Kinotipp "Watchmen - Die Wächter"

Superhelden, Splatter, Sex: Die düstere Comic-Adaption "Watchmen - Die Wächter" bietet all das in gewohnter Science Fiction-Manier - und sogar noch ein bisschen mehr

Story:

Die "Watchmen" sind sechs ehemalige Superhelden, die einst gemeinsam gegen das Verbrechen kämpften. Mitte der 80er Jahre haben sie sich überwiegend zur Ruhe gesetzt und leben unbehelligt in Amerika - bis einer von ihnen brutal ermordet wird. Daraufhin schwört sein früherer Kamerad Rorschach Rache und ruft seine maskierten Mitstreiter erneut auf den Plan. Vor dem Hintergrund eines drohenden Atomkrieges erfahren sie bald, dass jeder einzelne von ihnen aufgespürt und getötet werden soll ...

Stars:

Kein einzelner Star fungiert als Aushängeschild des Filmes, vielmehr wirkt sein hochkarätiges Heroen-Ensemble als Ganzes: Da wäre beispielsweise Jeffrey Dean Morgan alias Denny Duquette aus der Erfolgsserie "Grey's Antatomy" zu erwähnen, der den Comedian verkörpert. Malin Akerman, bekannt aus "27 Dresses", wagt sich als Silk Spectre II erstmals ins Action-Genre. Und Schauspieler Jackie Eare Haley (eindrucksvoll als Rorschach) stand bereits mit Frauenschwarm Patrick Wilson (Nite Owl II) und der frischgebackenen Oscar-Preisträgerin Kate Winslet für das Drama "Little Children" vor der Kamera.

Fazit:

Nach den Comic-Verfilmungen "Sin City" und "The Spirit" waren die Erwartungen an "Watchmen - Die Wächter" hoch - und wurden nicht enttäuscht. Kult-Regisseur Zack Snyder ("300") setzt den als lange Zeit unverfilmbar deklarierten Stoff der Briten Dave Gibbons und Alan Moore überzeugend um. Die klassischen Superhero-Leitmotive Gewalt und Sex kommen nicht zu kurz, während sich parallel dazu eine düstere, komplexe Geschichte entspinnt. Dafür lassen sich die Macher imposante 162 Minuten lang Zeit. Dank spektakulärer Special-Effects, großartiger Kulissen und Darsteller bleibt es trotzdem spannend bis zum Schluss. Und selbst ohne fundierte Kenntnisse der Science-Fiction-Szene lässt sich erahnen, warum die Graphic Novel "Watchmen" als einziger Comic einen Platz auf der Liste der 100 besten zeitgenössischen englischen Romane des "Time Magazine" belegt.

Maria Kufeld