Oscars Statuen
© A.M.P.A.S. Oscars Statuen

Oscar 2008 Im Westen nichts Neues

In diesem Jahr hatten Hollywoods Oscar-Richter wohl keine Lust auf Überraschungsmomente. Die Nominierungen für den wichtigsten weltweiten Filmpreis - nur Standardprogramm. Und die große Frage bleibt: Wird gefeiert werden?

Müssen ja düstere Zeiten in Hollywood sein: Am Morgen des 22. Januars wurden in Los Angeles die Nominierten für die diesjährigen Academy Awards - liebevoll "Oscars" genannt - bekanntgegeben. Ganz große Chancen werden dem Westernthriller "No Country for Old Men" und dem blutigen Filmdrama "There Will Be Blood" zugebilligt. Insgesamt acht Nominierungen gab es jeweils für beide Titel, darunter für ihre Darsteller, für Drehbuch, Sound und Regie.

Cate Blanchett kann voller Hoffnung gen Preisverleihung blicken
© Wireimage.comCate Blanchett kann voller Hoffnung gen Preisverleihung blicken

Die Konkurrenzfilme "Abbitte" und "Michael Clayton", ebenso im Rennen um die Auszeichnung als "bester Film", konnten je sieben Nominierungen verbuchen. Während "Abbitte" mehr im Bereich Kamera, Kunst und Kostüme punktete, wartet "Michael Clayton" mit gleich drei preisverdächtigen Darstellern auf. Beide Filme überzeugen außerdem in den Bereichen Drehbuch und Musik. Kleinstes Licht unter den Konkurrenten in der Königskategorie "bester Film" ist der unabhängig produzierte Überraschungshit "Juno" über eine Teenie-Schwangerschaft. Hier ist unter anderem auch Hauptdarstellerin Ellen Page nominiert, außerdem das Drehbuch.

Aussichtsreich ist die Situation auch für Cate Blanchett: Sie ist sowohl als beste Hauptdarstellerin ("Elizabeth: The Golden Age") als auch für eine beste Nebenrolle ("I'm not there") nominiert und hat in diesem Jahr schon mehrere Preise mit nach Hause nehmen können. Harte Konkurrenz droht ihr allerdings durch Golden-Globe-Gewinnerin Julie Christie ("Away from her") sowie die hochgelobten jungen Schauspielerinnen Amy Ryan ("Gone, baby, gone") und Saoirse Ronan ("Atonement"). Auf den Hauptgewinn hoffen auch noch Marion Cotilliard ("La Vie en Rose"), Laura Linney ("The Savages") und Ellen Page ("Juno").

Bei den Männern besonders hoffnungsfroh können die bereits Golden-Globe-geehrten Johnny Depp ("Sweeney Todd") und Daniel Day-Lewis ("There Will Be Blood") sein. Auch noch im Rennen: George Clooney ("Michael Clayton"), Tommy Lee Jones ("In the Valley of Elah") und Viggo Mortensen ("Eastern Promises").

Für den Regiepreis ist unter anderem der exzentrische New Yorker Künstler Julian Schnabel vorgeschlagen, der für seinen Film "Schmetterling und Taucherglocke" auch schon einen Golden Globe in der Tasche hat. Die Konkurrenten: Jason Reitman für "Juno", die Brüder Ethan und Joel Coen für "No Country for Old Men", Paul Thomas Anderson für "There Will Be Blood" und Tony Gilroy für "Michael Clayton".

Fatih Akins Werk "Auf der anderen Seite" als deutsche Oscar-Hoffnung in der Kategorie des "besten fremdsprachigen Films" war bereits in einer Vorauswahl ausgeschieden. Stattdessen geht der österreichische Beitrag "Die Fälscher" von Stefan Ruzowitzky ins Rennen. Mit den deutschen Schauspielern Marie Bäumer und August Diehl sowie Dreharbeiten in Berlin kann der aber vielleicht bei den in Hollywood lebenden Auswanderern einen Hauch Patriotismus entfachen. Die ebenfalls nominierten Filme heißen "Beaufort" (Israel), "Katyn" (Polen), "Der Mongole" (Kasachstan) und "12" (Russland).

Die Oscars werden am 24. Februar in Los Angeles vergeben. Seit 1929 zeichnet die "Academy of Motion Picture Arts and Sciences" mit ihrem Preis Bestleistungen im Filmgeschäft aus - dieses Jahr schon zum 80. Mal. Wegen des fortdauernden Streiks der Hollywood-Autoren ist die große Gala, die jährlich Millionen von Menschen weltweit vor den Fernseher lockt, allerdings weiterhin gefährdet - bei den Golden Globes im Januar sind die Stars aus Solidarität mit ihren schreibenden Kollegen einfach daheim geblieben.