Kostja Ullman, Anna Fischer
© Disney Kostja Ullman, Anna Fischer

Kinotipp "Groupies bleiben nicht zum Frühstück"

Charmant bei "Notting Hill" geklaut: In der deutschen Teeniekomödie "Groupies bleiben nicht zum Frühstück" verliebt sich die ahnungslose Lila (Anna Fischer) in Popstar Chriz (Kostja Ullmann)

Story

Als die 17-jährige Lila (Anna Fischer) von einem Jahr Schüleraustausch in den USA in ihre Heimatstadt Berlin zurückkehrt, hat sich dort einiges verändert: Ihre Mutter ist mit einem viel jüngeren Taxifahrer zusammen und ihre kleine Schwester himmelt Chriz (Kostja Ullmann), den Leadsänger der Band "Berlin Mitte" an. Durch Zufall lernt Lila ausgerechnet diesen Chriz kennen - ohne zu wissen, wer da eigentlich vor ihr steht.

Die beiden verbringen einen tollen Tag zusammen und verlieben sich Hals über Kopf ineinander. Doch als Lila herausfindet, dass Chriz ein umschwärmter Rockstar ist, fangen für sie die Probleme an: Chriz' Management verbietet ihm, eine Freundin zu haben, eifersüchtige Fans und die neugierige Klatschpresse stehen den beiden im Weg und Lila kommt auch nicht mit Chriz' Bühnencharakter klar.

Chriz (Kostja Ullmann) kann sich als Sänger von "Berlin Mitte" kaum vor kreischenden Fans retten.
© DisneyChriz (Kostja Ullmann) kann sich als Sänger von "Berlin Mitte" kaum vor kreischenden Fans retten.

Star-Feature

Der 26-jährige Kostja Ullmann ist mit seiner jungenhaften Ausstrahlung eigentlich für eine Teeniekomödie prädestiniert, nur noch nie für eine gebucht worden. Für die Rolle des Rockstars "Chriz" hat er sich ordentlich ins Zeug gelegt: Gesangsunterricht, Gitarrenunterricht und Skateboard-Stunden musste er absolvieren. Das musikalische Ergebnis passt gut zum Film und ist irgendwo zwischen Schwedenrock und "Tokio Hotel" angesiedelt.

Die Bühnenauftritte erinnern gelegentlich jedoch eher an die "Mini-Playbackshow" anstatt an ein echtes Rockkonzert. Das macht Ullmann aber mit seinem Charme wieder wett: Teenieherzen werden garantiert höher schlagen.

Anna Fischer, 23 Jahre alt und auch im wahren Leben als typische Berliner Göre bekannt, füllt ihre Rolle glaubwürdig aus. Mit ihr hat der Film eine Protagonistin, die die Sympathien der Zuschauer stets auf ihrer Seite hat.

Wer außerdem auffällt: Amber Bongard als Lilas freche kleine Schwester zeigt viel Natürlichkeit und komisches Talent. Auch Roman Knizka, der den Bandmanager verkörpert, merkt man die Spielfreude an. Abgedroschene Sätze wie der titelgebende "Groupies bleiben nicht zum Frühstück" kommen so gelegentlich leicht ironisiert rüber.

Anna Fischer und Kostja Ulmann in der Teeniekomödie "Groupies bleiben nicht zum Frühstück".
© DisneyAnna Fischer und Kostja Ulmann in der Teeniekomödie "Groupies bleiben nicht zum Frühstück".

Fazit

Die Story, Figuren und ganze Sequenzen des Films dürften vielen Zuschauern bekannt vorkommen: Ähnlich verliebten sich bereits Hugh Grant und Julia Roberts in "Notting Hill". Hier wird also nach der klassischen Rezeptur der romantischen Komödie gekocht: Paar lernt sich zufällig kennen, Paar verbringt einen schönen Tag zusammen, Hindernisse tauchen auf, Versöhnung naht. Dass die Teeniekomödie trotzdem funktioniert, liegt vor allem am ansteckenden Funken zwischen den Hauptdarstellern Kostja Ullmann und Anna Fischer.

Der charmanten Inszenierung von Regisseur Marc Rothemund ("Sophie Scholl") ist es außerdem zu verdanken, dass viele klischeebelastete Situationen den Zuschauer trotzdem zum Lachen bringen können. Rothemund hat bereits vor Jahren mit "Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit" bewiesen, dass er ein Händchen für Komödien hat.

Ein weiteres Plus: Ähnlich wie in "Notting Hill" die Stadt London wird bei "Groupies bleiben nicht zum Frühstück" ein Stück Berliner Sommer mit inszeniert. Wenn die beiden Liebenden bei strahlendem Sonnenschein mit Skateboard und Fahrrad durch die Straßen düsen oder mit einem Boot die Spree entlang schippern, macht das Lust auf die Hauptstadt.

Neu ist hier nichts, aber "Groupies bleiben nicht zum Frühstück" macht trotzdem Spaß. Perfekter Film, um mit der kleinen Schwester, Nichte oder dem Patenkind mal wieder ins Kino zu gehen und viel zu lachen.

Sarah Stendel

Trailer zum Film:

Video