Kinotipp "Zeiten des Aufruhrs"

Eine Liebe, die sich den Konventionen der Gesellschaft nicht unterwerfen will und es am Ende doch tun muss: Kate Winslet und Leonardo DiCaprio überzeugen in "Zeiten des Aufruhrs" als junges Ehepaar im Amerika der 50er Jahre

Story:

Frank und April Wheeler verbindet vor allem eines: Der Traum von einem Leben jenseits aller prüden Konventionen der amerikanischen Gesellschaft in den 50er Jahren. Doch als April schwanger wird, findet sich das junge Paar plötzlich in einem beschaulichen Häuschen in ländlicher Umgebung wieder - mitten in einem Lebensmodell, das es eigentlich aus tiefster Überzeugung ablehnt. Besonders April, die von einer Karriere als Schauspielerin träumt, frustriert der Widerspruch zwischen ihren Idealen und dem wirklichen Alltag schon bald. Sie schlägt ihrem Mann vor, alle Zelte abzubrechen und in Paris noch einmal neu zu beginnen. Als Frank nach anfänglicher Begeisterung aber die konventionelle Sicherheit einem europäischen Abenteuer vorzieht, bröckelt die glückliche Fassade der Weehlers endgültig und ihre Liebe steuert unaufhaltsam in eine Katastrophe.

Stars:

Regisseur Sam Mendes ("American Beauty") gelang es, für "Zeiten des Aufruhrs" das einstige "Titanic"-Traumpaar Kate Winslet und Leonardo DiCaprio erneut gemeinsam vor die Kamera zu holen. Und einmal mehr stimmte zwischen dem Duo die Chemie. Insbesondere Kate Winslet spielt die Rolle des verzweifelten Freigeistes April Wheeler so anrührend, dass sie bei den "Golden Globes" am 11. Januar völlig zurecht als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde. Ebenfalls sehenswert ist Oscar-Preisträgerin Kathy Bates ("Misery") in ihrer Rolle als rückgratlose Vermieterin Mrs. Givings.

Fazit:

Mit "Zeiten des Aufruhrs" ist Sam Mendes eine wirklich packende Umsetzung der Romanvorlage von Richard Yates aus dem Jahr 1961 gelungen. Sein Film dokumentiert das Leiden eines jungen Paares, das sich in einem faulen Kompromiss zwischen Rebellion und Konvention gefangen sieht und letztlich keinen Ausweg findet. Obwohl das Scheitern ihrer Liebe unaufhaltsam erscheint, überschreitet Mendes nie die Grenze zum Melodramatischen. Insbesondere Aprils wachsendes Gefühl von innerer Leere und Zerrissenheit ist für den Kinobesucher in jeder Szene greifbar und lässt ihn auch nach dem Abspann nur allmählich wieder los.