Brad Pitt als Jesse James
© Warner Brad Pitt als Jesse James

Kinotipp Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford

Melancholische Ballade über den Westernhelden Jesse James, den Hollywood-Star Brad Pitt einmal ganz anders zum Leben erweckt

Story

Kaum ein Schurke erreichte jemals einen ähnlichen Star-Status wie der höchst populäre Revolverheld Jesse James. Die abenteuerlichen Geschichten um den Bankräuber und seine Bande kannte man sogar im fernen Europa. Nun wird der Held in einem Neo-Western mal ganz anders gezeigt: als in die Jahre gekommener, angeschlagener Zyniker, der unter schweren Depressionen leidet. Ein Leben auf der Flucht fordert irgendwann seinen Tribut. Und so fühlt sich Jesse James (Brad Pitt) im Jahr 1881 mit gerade mal 34 Jahren reif für die Rente. Noch ein spektakulärer Coup – dann soll Schluss sein mit den ewigen Raubzügen, dann will sich Jesse mit Frau (Mary-Louise Parker) und Kindern zur Ruhe setzen.

Gemeinsam mit den Ford-Brüdern Robert (Casey Affleck) und Charley (Sam Rockwell) plant der arbeitsmüde Outlaw also sein letztes Ding. Robert verehrt den Boss abgöttisch. Doch der demütigt den 19-jährigen Nachwuchsgangster bei jeder Gelegenheit. Tief gekränkt lässt sich Robert von Jesses Ver-folgern als Verräter anheuern.

Stars

Nicht sexy, aber beeindruckend: Für diese Rolle ehrte man Brad Pitt in Venedig überraschend mit dem Darstellerpreis. Den hätte man guten Gewissens auch Casey Affleck (der kleine Bruder von Ben Affleck) verleihen können.

Fazit

Wer rauchende Colts erwartet, könnte von dieser leicht bekifften Westernmeditation enttäuscht sein. Aber wer die erste Stunde übersteht, wird mit einer spannenden zweiten Hälfte belohnt.