Katherine Heigl, James Marsden in "27 Dresses"
© Fox Katherine Heigl, James Marsden in "27 Dresses"

Kinotipp "27 Dresses" - Kleider machen Bräute

Die Romantikkomödie "27 Dresses" ist Hollywood-Hottie Katherine Heigl wie auf den Leib geschneidert: Die sympathische Schauspielerin kann ihre lustigen Seiten ausleben - und ist selbst gerade frisch verheiratet

Was ist eine amerikanische Traumhochzeit ohne Brautjungfern? Fast nicht vorstellbar. An sich kann sich Single Jane (Katherine Heigl) also gar nicht beschweren - denn als Brautjungfer und Hobby-Hochzeitsplanerin ist sie unverzichtbar. Und im Gegensatz zu den Bräuten schafft sie es sogar, auf gleich zwei Hochzeiten am Abend zu tanzen. Ein Fakt, den der zynische Hochzeitsreporter Kevin (James Marsden) voller Faszination mitbekommt, als er Janes Filofax findet, das sie während einer hektischen Umkleideaktion zwischen zwei Walzern im Taxi vergessen hat.

Wenn Jane hingegen nicht auf Hochzeiten tanzt, dann sitzt sie im Vorzimmer eines Chefs, den sie anhimmelt und umsorgt, wofür er sie im Gegenzug weiterhin für seine Sekretärin hält. Dabei ist sich die verliebte Jane insgeheim sicher, dass Boss George (Edward Burns) eines Tages schon erkennen wird, an wessen Seite er gehört.

Sie hat Recht, der Tag kommt. Und zwar genau dann, als Janes süße, blonde, jüngere Schwester Tess (Malin Ackermann) sie zu einer Party begleitet und George sich Hals über Kopf in das lebenslustige Model verliebt. Bald ist Jane also damit beschäftigt, die Hochzeit ihrer Schwester mit der Liebe ihres Lebens zu planen. Eine Society-Hochzeit, über die auch Reporter Kevin berichten will - und während der Recherche so wieder auf das Objekt seiner Begierde trifft: Jane, die große Romantikerin, die begeisterte Sammlerin seiner emotionalen Paarporträts. Die Frau, bei der er gleich 27 Brautjungfernkleider im Wandschrank entdeckt. Wenn das nicht nach ein wenig professionell verfasster Häme schreit, die ihn aus den Niederungen des Hochzeitsreports befreien und zu einem Titelgeschichten-Schreiber aufsteigen lassen könnte. Doch auch eine enthusiastische Jungfer wird sich nicht ewig demütigen lassen - Jane hat noch ein paar Rechnungen offen.

"27 Dresses" folgt beharrlich Hollywoods Vorgaben zum Thema "romantische Komödie". Viel Herz, Phasen von Schmerz, liebenswerte Charaktere und ein großes Ziel, das das Publikum emotional einbindet: die Traumhochzeit, die sich hier immerhin in erfreulicher, kultureller Vielfalt präsentiert. Die Regisseurin Anne Fletcher bringt aus ihren vorherigen Arbeiten als Choreografin für Filme wie "Die Eisprinzessin" und "Catwoman" nicht nur Erfahrung, sondern auch noch einen beschwingten Hochzeitswalzerschritt mit in ihren Film, der nie langweilig wird, aber auch nie vor Überraschung aus dem Kinosessel reißt. Die Drehbuchautorin Aline Brosh McKenna hat hier - wie auch schon in "Der Teufel trägt Prada" - einen waschechten "Chick Flick", einen Mädchenfilm, entwickelt, der Mode als Accessoire nicht unterschätzt. Die 27 Brautjungfernkleider, die Jane nach und nach aus ihrem Schrank zerrt, sind viele Oohs und Aahs und Iihs wert. Sollte man den Film deshalb angucken?

Naja, drei Argumente gibt es da noch: Valentinstag! Frisch verheiratete Katherine Heigl (am Tag vor Weihnachten gab sie ihrem Josh das Ja-Wort)! Hippste Braut von Hollywood! Zu "27 Dresses" möchte man zu allererst den Marketingexperten gratulieren - und in zweiter Linie den Schauspielern. Katherine Heigl und James Marsden geben ein hübsch gegensätzliches Paar ab - sie kabbeln sich so charmant, dass man ihnen das Klischee der Will-heiraten-Frau und des Einsamer-Wolf-Mannes nicht übel nehmen mag. Egal also, ob man den eigenen Einsamer-Wolf-Freund oder auch die Singlefreundinnen an oder um den Valentinstag herum ins Kino mitnehmen möchte: Ein bisschen was Süßes darf auch mal sein.

27 Jungfernkleider hängen da in Janes Schrank
© Fox27 Jungfernkleider hängen da in Janes Schrank