Eine Weihnachtsgeschichte
© Disney Eine Weihnachtsgeschichte

Kinotipp Disneys "Eine Weihnachtsgeschichte"

Disney macht aus dem Charles-Dickens-Klassiker "Eine Weihnachtsgeschichte" ein mitreißendes 3D-Abenteuer mit Jim Carrey, Colin Firth und Robin Wright Penn

Seit über 150 Jahren und mehr als 30 Filmversionen gehört Charles Dickens' "Eine Weihnachtsgeschichte" zum Fest wie der Tannenbaum. Jetzt hat sich Kitschgigant Disney an den Stoff herangewagt und aus dem Klassiker einen mitreissenden Animationsfilm mit Comedian Jim Carrey in der Hauptrolle gemacht.

Story

Die Geschichte ist alt, aber in Zeiten der Wirtschaftskrise brandaktuell: Ebenezer Scrooge (Jim Carrey) ist ein missmutiger Geizhals wie er im Buche steht: Von Weihnachten hält der Miesling überhaupt nichts, für ihn ist das nur ein ärgerlicher Tag, an dem er seinem Sekretär Bob Cratchit (Gary Oldman) freigeben muss - der ganze Weihnachtszauber ist seiner Meinung nach Humbug. Das ändert sich, als ihm eines Nachts der Geist seines verstorbenen Geschäftspartners erscheint. Der hetzt ihm die drei Geister der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Weihnacht auf den Hals, um aus ihm einen guten Menschen zu machen.


Der Geist der gegenwärtigen Weihnacht zeigt dem alten Ebenezer, wo es lang geht.
© DisneyDer Geist der gegenwärtigen Weihnacht zeigt dem alten Ebenezer, wo es lang geht.

Star-Feature

Jim Carrey ist nicht nur das Gummi-Gesicht Hollywoods, sondern auch ein wirklich guter Schauspieler, der für seine Leistungen in "Die Truman Show" und "Der Mondmann" bereits zwei Golden Globes kassieren konnte. Am liebsten mögen ihn seine Fans aber in Rollen wie dem "Grinch", in denen er grimassieren und hampeln kann wie ein Wahnsinniger.

Jim Carrey und seine Freundin Jenny McCarthy bei der US-Premiere von "Eine Weihnachtsgeschichte".
© DisneyJim Carrey und seine Freundin Jenny McCarthy bei der US-Premiere von "Eine Weihnachtsgeschichte".

Ebenezer Scrooge ist so eine Rolle: Der unsympathische Griesgram schleicht vom Geiz gebeugt durch die Straßen Londons und verzieht dauernd sein Gesicht, weil er Angst hat, jemand könnte an sein Geld wollen. Mittels einer neuen 3D-Capture-Technik wurde Jim Carrey in Bewegung gefilmt und dann am Computer in den alten Scrooge verwandelt. Trotzdem kommt der Schauspieler in jeder Sekunde unter der digitalen Fassade durch. Regisseur Robert Zemeckis ("Zurück in die Zukunft I-III", "Forrest Gump") hält Carrey sogar für "den besten lebenden Capture-Schauspieler der Welt". Das merkt dem Film wirklich an - der 47-Jährige schafft es, Ebenezer Scrooge Leben einzuhauchen, obwohl der eigentlich nur aus Pixeln besteht. Wahrscheinlich war Jim deshalb schon für die Rolle vorgesehen, als Robert Zemeckis noch am Drehbuch zu "Eine Weihnachtsgeschichte" schrieb.

Fazit

Die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens hat wahrscheinlich jeder schon in irgendeiner Version gesehen. Trotzdem lohnt es sich, für die Disney-Version nochmal ins Kino zu gehen: Entgegen der Erwartungen ist die Geschichte nicht verkitscht, sondern außergewöhnlich nah am Original. Nicht ohne Grund ist der Film erst ab zwölf Jahren freigegeben, eine verwesende Leiche mit ausgehängtem Kiefer ist wirklich nichts für Kinder - der Film ist auch für Erwachsene überraschend gruselig geraten.

Disneys "Eine Weihnachtgeschichte": Ab dem 5. November im Kino.
© DisneyDisneys "Eine Weihnachtgeschichte": Ab dem 5. November im Kino.

Obwohl "Eine Weihnachtsgeschichte" ein animierter Film ist, schaffen die Schauspieler es trotzdem, den Computerfiguren Leben einzuhauchen; vor allem Colin Firth als Scrooges netter Neffe kommt gut rüber. Auch die Filmveteranen Bob Hoskins und Gary Oldman machen ihre Sache super. Robin Wright Penn kann hingegen nicht wirklich überzeugen, was vielleicht auch an ihrer blassen Rolle liegt.

Der Film an sich ist ein Spaß für die Augen: Die Figuren sind sehr realistisch animiert - beim alten Scrooge erkennt man zum Beispiel jedes Haar auf der Nase. Deshalb sollte man diesen Film auch unbedingt in einem 3D-Kino sehen, nur so kommen die achterbahnartigen Kameraflüge durch das historische London richtig rüber. Wer also zu Weihnachten einen topaktuellen Klassiker ohne viel Kitsch dafür aber mit etwas Grusel sehen möchte, ist mit Disneys "Eine Weihnachtsgeschichte" auf jeden Fall im richtigen Film.

Sehen Sie hier den Trailer zu "Eine Weihnachtsgeschichte":

Video