Ich sehe den Mann deiner Träume
© Concorde Filmverleih Ich sehe den Mann deiner Träume

Kinotipp "Ich sehe den Mann deiner Träume"

Wir stellen den neuen Woody-Allen-Film vor. Dieses Mal mit von der Partie: Naomi Watts, Freida Pinto und Anthony Hopkins

Das Filmplakat zu "Ich sehe den Mann deiner Träume": Der Titel ist ein ironischer Seitenhieb auf die Wahrsagerei.
© Concorde Filmverleih GmbHDas Filmplakat zu "Ich sehe den Mann deiner Träume": Der Titel ist ein ironischer Seitenhieb auf die Wahrsagerei.

Inhalt
Schauplatz ist wie immer die Großstadt und Woody Allen hat sich dieses Mal wieder für London entschieden. Dort begleitet eine allwissende Erzählstimme nüchtern die Schicksale der Akteure: Der alternde Alfie (Anthony Hopkins) verlässt seine Ehefrau Helena (Gemma Jones) in einem Anflug von Midlife Crisis und bandelt mit dem jungen Callgirl Charmaine (Lucy Punch) an. Bis Alfie merkt, dass er sich mit dieser etwas übernommen hat, sucht Helena Trost bei vielen Gläschen Sherry und einer dubiosen Wahrsagerin. Tochter Sally (Naomi Watts) findet das nicht weiter schlimm, solange sie sich ungestört ihren Tagträumen über ihren attraktiven Vorgesetzten Greg (Antonio Banderas) hingeben kann. Ihr Mann Roy (Josh Brolin), ein mittelloser Schriftsteller in der Schaffenskrise, verliebt sich derweil in die schöne Nachbarin Dia (Freida Pinto). Alle sind auf der Suche nach Ablenkung und Abwechslung und alle merken nicht, dass sie geradewegs ins Unglück laufen ...

Josh Brolin und Naomi Watts überzeugen als unglückliches Londner Ehepaar.
© Concorde Filmverleih GmbHJosh Brolin und Naomi Watts überzeugen als unglückliches Londoner Ehepaar.

Star-Feature
Woody Allen setzt auch in seinem 41. Film auf ein hervorragendes Ensemble mit talentierten Schauspielern und so glänzt der Film mit Starnamen wie Naomi Watts, Freida Pinto, Anthony Hopkins oder Josh Brolin. Doch es ist vor allem die eher unbekannte britische Schauspielerin Lucy Punch, die als ordinäres Callgirl für heitere Momente im Film sorgt. Das Aufeinandertreffen von selbstgefälliger Mittelschicht und unbekümmerter Vulgarität wird hier genüßlich ausgespielt. Gemma Jones gewinnt als verschrobenene verlassene Ehefrau auf esoterischen Abwegen mit ihrer typisch britischen Art die Sympathien der Zuschauer. Sehr überzeugend ist auch die Darbietung von Naomi Watts: Die Routine des Ehe- und Berufsalltags steht ihrer Figur praktisch ins Gesicht geschrieben. Einzig Freida Pinto wirkt in ihrer Rolle lediglich wie ein nettes Accessoire. Ein sehr hübsch anzusehendes Accessoire allerdings. Der große Meister Woody Allen selbst blieb jedoch wieder seinen Gastauftritt schuldig.

Fazit
Wer Woody Allen mag, der wird auch "Ich sehe den Mann deiner Träume" mögen. Der Film sprüht nur so vor ironisch-zynischen Momenten, die für den Regisseur so typisch sind. Die Themen sind groß und sie sind bekannt: Beziehungskrisen, Spiritualität, Freundschaft und Verrat. Dies alles verpackt Allen wie gewohnt komödiantisch vor einer anonymen Großstadtkulisse. Damit hat der Regisseur mal wieder bewiesen, dass er seinem Stil konsequent treu bleibt. Seine Fans können es ihm danken, seine Kritiker können sich wieder über die fehlende Abwechslung beschweren. Auf Woody Allen ist eben Verlass.

Sarah Stendel

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