Prince of Persia
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Prince of Persia - Der Sand der Zeit Prinz Jake aus dem Morgensand

Was für eine Prinzenrolle: Jake Gyllenhaal zeigt sich in "Prince of Persia - Der Sand der Zeit" von einer neuen Seite als Actionheld. Steht ihm gut. Und auch der Film ist überzeugend kurzweilig

Prinz Dastan (Jake Gyllenhaal) und Prinzessin Tamina (Gemma Arterton) sind auf der Flucht.
© DisneyPrinz Dastan (Jake Gyllenhaal) und Prinzessin Tamina (Gemma Arterton) sind auf der Flucht.

Spannung, Spaß und Augenschmaus - dem Prinzen aus Persien wird nicht umsonst die Möglichkeit attestiert, König des Kinosommers zu werden. Der historische Hintergrund des alten Perserreiches, ein souveräner Regisseur (Mike Newell, "Harry Potter und der Feuerkelch"), schmucke junge Schauspieler (Jake Gyllenhaal! Gemma Arterton!) und die Marketingmacht des Disney-Konzerns sind dabei in der Kombination für das Kinogroßprojekt "Prince of Persia - Der Sand der Zeit" sicher hilfreich. Und es war einmal ...

Die Filmadaption einer äußerst erfolgreichen Computerspielreihe beginnt altmodisch. In geschwungener Schrift vor einem Sonnenaufgang ist da von Schicksal die Rede, mit einer Landkarte wird das mächtige Perserreich vorgestellt. Der weise König Sharaman (Ronald Pickup) beobachtet das mutige Handeln eines Straßenjungen und nimmt diesen als Prinz in sein Haus auf. Ein "Prince of Persia".

Viele Jahre später sind der Prinz, Dastan (Jake Gyllenhaal, wenn er nicht einen deutlich muskulöseren heimlichen Zwilling hat), und seine Brüder Tus (Richard Coyle) und Garsiv (Toby Kebell) zu Männern herangewachsen und auf einem Feldzug. Die heilige Stadt Alamut versorgt, so scheint es, Feinde des Königsreichs mit Waffen.

Was hat es mit dem geheimnisvollen Dolch auf sich?
© DisneyWas hat es mit dem geheimnisvollen Dolch auf sich?

Beraten von seinem Onkel Nizam (Ben Kingsley) entscheidet der Heerführer Tus sich für einen Angriff auf die Stadt. Dieser gelingt - mit Dastans Hilfe. In der Stadt fällt ihm ein halb gläserner Dolch in die Hände, den ein Reiter verzweifelt zu retten versucht. Zu den Funden der Prinzen gehört außerdem die schöne Prinzessin von Alamut, Tamina (Gemma Arterton, die wir auch schon als Bondgirl sahen).

Doch der alte König ist mit dem Angriff gar nicht zufrieden und kurz darauf tot. Die Ereignisse überschlagen sich. Schnell sind Dastan und Tamina zusammen auf der Flucht. Zusammen, nicht gemeinsam - die beiden kabbeln sich wie Hund und Katze. Denn Tamina ist hinter dem geheimnisvollen Dolch her, den Dastan in der Stadt fand und dem eine besondere Bedeutung innewohnt.

Zu ihrer bedeutsamsten Begegnung auf dem Weg, den beide gezwungenermaßen immer wieder im Team zurücklegen müssen, wird die mit Scheich Amar (der wunderbare Alfred Molina). Der Gauner, Steuervermeider und Veranstalter von Straußenrennen gibt der Geschichte eine komödiantische Note. Ungewöhnliche Allianzen werden geschmiedet, weil - natürlich, es ist ein Heldenepos - die Welt vor dem Zorn der Götter gerettet werden muss. Dabei spielen der Dolch, der Sand und die Zeit eine entscheidende Rolle.

Ben Kingsley hat als Onkel Nizam geheime Pläne - und Freunde unter den Assasinen.
© DisneyBen Kingsley hat als Onkel Nizam geheime Pläne - und Freunde unter den Assasinen.

Jake Gyllenhaal hat bisher die meiste Aufmerksamkeit mit ernsten Filmen erzielt, darunter das Oscar-prämierte Drama "Brokeback Mountain", der schräge Indiefilm "Donnie Darko" und der Kriegsfilm "Jarhead". Für das Sandalenspektakel musste er ordentlich an Muskelmasse zulegen, außerdem Kämpfen und Reiten perfektionieren, die Bewegungssportart Parkour erlernen und fit für die Belastung eines Sommerdrehs in Marokko werden.

Für Jake dennoch eine Traumrolle: "Ich habe schon immer Filme geliebt, in denen der Held zu fast allem fähig ist, aber dennoch Mensch bleibt." Nicht nur wegen dieser klugen Worte ist er auch eine Traumbesetzung für die Rolle. Die optische Ähnlichkeit zum Prinzen aus den Computerspielen ist da und Gyllenhaals Anblick auf den Kinopostern sollte problemlos dafür sorgen, dass nicht nur pubertierende Jungengrüppchen ins Kino strömen.

Gyllenhaal zur Seite arbeitet ein exzellenter Cast, fast alle Schauspieler sind Briten und natürlich vom englischen Regie-Allrounder Mike Newell mit ins Boot geholt. Gemma Arterton steht die attraktive, aber spröde Prinzessin ganz hervorragend.

Spektakuläre Kampf- und Stuntszenen machen "Prince of Persia" äußerst kurzweilig.
© DisneySpektakuläre Kampf- und Stuntszenen machen "Prince of Persia" äußerst kurzweilig.

Alfred Molina macht in seiner Rollenwahl sowieso nie Fehler. Sir Ben Kingsley ist mit Lidstrich und "Aladin"-inspiriertem Schurkenbart gut aufgehoben. Nur der Assasinen-Anführer unter den Hauptfiguren wird von einem Exoten verkörpert: dem Isländer Gísli Örn Garðarsson. Der wird in der Hitze von Marokko sicher auch gelitten haben.

"Prince of Persia - Der Sand der Zeit" ist vielleicht nicht so bahnbrechend und originell wie Produzent Jerry Bruckheimers letzter großer Coup, "Fluch der Karibik". Aber es zeigt Abenteuer und Action vom Feinsten, mit sympathischer Hauptfigur, ordentlichem Drehbuch, tollem Cast und spektakulären Bildern im Wüstenszenario. Mehr Popcorn braucht der Sommer für mich nicht.

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