Jodie Foster
© Universal Pictures Jodie Foster

Kinotipp "Die Insel der Abenteuer"

Jodie Foster und Gerard Butler betreten neues Terrain und versuchen sich in einem Kinderfilm. Gemeinsam mit Abigail Breslin erobern sie in ihrem neuen Film "Die Insel der Abenteuer"

Story

Für das junge Mädchen Nim (Abigail Breslin) ist das Leben ein einziges Abenteuer - besonders, weil sie alleine mit ihrem Vater Jack (Gerard Butler) auf einer einsamen Insel mitten im indischen Ozean wohnt. Während dieser als Wissenschaftler die Geheimnisse des Meeres erforscht, liest Nim leidenschaftlich gerne Bücher ihres größten Helden Alex Rover. Als Jack eines Tages von einer Expeditionsreise nicht zurückkehrt und das Insel-Idyll von Fremden bedroht wird, bittet Nim ihr literarisches Idol per E-Mail um Hilfe.



Doch Alex Rover ist in Wirklichkeit Alexandra Rover (Jodie Foster) und die ist alles andere als eine mutige Abenteuerheldin: Geplagt von etlichen Phobien ist sie noch nicht einmal in der Lage, ihr eigenes Haus zu verlassen. Doch glücklicherweise erscheint ihr eigener Romanheld Alex Rover (auch Gerard Butler) in ihrer Fantasie und bewegt sie dazu, Nim zu helfen und somit ihr größtes Abenteuer zu erleben.

Stars

Die Erwartungen an den Film und die Schauspieler können ebenso unterschiedlich sein wie die Reaktionen darauf - wer den klassischen Kinderfilm will, wird bedient; wer packendes Starkino will, der nicht. Jodie Foster, die man als grandiose Charakterdarstellerin aus Filmen wie "Das Schweigen der Lämmer" oder "Panic Room" kennt, ist in diesem Film so albern, dass man versteht, warum sie in Interviews kundtat, nun erstmal eine Weile keine Komödie mehr spielen zu wollen. Hysterische Schreianfälle und merkwürdige Tanzeinlagen statt ernster Blicke und Psychospielchen - Jodie zeigt sich von einer ganz anderen Seite. Wer die nicht sehen will, ist in diesem Film falsch.

Das Filmplakat der "Insel der Abenteuer"
© Universal PicturesDas Filmplakat der "Insel der Abenteuer"

Auch Gerard Butler, der in "300" als kraftstrotzender König Leonidas die Frauenherzen höher schlagen ließ, kämpft in diesem Streifen gleich mit zwei Rollen. Eigentlich ist sein "Jack" ein wirklich cooler Typ, doch die Drehbuchschreiber haben seine Funktion als Vorzeige-Vater ein wenig zu ernst genommen. Dadurch verkommt er zum Apostel der lehrreichen Phrasen. Butlers Zweitrolle, Romanfigur Alex Rover, ist genauso ein elendiger Besserwisser, der ständig Ratschläge geben muss. Die Lässigkeit eines wahren Abenteuerhelden kann man bei ihm nicht einmal erahnen - schade eigentlich, genau die hatte sich der Starnamen-verführte erwachsene Zuschauer von sexy Gerard erhofft. Zudem bleibt die Frage, warum Butler in diesem Film beide Rollen besetzt. Verwirrend ist es in jedem Fall.

Abigail Breslin festigt ihr Image als "Little Miss Sunshine" und spielt ihre Rolle wirklich authentisch und überzeugend. Mit ihren gerade mal zwölf Jahren ist sie der Star dieses Films und hinterlässt ein besseres Bild als Jodie Foster oder Gerard Butler.

Fazit

Die Handlung des Films und der einzelnen Charaktere ist leider genauso durchsichtig wie das Meer, das die Insel umgibt. Kinder werden "Die Insel der Abenteuer" sicherlich lieben, denn bunt und fantasievoll ist der Film. Nicht umsonst hat der Streifen von der Filmbewertungsstelle das Prädikat "besonders wertvoll" erhalten. Alle diejenigen, die sich nur auf die interessante Paarung aus Jodie Foster und Gerard Butler freuen, sollten besser zu Hause bleiben und auf die beiden Stars in anderen Rollen warten.

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