"All Inclusive": Malin Ackermann, Vince Vaughn
© Universal Pictures "All Inclusive": Malin Ackermann, Vince Vaughn

Kinotipp "All Inclusive"

Bei der neuen Romantik-Komödie "All Inclusive" ist Vince Vaughn Autor, Produzent und Hauptdarsteller. Ob der Streifen auch dreifach gut ist, lesen Sie hier

Story

In "All Inclusive" geht es um vier befreundete Pärchen, die auf der Südseeinsel Bora-Bora neuen Schwung für ihre zum Teil schon sehr eingerosteten Beziehungen suchen: Dave (Vince Vaughn) und Ronnie (Malin Ackerman) sind Vorzeige-Normalos, die versuchen, ihre Ehe zwischen zwei Kindern und Job so schön wie möglich zu gestalten. Bei Joey (Jon Favreau) und Lucy (Kristin Davis) läuft schon seit Jahren nichts mehr, deswegen suchen beide sich ihren Spaß außerhalb der Ehe. Dickerchen Shane (Faizon Love) ist gerade von seiner Ehefrau getrennt und hat sich als Ersatz die 20-jährige Göre Trudy (Kali Hawk) gesucht, die ihn liebevoll "Daddy" nennt. Bei Vorzeige-Paar Jason (Jason Bateman) und Cynthia (Kristen Bell) ist die Ehe komplett im Eimer - nach eingehender Analyse verschiedenster PowerPoint-Präsentationen wollen die beiden sich trennen.

Im Resort von Liebesguru Monsieur Marcel (Jean Reno) erwartet die Freunde statt Jetski und Cocktails am Strand Gesprächstherapien und Übungen wie Nackt-Yoga. Und spätestens durch die ständigen Verlockungen von Bikini-Mädels oder halbnackten Yogalehrern steht dann auch die stärkste Beziehung auf dem Prüfstand.

Alle acht zusammen (von unten im Uhrzeigersinn): Dave, Jason, Cynthia, Joey, Lucy, Shane, Trudy und Ronnie.
© Universal PicturesAlle acht zusammen (von unten im Uhrzeigersinn): Dave, Jason, Cynthia, Joey, Lucy, Shane, Trudy und Ronnie.

Star-Feature

Kristin Davis' größte Rolle ist gleichzeitig auch ihr Fluch: Die 44-Jährige ist in "Sex and the City" als Charlotte York so überzeugend, dass sie für viele Menschen diese Rolle nicht spielt, sondern ist.

In "All Inclusive" darf sie endlich mal etwas anderes spielen - zwar auch eine Ehefrau, aber eine sexhungrige, die auch mal fremdgeht. Kristin Davis hat die Rolle richtig Spaß gemacht: "Das war so lustig! Als ich zum ersten Mal das Skript gelesen habe, dachte ich 'Wollen die jetzt wirklich mich für die Rolle?' Ich bin dann nochmal den ganzen Text durchgegangen, weil ich ja nun wirklich nicht die naheliegendste Wahl war. Aber genau deswegen war es dann auch so aufregend, die Lucy zu spielen". Und die Macher des Films haben gut gewählt, denn Kristin Davis ist auf der Leinwand in "All Inclusive" mindestens genauso sympathisch wie in "Sex and the City".

Lucy (Kristin Davis) flirtet an der Bar mit dem knackigen Yogalehrer Salvadore (Carlos Ponce)
© Universal PicturesLucy (Kristin Davis) flirtet an der Bar mit dem knackigen Yogalehrer Salvadore (Carlos Ponce)

Fazit

Bei "All Inclusive" soll alles inklusive sein, was einen Film ausmacht: romantische Szenen mit Pärchen, die ihre Liebe neu entdecken, Spannung mit exotischen Tieren, Postkarten-Kulissen am Südsee-Strand gepaart mit Pubertätshumor für die mitgeschleiften Männer im Kino. Klingt überladen? Ist es auch.

Leider sind die romantischen Szenen, vor allem zum Ende hin, kitschig und die lustigen Szenen zu 90 Prozent stumpf. Die witzigsten Szenen des Films finden in der ersten halben Stunde statt - Vince Vaughn darf wieder den liebenswerten Schluffi spielen, Kristin Davis gibt überzeugt die frustierte Ehefrau und Jean Reno ist ein sehr unterhaltsames Klischee als französischer Sex-Guru.

Danach plätschert der Film die restlichen 80 Minuten vor sich hin, zeitweise unterbrochen durch einen Lacher oder einen Fremdschämschauer für einen allzu platten Gag oder extrem mies computeranimierte Haie. Der Film will zwar "All Inclusive" sein, ist aber eher zwei Sterne ohne Frühstück.

Philipp Fleiter

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