Maria Ehrich

Auf dem Weg nach oben

Sie ist erst 19 Jahre alt - und besteht im TV-Event "Das Adlon" mühelos neben den größten deutschen Schauspielkollegen: Maria Ehrich dürfte der Shooting-Star 2013 werden

Maria Ehrich

Sie wirkt wie eine Mischung aus Schneewittchen und Renaissance-Madonna.

Fragil und geheimnisvoll. Es sind vor allem ihre braunen Augen, die einen sofort in den Bann ziehen, Augen, die Reife und Kindlichkeit zugleich ausstrahlen. lacht viel beim "Gala"-Interview im Kölner "Café Central", redet über ihre Arbeit - und ist sichtlich stolz. Zu Recht! Welche 19-Jährige kann schon von sich behaupten, dass sie in einer der teuersten deutschen TV-Produktionen aller Zeiten mitwirkt und dabei Stars wie oder die Schau stiehlt? Dieses Kunststück ist ihr gelungen. Mit ihrer Hauptrolle im ZDF-Eventmovie "Das . Eine Familiensaga", das die Geschichte des legendären Berliner Luxushotels über fast ein Jahrhundert erzählt, sorgt sie immer wieder für Wow-Effekte: Diese Präsenz, dieses Talent, diese natürliche Schönheit!

Um die vom Schicksal gebeutelte Alma in "Das Adlon" spielen zu können, brachte Maria Ehrich ein besonderes Opfer: Weil an dem Wo

Um die vom Schicksal gebeutelte Alma in "Das Adlon" spielen zu können, brachte Maria Ehrich ein besonderes Opfer: Weil an dem Wochenende gedreht wurde, musste sie ihr Ticket für das "Hurricane"-Musikfestival 2012 sausen lassen.

"Maria umgibt eine Aura, die fasziniert. Selbst dann, wenn sie einfach nur im Raum steht und kein Wort sagt. Sie haut einen um - allein schon durch ihre einnehmende Ausstrahlung", sagt "Adlon"-Produzent Oliver Berben über die Jungschauspielerin. In dem TV-Film spielt sie Alma, die Tochter eines reichen Berliner Kaufmanns, die Anfang des 20. Jahrhunderts unehelich ein Kind zur Welt bringt. Und die Rolle ist für sie nur der Anfang. Am 14. März feiert die sechs Millionen Euro teure Fantasy-Romanze "Rubinrot" nach der Bestseller-Trilogie von in deutschen Kinos Premiere. Hauptrolle: Maria Ehrich. Erfolgschancen: sehr hoch. Mit einer Zeitungsanzeige, auf die ihre Mutter vor neun Jahren aufmerksam wurde, fing alles an: Kinderdarsteller gesucht! Fünf Casting-Termine später hatte Klein-Maria in der Kinokomödie "Mein Bruder ist ein Hund" ihren ersten Part in der . "Die 'Adlon'-Rolle war für mich wie ein Lottogewinn!", sagt die Erfurterin mit sanfter Stimme und nippt an ihrer Apfelschorle. "Wann hat man schon mal die Chance, mit mehr als einem Dutzend deutscher Schauspielstars auf einmal zu arbeiten und sie auch privat näher kennenzulernen?" Okay, sie hatte auch schon vorher mit so mancher TV-Größe vor der Kamera gestanden: 2003 zum Beispiel, als Zehnjährige, mit . Oder vier Jahre später mit , die im Erfolgszweiteiler "Die Frau vom Checkpoint Charlie" ihre Mutter spielte. Damals sei ihr die große Popularität der beiden allerdings gar nicht bewusst gewesen. "Ehrlich gesagt hatte ich vorher noch nie etwas von Veronica Ferres gehört. Fernsehen war damals nicht so mein Ding", sagt Ehrich. Heute gebe sie sich nach außen zwar betont cool, wenn sie nach Drehschluss mit Stars wie ins Plaudern kommt. In Wahrheit plage sie in solchen Momenten aber vor allem ein Gedanke: Jetzt bloß nichts Blödes sagen oder fragen!

In "Das Adlon. Eine Familiensaga" (6., 7. und 9. Januar, jeweils 20.15 Uhr, ZDF) spielen Marie Bäumer und Heino Ferch das Junior

In "Das Adlon. Eine Familiensaga" (6., 7. und 9. Januar, jeweils 20.15 Uhr, ZDF) spielen Marie Bäumer und Heino Ferch das Juniorchef-Ehepaar Louis und Hedda Adlon. Die Produktionskosten für den Quoten-Garanten betrugen mehr als zehn Millionen Euro.

Setbilder

Stars bei den Dreharbeiten 2012

20. Dezember 2012: Zac Efron und Imogen Poots stehen gemeinsam für den Film "Are We Officially Dating" in New York vor der Kamer
17. Dezember 2012: Ewan McGregor lässt sich für einen Sketch bei der "Late Night With Jimmy Fallon"-Show vor dem "Green Screen"
12. Dezember 2012: Erschreckend authentisch verkörpert Matthew McConaughey in dem Film "The Dallas Buyers Club" den Aids-Kranken
11. Dezember 2012: Emmy Rossum steht für "You're Not You" vor der Kamera.

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Mythos Adlon: Ein Blick von der Quadriga auf das heutige "Adlon", das seit 1997 im alten Glanz neu erstrahlt.

Mythos Adlon: Ein Blick von der Quadriga auf das heutige "Adlon", das seit 1997 im alten Glanz neu erstrahlt.

Dass sie gern in verschiedene Rollen schlüpft, fiel ihr bereits in der ersten Klasse auf: "Ich beobachtete, wie Menschen aus meinem Umfeld sprachen, gingen, sich verhielten, und habe sie dann imitiert. Eine ziemlich gute Schule." Offensichtlich. Auch Regisseur ("Der Baader Meinhof Komplex") schwärmt von ihr: "Maria ist das Gesicht von morgen und außerordentlich talentiert. Sie hat alles, um auch auf der großen Leinwand zu bestehen." Doch trotz solcher Lobeshymnen bleibt Maria Ehrich bescheiden. Fast ein wenig schüchtern knabbert sie im "Café Central" an ihrem Salat mit Scampi und erzählt, dass sie für ihr Leben neben der Schauspielerei auch einen Plan B in der Tasche hat: Ab 2013 möchte sie in Leipzig Literatur studieren. Falls sie denn zeitlich genügend Luft hat ... Ihre größte Herausforderung beim "Adlon"-Dreh? Die erotischen Szenen mit Christiane Paul, die eine US-amerikanische Fotografin spielt, in die sich Alma alias Maria Ehrich verliebt. Ein bisschen Angst habe sie im Vorfeld schon gehabt. Auch vor dem gemeinsamen Nacktdreh: Wird alles ästhetisch wirken? Wie reagieren Familie und Freunde? Am Ende habe aber ihre Lust auf die schauspielerische Herausforderung gesiegt.

Maria Ehrich, die Älteste von drei Geschwistern, wirkt nachdenklicher als andere 19-Jährige. Und reifer: Sie findet es wichtig, auch die einfachen Dinge des Alltags als etwas Wunderschönes wahrzunehmen, wie Herbstblätter, die vom Baum fallen. Bei ihren vielen Zugfahrten genießt sie meditative Momente; sie liest Literaturklassiker wie "Stolz und Vorurteil". Statt oder ("Die nervt!") hört sie lieber Folkbands wie Mumford & Sons: "Ich glaube, dass ich erwachsen auf die Welt gekommen bin. Ich war immer schon sehr ruhig und nie Revoluzzer." Grenzen austesten? Das hat sie nie interessiert. Vielleicht weil die Eltern ihr schon immer viel Freiraum ließen: "Mein Vater betreibt eine Diskothek, in der ich schon mit 15 feiern durfte." Bis zu Marias zwölftem Geburtstag hat die Familie über dem Club gewohnt. "Als meine Mutter hochschwanger mit mir war, tobte unten gerade eine Metal-Party. Trotz Schallschutz dröhnten die Bässe. Bum, bum, bum! Und dann setzten bei ihr die Wehen ein. Ich wurde förmlich aus Mama herausgeschüttelt. Ins Krankenhaus haben es meine Eltern zum Glück aber doch noch rechtzeitig geschafft", sagt Maria mit einem lauten Lachen. Was für ein filmreifer Start ins Leben!

Der Trailer zum ZDF-Drama in drei Teilen

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