge Hosen,

toupierte Mähne, Eyeliner und die ganz große Klappe: Mit der Attitüde eines Rockstars und einer geballten Dosis Sexappeal hat Russell Brand England im Sturm erobert. Radio, TV-Shows, Bühne und jetzt auch Film: Der messerscharfe Komiker ist eine wandelnde One-Man-Show, die Feuilleton und Klatschspalten gleichermaßen mit Stoff versorgt. Nun ist ihm auch Hollywood verfallen: Nach seinem US-Kinodebüt "Nie wieder Sex mit der Ex" gilt er als heißester Brit-Export seit Sacha Baron Cohen ("Borat"). Brands Erfolgsrezept: Schamlosigkeit und Selbstironie.

Go to Rehab, Baby: Vielleicht könnte Russell für Amy Winehouse ein Vorbild sein

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Genug erlebt hat er schon mit 33 Jahren, um seine Memoiren zu schreiben: "My Booky Wook" ist ein Bestseller und wird demnächst verfilmt, selbstverständlich mit Russell in der Hauptrolle. Gewohnt offen enthüllt Brand darin den Menschen hinter dem Phänomen. Denn sein saftiger Humor speist sich aus erlebten Peinlichkeiten und traurigen Erfahrungen.

Russells Eltern trennten sich, als er drei war. Die Mutter erkrankte an Krebs, auf seinen Vater ist er bis heute nicht gut zu sprechen. Mit 16 trat der unglückliche Klassenkasper im Schulstück auf, um ein Mädchen zu beeindrucken. Sein Talent war nicht zu übersehen, und Russell erhielt ein Stipendium am Londoner Drama Centre, wo auch Colin Firth kennenlernte. "Ich wollte ein seriöser Charakterdarsteller werden. Aber sogar als Hamlet fanden mich die Leute komisch", erinnert sich Russell. Also drehte er erst richtig auf - und verlor die Kontrolle: Alkohol, Pillen, schließlich Heroin. Ausgerechnet am Abgrund fand er seine wahre Berufung. Als niemand mehr mit ihm arbeiten wollte, versuchte er sich als Stand-up-Komiker: "Da ist man auf sich allein angewiesen."

Eher "Sit" als "Stand-Up": Russell Brand während seiner Show

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Er war sensationell, seine Drogensucht aber untragbar. MTV feuerte den neuen Starmoderator, 2002 war Russell Brand am Ende. Doch seit fünf Jahren ist er dank seines treuen Managers und der Suchthilfe "Focus 12" clean. Er wurde Schirmherr der Organisation und trinkt nicht mal mehr Kaffee. PETA kürte ihn 2007 zum Vegetarier mit dem meisten Sexappeal. Der Rest blieb wie gehabt: Die Presse empfängt er gern mal im lila Slip, der Queen stellte er sich als "Stecher des Jahres" vor. Ach ja, seine Frauengeschichten: Die Affäre mit Kate Moss fand er "irrelevant", er bändelte auch mit deren Freundin Sadie Frost an. Fan Courtney Love verzehrt sich nach ihm. Seine großen Lieben? Katze Morrissey und Fußball.

Seine preisgekrönte BBC-Radiosendung moderiert Brand derzeit aus Los Angeles, um die Filmprojekte mit Adam Sandler und Eddie Murphy koordinieren zu können, seine Bühnenshows sind ausverkauft. "Ich vergesse es circa 200 Mal am Tag, aber dann fällt's mir wieder ein: Dreh nicht ab. Sei nett. Du bist doch bloß ein Idiot aus Essex!"

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