Kinotipp

"Spring Breakers"

Bunter Party-Streifen oder doch eher ein Drama voller Kriminalität, Drogen und nackten Körpern? "Spring Breakers" mit James Franco, Selena Gomez und Vanessa Hudgens in den Hauptrollen ist ein Film voller Gegensätze

James Franco, Selena Gomez, Vanessa Hudgens, Ashley Benson und Rachel Korine in "Spring Breakers"

James Franco, Selena Gomez, Vanessa Hudgens, Ashley Benson und Rachel Korine in "Spring Breakers"

Das Leben von "Brit" (), "Candy" (), "Cotty" () und "Faith" () spielt sich zwischen Schulbank und Gebetsstunde ab - viel zu langweilig, finden die vier Freundinnen. Ein Abenteuer muss her, und das ist schnell gefunden: Die alljährliche Spring Break - ein Fest während der Semesterferien, das Schüler und Studenten mit viel Bier und manchmal auch harten zelebrieren - ist gerade in vollem Gange. Von der Idee begeistert, stehen die Mädchen allerdings vor einem großen Problem: Keiner der Vier hat genug Geld, um die Reise zu finanzieren. Im Drogenrausch beschließen Brit, Candy und Cotty daher, einen Laden zu überfallen. Skrupellos geht es mit den ergaunerten Scheinen in der Tasche Richtung Florida und eine scheinbar endlose Strand-Party voller Exzesse beginnt. Doch schon nach wenigen Tagen werden die Teenager mit der Realität konfrontiert. Auf einer Drogenparty werden sie von der Polizei festgenommen und landen im Knast. Rettung naht in Gestalt des mysteriösen Gangsters "Alien" (), der die Kaution der Mädchen bezahlt - und sie fortan in seine kriminellen Machenschaften zieht...

"Das erste Bild, das ich im Kopf hatte, waren Mädchen in Bikinis mit großen Knarren. Dann stellte ich mir die Frage, wo ich solche Mädchen jemals sehen würde. Die einzige Situation, in der ich mir das vorstellen konnte, war der alljährliche Spring Break", sagt Regisseur über die Idee zu seinem ersten kommerziellen Werk. Damit beschreibt er in wenigen Sätzen, was "Spring Breakers" ist: Ein bunter Party-Film, gepaart mit Provokation und Kriminalität.

Immer wieder spielt Korine in "Spring Breakers" mit der Optik: Wie aus einem Musikvideo entsprungen heizen "Brit", "Candy", "Cotty" und "Faith" auf ihren Rollern über die sonnigen Straßen Floridas, dazu immer wieder Archivamterial, das ungeschönt echte Spring-Break-Momente zeigt.

Setbilder

Stars bei den Dreharbeiten 2013

18. Dezember 2013: Daniel Brühl und Cara Delevingne sind gerade für Dreharbeiten zum Film über Amanda Knox "The Face of An Angel" in Florenz.
18. Dezember 2013: James Franco schwebt am Set für den Ford-Werbespot mit Rose in der Hand durch die Lüfte. Der Spot soll voraussichtlich beim Super Bowl gezeigt werden.
16. Dezember 2013: Jennifer Hudson dreht in Los Angeles ihr neues Musikvideo und schlüpft nach den Aufnahmen flink in einen Bademantel.
13. Dezember 2013: Brad Pitt und Shia LaBeouf machen ein Gruppenfoto bei den Dreharbeiten zum Film "Fury".

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Alien (James Franco) zieht die Mädchen in seine kriminellen Maschenschaften rein.

Alien (James Franco) zieht die Mädchen in seine kriminellen Machenschaften.

So gegensätzlich das sein mag, so unterschiedlich sind auch die Darsteller des Films: Neben Teenie-Stars wie Vanessa Hudgens oder Selena Gomez (die auch hier ihrem braven Disney-Image nicht entwächst und als einzige der vier Mädchen Skrupel und Tränen zeigt), macht James Franco als Gangster-Rapper Alien seinem Namen alle Ehre. Zähnefletschend und immer mit der Knarre im Anschlag versucht er, die jungen Mädchen mit Geld und Sex zu beeindrucken. Franco ist dabei brillant: Eben noch als Hollywoods kluger Kopf gefeiert, verkörpert er hier die White-Trash-Kultur Amerikas in all ihren Facetten. "Alien" ist großkotzig und unsicher zugleich, auf der Suche nach Liebe, aber auch voller Hass.

Kinotipp: Die Teenager geraten immer weiter auf die schiefe Bahn.

Die Teenager geraten immer weiter auf die schiefe Bahn.

Vor allem Benson, Hudgens und Korine (übrigens die Ehefrau des Regisseurs) agieren neben ihm als gewissenlose Marionetten, die auf der Suche nach dem großen Abenteuer alle Grenzen überschreiten. Angekommen am "spirituellsten Ort der Welt", spielen sie die zügellosen Mädchen überzeugend. Der Übergang vom rebellischen Teenager zur Kleinkriminellen ist fließend und vor allem Korine mit ihren ausgeblichenen Haaren und dem stets verwischten Augen-Make-up passt auch optisch perfekt in die Szenerie.

Flacher Party-Streifen oder entlarvendes Drama? "Spring Breakers" ist beides zugleich - und vielleicht macht ihn gerade das zu einem Kino-Erlebnis, das im Gedächtnis bleibt.

Filmtrailer "Spring Breakers"

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