Topmodel Show
© Picture Alliance Topmodel Show

"Next Topmodel" Ein paar Models machen noch keine Top-Show

Alle Welt spricht von Jennifer als neues "Topmodel". Aber wie war eigentlich die Show? Eins ist klar: Ein "Topmodel" hätte auch eine Top-Show verdient

So, das war er also. Der große Final-Abend von "Germany's Next Topmodel". Kam die Show zu einem fulminanten Ende, so wie man es von einer Show, die von Folge zu Folge mehr Spannung aufbauen wollte, erwarten kann?

Kurz gesagt: nein.

Wie soll man diese Abschlussveranstaltung beschreiben? Sie war langweilig, Heidis Moderation kann man bestenfalls als "eigen" und nicht als Kunst bezeichnen. Die emotionale Ansprache ans Publikum durch (gesanglich schlechte) Live-Auftritte von Gatte Seal schlugen schlicht fehl. Sätze wie "Schatz, setz' dich doch ein bisschen zu uns auf die Couch" und "Schatz, du bist doch sowieso der Beste" und "Schatz, ich liebe dich" gehören vielleicht auf Heidis Wohnzimmercouch, aber doch bitte nichts in Castingsfinale. Erspart blieben uns allerdings das Herumstreuen von Klum-Intima wie den Namen ihrer Brüste (Hans und Franz) - dafür herzlichen Dank.

Gab es wenigstens neue Erkenntnisse zu der alten Frage, ob die Show live war? Wenige Menschen lassen sich, ohne eine Miene zu verziehen, eine Vogelspinne auf die Schulter setzen oder eine Schlange um den Hals legen. Aber was soll's - es haben ja auch nur wenige Menschen das Zeug zum Topmodel.

Das Fremdschäm-Potenzial bei "GNTM" ist generell ein hohes. Das ist nicht schlimm und macht die Sendung ja aus. Sieht man Menschen zu, die sich zum Affen machen, kann das ungemein entspannend sein, das weiß jeder. Es war klar, dass dieses Potenzial nach der unsäglichen "Männerfolge" vom 3. Juni nicht gesteigert werden konnte.

Aber wenn stattdessen Bands wie "Monrose" in der Endlosschleife und eine künstliche in die Länge gezogene und schlecht präsentierte Verkündungsveranstaltung das pure Gähnen ins Haus bringen, ist das schon eine Enttäuschung. In der Fernsehwelt ist die höchste Form von Entspannung nun mal nicht das Einschlafen.