Percy Jackson
© Fox Percy Jackson

Percy Jackson - Diebe im Olymp Nur halb göttlich

Rechtzeitig zum nahenden Ende der erfolgreichen Harry-Potter-Reihe stehen ein paar junge Halbgötter bereit, das Teenie-Publikum zu übernehmen. Trotz Staraufgebot bleibt das Ergebnis erst einmal zu simpel

Percy Jackson (Logan Lerman) ist der Sohn des Meeresgottes Poseidon
© FoxPercy Jackson (Logan Lerman) ist der Sohn des Meeresgottes Poseidon

Einen Verfolger hat Harry Potter schon abgehängt, bevor er im nächsten Film in den entscheidenden Kampf mit dem dunklen Lord geht: den Halbgott Percy Jackson. Das war die Kurzfassung.

In "Percy Jackson: Diebe im Olymp" findet Halbwaise Percy Jackson auf einem Schulausflug ins Museum heraus, dass er verfolgt wird - seine Literaturlehrerin stürzt sich nämlich fliegend und mit scharfen Klauen auf ihn. Danach streift sein humpelnder Kumpel die Krücken ab und entpuppt sich als bockbeiniger Faun, der dem Jungen eröffnet, sein Leben sei in Gefahr und er bringe ihn jetzt ins Halbgötter-Camp.

Auf dem Weg dahin erfährt Percy, wie sehr irgendjemand hinter ihm her ist: Trotz schneller Flucht ist ihnen ein Minotaurus auf den Fersen, der sich letztlich Percys Mutter schnappt. Percy ist allein unter Halbgöttern. Er erfährt, dass sein Vater der Meeresgott Poseidon (Kevin Kidd, der nur beim ersten Verlassens des Hudsons aussieht wie Gerard Butler) ist und dass er beschuldigt wird, den Blitz seines Onkels, des Göttervaters Zeus (Sean Bean) gestohlen zu haben. Die göttlichen Brüder - mit dem Unterweltherrscher Hades (Steve Coogan) gibt es noch einen dritten im Bunde - sind sich seit Urzeiten nicht grün und rangeln um Macht.

Percy hat mit dem Diebstahl zwar nichts zu tun, muss sich aber notgedrungen auf die Suche nach der heiligen Waffe machen. Findet er sie nicht innerhalb von zehn Tagen, so wird der Zorn der kampfeswütigen Olympier die Erde zerstören. Sagt Chiron (Pierce Brosnan), der als Kentaur vierbeinig und bärtig durchs Bild galoppiert. Schön, wenn man neue Verwandte in so ungezwungener Atmosphäre kennenlernen kann.

Huhu, Harry: die Struktur ist schon klar. Zwei Jungs, ein Mädchen, ein bisschen Romantik. Und Monster, in diesem Fall das vielköpfige Schlangenungeheuer Hydra.
© FoxHuhu, Harry: die Struktur ist schon klar. Zwei Jungs, ein Mädchen, ein bisschen Romantik. Und Monster, in diesem Fall das vielköpfige Schlangenungeheuer Hydra.

Zusammen mit dem Faun Grover (Brandon T. Jackson) und der Tochter der Kriegsgöttin Athene, der hübschen Annabeth (Alexandra Addario) macht sich Percy auf den Weg in die Unterwelt, um seine Mutter wiederzuholen und den Blitz zu suchen. Auf dem Weg warten verschiedene bissige Sagenwesen auf ihn, um ihm den Weg nach unten auf sehr finale Weise zu verkürzen.

"Percy Jackson: Diebe im Olymp" hat einiges zu bieten, das einen mitreißenden Film erwarten lässt. Gut aussehende, sympathische, junge Hauptdarsteller. Bekannte Stars wie Uma Thurman, Sean Bean, Pierce Brosnan. Einen unverbrauchten Hintergrund für die Geschichte - griechische Mythologie. Tolles Action-Setting mit Unterwelt und Himmel. Schrammt noch schön nah an der großen Fantasy-Welle entlang, ist aber weit genug entfernt von Zauberei, Vampirkräften und allem, was junge Menschen sonst derzeit schon so im Kino haben. Die Buchreihe ist in den USA phänomenal erfolgreich. Was für ein Potenzial! Wie konnte das schief gehen?

Uma Thurman mal wieder in einer coolen Rolle, als Medusa mit dem Todesblick.
© FoxUma Thurman mal wieder in einer coolen Rolle, als Medusa mit dem Todesblick.

Fügt man der Rechnung den Regisseur Chris Columbus hinzu, entsteht eine Ahnung. Columbus hatte damals auch die ersten beiden Harry-Potter-Filme in der Hand, und machte aus den durchaus ernstzunehmenden, zauberhaften Kinderbüchern eine schrille bunte Teeniespaßpartie. Erst mit dem dritten Film und einem neuen Regisseur wurde Potter zu dem düsteren Fantasy-Epos, das auch Erwachsenen ins Kino lockt. Sieht ganz so aus, als drohe Percy Jackson das gleiche Schicksal.

Der Film ist etwas zu laut, etwas zu glatt, etwas zu lässig. Die Effekte sind ein bisschen zu groß und ein bisschen zu schlecht gemacht. Die Flammengestalt des Hades ist einfach albern, und statt in der griechischen Unterwelt findet man sich eher in der christlichen Hölle mit Pech- und Schwefelregen wieder. Die große Versammlung der zwölf Götter sieht gelackt und langweilig aus wie der Porzelannschrank der Großmutter. Und vom goldenen Aufzug vom Empire State Building in den Olymp, von dem reden wir besser gar nicht erst.

Chris Columbus' "Percy Jackson" nimmt den Stoff zu sehr auf die leichte Schulter und sich selbst gleichzeitig zu ernst. So entsteht zwar etwas, dass die Schulkinder dieser Welt sicher ins Kino lockt und zufriedenstellt. Aber eben auch nicht mehr. Obwohl es möglich gewesen wäre. Olympisches Gold kann es dafür nicht geben.

Trailer zum Film

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