Max Raabe
© Philipp Rathmer Max Raabe

Max Raabe "Ein Kater ist doch nur gerecht"

Von den elegantesten Konzertsälen der Welt in die Hamburger Kiezkneipe: Warum er sich auch dort wohlfühlt, verrät Sänger Max Raabe im Gala-Interview

Der Herr im Frack sticht schon heraus.

Aber die Hamburger Kiez­kneipe, in der sich nachts Matrosen, Yuppies und St.-Pauli-Kicker tummeln, hat seit 1949 viele schräge Gestalten gesehen. Die Stammgäste blicken nur kurz auf, als Max Raabe an den Tresen tritt, dann widmen sie sich wieder ihrem Nachmittagsbier. Raabe liebt diesen Laden. Aus diesem Grund traf Gala den 47-jährigen Sänger, der gerade sein Solo-Album "Übers Meer" veröffentlicht hat, zu Bier und Schnack im "Silbersack".

Es muss nicht immer Champagner sein! Am Tresen des "Silbersack" wartet Max Raabe auf sein Bier.
© Philipp RathmerEs muss nicht immer Champagner sein! Am Tresen des "Silbersack" wartet Max Raabe auf sein Bier.

Wieso kennt ein gestriegelter Frackträger wie Sie den "Silbersack"?
Das erste Mal war ich Ende der Achtziger hier. Als ich im "Schmidts Tivoli" meine Solo-Abende hatte, lag meine Künstlerwohnung gleich um die Ecke. So kam’s, dass ich öfter in solchen Kneipen landete. Herrlich!

Wir haben vorhin auf der Reeperbahn ein paar Leute gefragt, was sie gern von Ihnen erfahren möchten. Jacky, 45, nach eigenen Angaben "Freudenmädchen", will wissen, "wie Herr Raabe es schafft, seine Haare so akkurat zu stylen".
Mit nassen Haaren Fahrrad fahren. Wenn ich das Haus verlasse, kämme ich mich, und kurz vor einem Konzert auch. Sonst nichts.

Jackys Kollegin Jutta fragt, ob Sie Erfolg bei den Damen haben - mit der Frisur.
Ich habe nicht so viele Haar-Alternativen. Deswegen nehme ich es hin, wie es ist. So geht es dann auch dem weiblichen Gegenüber.

Von Hans Albers über Ich + Ich bis Tocotronic: An der Jukebox zeigt Max Raabe die ganze Bandbreite seines Musikgeschmacks.
© Philipp RathmerVon Hans Albers über Ich + Ich bis Tocotronic: An der Jukebox zeigt Max Raabe die ganze Bandbreite seines Musikgeschmacks.

Türsteher Mike interessiert, warum Sie so schlank sind.
Ich habe wenig Zeit zum Essen, außerdem bewege ich mich viel. Ich gehe möglichst oft zu Fuß und fahre sehr gern Fahrrad. Diäten lehne ich ab. Das ist mir traurig.

Alexander, Schlosser von Beruf, wüsste gern, wie viel Max Raabe denn so verträgt ...
Ich trinke eigentlich alles, aber kaum die ganz harten Sachen. Allerdings interessieren mich die lokalen Biersorten überall auf der Welt. Die Amerikaner etwa können gar kein Bier machen, nur dieses dünne Gebräu. Da geht es nicht ums Betrunkenwerden.

Dabei ist ein leichter Glimmer nicht zu verachten ...
Das stimmt, beim Champagner sind mir die ersten drei Gläser immer am liebsten. Alles andere ist schon zu viel.

Zumal die Regenerationsphase im Lauf der Jahre immer länger wird, oder?
Daran denkt man im entscheidenden Moment nicht, das muss man billigend in Kauf nehmen.

Haben Sie ein verlässliches Katerrezept?
Ich finde, ein Kater ist doch nur gerecht. Wäre unfair, wenn man sich am Morgen nach einer durchzechten Nacht mit einer Pille reinwaschen könnte.

Haben Sie gar kein Vorsorgeprogramm?
Ich versuche in solchen Fällen vor dem Zubettgehen noch einen Liter Wasser zu trinken. Das ist manchmal recht kompliziert, weil man ja genau dann weniger in der Lage ist, diszipliniert zu sein.

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