Nine
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Nine Großer Zauber, der verpufft

Fast neun Mal so viel Aufhebens wie um einen normalen Film wurde um das Musical "Nine" gemacht - Grund dafür war der atemberaubende Cast. Doch lauter brillante Einzelauftritte ergeben kein magisches Ganzes

Am Broadway war das Musical "Nine" ein Hit. Im US-Kino war die Filmadaption es nicht. Und dabei gibt ein atemberaubender Cast sich wirklich jede Mühe: Penélope Cruz, Nicole Kidman und Kate Hudson sind nur einige der Darstellerinnen, die der männlichen Hauptrolle von Daniel Day-Lewis schöne Augen machen. Doch vielleicht ist gerade die Viel-Starerei das Problem.

Daniel Day-Lewis spielt den gehetzten, depressiven Frauenheld Guido Contini mit Hingabe
© SenatorDaniel Day-Lewis spielt den gehetzten, depressiven Frauenheld Guido Contini mit Hingabe.

"How do you begin this thing?" - "Wie fange ich hier bloß an?" ist die Frage, die sich am Anfang des Filmes Guido Contini (Daniel Day-Lewis) in einem schwarz-weißen Setting stellt. Er ist ein Starregisseur, er soll ein neues Meisterwerk produzieren, Manager und Medien setzen ihn unter Druck. Doch Guido hat nichts in der Hand, keine Idee im Kopf, kein fertiges Skript. Außerdem "nichts zu sagen" und das Gefühl, der weltgrößte Lügner zu sein.

Guido Continis Geschichte ist die, die in "Nine" erzählt wird. Und zwar gleich drei Mal.

Traum dieses Mannes: Streicheleinheiten von Ehefrau Luisa (Marion Cotillard) und Geliebter Carla (Penélope Cruz)
© SenatorTraum dieses Mannes: Streicheleinheiten von Ehefrau Luisa (Marion Cotillard) und Geliebter Carla (Penélope Cruz).

Was ihm im Leben hinter der Kamera zustößt, ist eine Geschichte. In dieser zerren Presse und Manager an ihm, um mehr über seinen neuen Film zu erfahren. Er flieht aufs Land, nimmt seine Geliebte Carla (Penélope Cruz) mit, vermisst seine Ehefrau Luisa (Marion Cotillard), bekommt weise Ratschläge von seiner Garderobiere Lilli (Judi Dench). Die amerikanische Reporterin Stephanie (Kate Hudson) und seine liebste Hauptdarstellerin Claudia Jenssen (Nicole Kidman) verwirren den armen deprimierten Frauenhelden weiter. Und er muss eine Lügengeschichte nach der nächsten erzählen. Ein Freund bemerkt ganz treffend: "Kein Wunder, dass du noch kein Skript hast. Du bist zu sehr damit beschäftigt, dein Leben zu erfinden.".

Was vor seiner Kamera passiert, wenn er beginnt, wahllose erste Szenen für den Film zusammenzuklauben, das ist die zweite Geschichte - die wird in schwarz-weiß erzählt.

Die Phantasien, Träume und Erinnerungen, die sich im Kopf des Medien-Lieblings tummeln, die bilden die dritte Geschichte. Dort wird getanzt und gesungen, dort spielen rosa Licht und knappe Kostüme eine beträchtliche Rolle. Hier tauchen Guidos längst verstorbene Mama (Sofia Loren) und die Dorfhure seiner Kindheit (Stacy Ferguson) auf. Dies Traumszenario ist es, dass die kluge Lilli als Kreativitätsquelle beschwört, wenn sie sagt: "Filme sind ihr Geld nicht wert, wenn nicht beim Küssen gesungen wird."

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