J.D. Salinger Er hinterlässt einen Kultroman

Im Alter von 91 Jahren ist am Mittwoch (27. Januar) J.D. Salinger in seinem Haus gestorben. Der Autor, der mit "Der Fänger im Roggen" literarischen Weltruhm erlangt hatte, lebte seit Jahrzehnten völlig zurückgezogen

Bereits kurz nach Erscheinen seines Kultromans "Der Fänger im Roggen" (Original: "The Catcher in the Rye") 1951 zog sich J.D. Salinger, der am 1. Januar 1919 in New York geboren wurde, in die Abgeschiedenheit seines Anwesens in Cornish (US-Bundesstaat New Hampshire) zurück und blieb dort bis zu seinem Tod am Mittwoch. Er verweigerte jeden öffentlichen Auftritt, hielt keine Lesungen, gab keine Auskünfte über sein dadurch zeitlebens geheimnisumwittertes Privatleben und verbat sich Fotos.

Salingers literarisches Werk besteht zwar aus zahlreichen Kurzgeschichten und Novellen, literarischen Weltruhm erlangte er aber mit seinem einzigen Roman "Der Fänger im Roggen". Die Geschichte handelt von dem 16-jährigen Holden Caulfield, der aus dem Internat fliegt und sich drei Tage vor Weihnachten in New York durchschlägt. Der Roman gilt als frühes Dokument der beginnenden Jugendrebellion und verkaufte sich in den ersten drei Jahren weltweit rund zehn Millionen Mal.

Seine letzte Kurzgeschichte veröffentlichte J.D. Salinger 1965. In einem Telefoninterview, das er Mitte der 70er Jahre der "New York Times" gewährte, bestätigte er, dass er noch schreibe, aber nur noch zum eigenen Vergnügen. 2009 trat Salinger noch einmal in die Öffentlichkeit: Er klagte gegen einen Autoren, der eine Fortsetzung seines Erfolgsromans verkaufen wollte. Seine Sprecherin erklärte laut "Zeit.de", dass der Autor in seinen letzten Lebensjahre bei guter Gesundheit gewesen sei. Um Neujahr habe sich sein Zustand verschlechtert, er sei aber friedlich und ohne Schmerzen gestorben. Aus Respekt vor dem lebenslangen Bemühen von J.D. Salinger um Abgeschiedenheit werde es keinen Gottesdienst zur Beisetzung geben.

kdi