Katharina Witt
© Getty Images Katharina Witt

Katarina Witt "Auf der Bühne fühle ich mich wohl"

Ist das der Beginn einer neuen Karriere? Katarina Witt spielt vor der imposanten Kulisse des Berliner Doms im "Jedermann" die Buhlschaft

Die Schlittschuhe hat Katarina Witt, 43, bereits im vergangenen Jahr

an den Nagel gehängt. Beste Haltungsnoten verdient die ehemalige Eisprinzessin aber immer noch. Mal graziös, mal sinnlich, mal schwungvoll präsentierte sich die zweifache Olympiasiegerin beim Fotoshooting im Berliner Dom. Anlass: ihre bevorstehende Premiere als Theaterschauspielerin. In Hugo von Hofmannsthals "Jedermann" wird sie die Buhlschaft spielen.

Vom 15. bis zum 25. Oktober läuft im Berliner Dom der "Jedermann".
© www.jedermann-festspiele.deVom 15. bis zum 25. Oktober läuft im Berliner Dom der "Jedermann".

Sie gelten als Perfektionistin. Haben Sie sich auf dieses Gespräch vorbereitet?
Nö. (lacht) Gut, eine Viertelstunde vorher bin ich in mich gegangen, um mich zu konzentrieren. Ansonsten bin ich lieber spontan. Als Antwortende kann ich ohnehin nur so gut sein wie der Fragende.

Gut oder schlecht - geht es bei Ihnen immer um Leistung?
Natürlich, das steckt in mir - als langjährige Leistungssportlerin.

Sie proben zurzeit die Rolle der Buhlschaft im "Jedermann". Schon aufgeregt?
Und wie! Auch wenn im Dom mit tausend Zuschauern nicht ganz so viele live dabei sein werden wie früher bei den Eisshows. Ich habe eher Angst, ein Stück Text zu vergessen oder ihn vor Aufregung zu schnell herunterzurasseln.

Wie laufen die Proben?
Es macht Spaß, ist aber etwas völlig Neues, so dass ich viel lernen muss. Am Anfang fuchtelte ich zu sehr mit meinen Armen herum. Das war vom Eislaufen noch so drin. Arme hoch, zur Seite, Hauptsache Bewegung. Das haben sie mir inzwischen abgewöhnt. Werden wir die erste sächselnde Buhlschaft erleben?
Brigitte Grothum, die Produzentin und Regisseurin, gab mir Sprecherziehung. Falls aber doch mal ein Wort etwas gesächselt herausrutschen würde, wäre das doch auch nicht dramatisch, oder?

Für Theaterschauspieler, die sich gern in den Vordergrund spielen, gibt es den Begriff "Rampensau". Trifft der auf Sie zu?
Die Buhlschaft ist eine kleinere Rolle, aber ich fühle mich wohl auf der Bühne, stehe gern vor Publikum. Das habe ich von meiner Eiszeit mitgebracht. Da war ich locker und konnte aus mir herausgehen, den Auftritt genießen. Das hilft jetzt.

Wurden Sie von den echten Schauspielern sofort akzeptiert?
Ich glaube, sie merken, dass ich die Rolle nicht auf die leichte Schulter nehme, mich vorbereite und mir Mühe gebe.

Sie sagen, Sie hätten heute viel mehr Spaß bei dem, was Sie tun. Seit wann spüren Sie diese neue Leichtigkeit?
Schon die letzten vier, fünf Jahre. Mir ist nach wie vor wichtig, was ich mache, gut abzuliefern. Ich strenge mich immer an. Doch inzwischen habe ich begriffen, dass ich es nie allen recht machen kann. Ich gebe immer mein Bestes, allerdings ohne den Anspruch, auch die Beste sein zu müssen. Das befreit.

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