Heidi Klum
© Getty Heidi Klum

GNTM Model im Selbstversuch

Das Finale naht. Die Mädels um Modelmami Heidi Klum kriegen keinen Bissen mehr runter, die Aufregung bringt sie um den Schönheitsschlaf. Derweilen legt Gala.de die Füße hoch und testet "Germany's Next Topmodel" für den PC.

Falls die Werbepause mal wieder etwas länger dauert:

"Germany's Next Topmodel" gibt es jetzt auch zum Nachspielen für den heimischen Computerbildschirm. Nur oberflächlich schön und oder steckt da ein richtig gutes Spiel dahinter? Aufgebaut und reingeschaut, es folgt der Test auf Topspiel-Tauglichkeit:

Potential: Endlich einmal Model spielen, und das ganz ohne Wasser-Salat-Diät und morgendliche Sit-Up-Orgien. Das Spiel zur Show lockt mit der großen weiten Modelwelt. Laufstege, Metropolentrips und überfüllte Kleiderschränke gehören genauso dazu wie die bekannten Gesichter der TV-Show. Doch der erste Dämpfer folgt sofort: Von der Spielepackung lächelt uns keine Heidi Klum entgegen. Auch von Gina-Lisa, Gisele und Rolfe keine Spur. Das Starpotential der Sendung kann das Spiel nicht gewinnbringend umsetzen. Stattdessen wirbt die aktuellste Spieleversion mit Vorstaffel-Finalistin Hana. Was ist eigentlich aus der geworden?

Ein kritischer Blick auf das rote Top - oder soll das Freude sein? Heidi Klum hätte mit diesen Models so ihre Probleme
© PREin kritischer Blick auf ein rotes Top - oder soll das Freude sein? Heidi Klum hätte mit diesen Models so ihre Probleme

Personality: Die Idee des Spiels ist einfach: Du bist Stella, du bist taufrisch-erwählte Studentin einer Modeakademie und von Spielbeginn musst du alles daran setzen Models unter deiner Obhut zu mehr Glamour und Schönheit zu verhelfen. Eine schwere Aufgabe, denn allein gegen Stellas Outfit und Betragen ist jede reale Topmodelkandidatin bereits zu Staffelbeginn ein schöner Schwan. Ihre Rastazöpfe sind stylisch betrachtet ähnlich verheerend wie ein gepflegter Damenbart, ihre Garderobe erinnert an den "C&A"-Grabbeltisch. Aber macht ja nichts - man will schließlich spielerisch den Fortschritt erleben.

Allerdings fragt man sich auch hier: Wo bleibt eigentlich Dita von Teese und warum muss ich mir stattdessen von einer Netzhemd-tragenden Mitstudentin namens Sandy die Modewelt erklären lassen?

PC-Spiel "Germany's Next Topmodel" von dtp in der Deluxe-Edition
© PR/dtpPC-Spiel "Germany's Next Topmodel" von dtp in der Deluxe-Edition

Karriere: Bis zum ersehnten Abschlussdiplom an der Modeakademie heißt es für Stella Workshops abzuarbeiten: Schminken, Einkleiden, Laufstegtraining und Shootings stehen auf dem Stundenplan. Klingt nach herausfordernder Abwechslung - spätestens nach Abebben der Anfangseuphorie gilt hier, was schon zu Schulzeiten nervte: Der Stundenplan bleibt gleich, lediglich die Reihenfolge der sechs Fächer ist variabel. Beim Schminken der versteinerten Modelminen zittert der Cursor wie nach 10-tägigem Kohlenhydratentzug.

Beim Make-up-Auflegen geht es lediglich darum, eine perfekte Kopie des Vorlagenbildes zu erstellen. Ähnlich reproduktionsbetont - das Ankleiden der Models: Statt eigener Kreativität in der Kombination von Kleidungsstück, Muster und Farbe zu entwickeln gewinnt hier, wer den Geschmack des Akademie-eigenen Fashion-Gurus MacAlister trifft. Der ist grau und nicht mal weise und würde es mit seinen altklugen Kommentaren im wahren Leben wohl nie in Laufstegnähe schaffen. Dennoch bewahrheitet sich eine Erkenntnis aus der Show:
"Es ist nur wichtig, was der Kunde will."

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