Football under cover2
© PR / Filmpresse Meuser Football under cover2

Kinotipp "Football under cover"

"Football under cover" ist ein Dokumentarfilm über das schwierige Unterfangen, ein Freundschaftsspiel für die iranische Fußballnationalmannschaft der Frauen zu organisieren

"Kick it like Beckham" kennen Sie schon? "Football under cover" hat zwar oberflächlich gesehen das gleiche Thema, nämlich die weibliche Liebe zum männlichen Bolzspiel, aber da hören die Gemeinsamkeiten auch schon auf. Vielmehr geht es hier um die Dokumentation des schwierigen Vorhabens, der weiblichen iranischen Fußballnationalmannschaft ihr erstes Spiel zu ermöglichen - und gleichzeitig einen Vorstoß in Richtung Gleichberechtigung zu vollziehen.

Der Film von Ayat Najafi sowie Marlene und David Assmann begleitet Marlene, eine fußballverrückte junge Frau aus Berlin-Kreuzberg. Von einem iranischen Freund erfährt sie von der dortigen Fußballnationalmannschaft der Damen, die bisher noch nicht ein einziges Spiel bestritten hat. Dieses Vergnügen ist in dem islamischen Staat ausschließlich Männern vorbehalten. Auch als Zuschauer werden Frauen im Stadion nicht geduldet, dort gehe es zu rau zu, lautet die Begründung.

In Iran spielen Niloofar und ihre Teamkolleginnen deshalb in einer verhüllten Trainingshalle ohne Gegner, in langärmelige Trainingsklamotten, das Kopftuch immer dabei. Niloofar liebt den Fußball über alles und geht einige Risiken ein, um auch mal ohne Kopftuch zu trainieren. Manchmal verkleidet sie sich als Junge, um im Park ein bisschen zu kicken.

Spielerin Narmila ist erblich vorbelastet. Ihre Mutter war in der Zeit vor der Revolution ebenfalls Fußballnationalspielerin. Nach der Hochzeit verbot der Ehemann das Spiel. Der ist mittlerweile verstorben und jetzt kicken Mutter und Tochter (sorgsam verhüllt) manchmal auf der Straße vor dem Haus. Als das iranische Team von den Versuchen der Deutschen hören, ist es zunächst ungläubig, denkt aber trotzdem über seine Siegchancen nach - Sportler eben.

Doch bevor es 2006 zu dem geschichtsträchtigen Spiel kommen konnte, das es ohne den Film gar nicht gegeben hätte, müssen noch viele Widerstände überwunden werden. Einige Hindernisse werden auch durch den Film nicht geklärt und warum Niloofar am Ende nur im Publikum sitzt, anstatt mit ihren Freundinnen zu kicken, weiß niemand. Dennoch möchte "Football under cover" eines deutlich machen: In Iran gibt es genauso viele fußballbegeisterte Frauen wie in Deutschland. Allerdings hat das Spiel dort einen anderen Stellenwert, denn es steht für den Kampf der Frauen für Gleichberechtigung und Freiheit. Und der ja hat durchaus Unterstützung verdient.

Die Geschwister David und Marlene Assmann, die gemeinsam mit ihrem Freund Ayat Najafi (Mitte) den Film realisierten
© PR / Filmpresse MeuserDie Geschwister David und Marlene Assmann, die gemeinsam mit ihrem Freund Ayat Najafi (Mitte) den Film realisierten