Kandidatinnen Sarina und Sara
© Getty Images Kandidatinnen Sarina und Sara

Germany's Next Topmodel - Heidi Klum Folge 3: Eisprinzessinnen und ein Kartoffelsack

30 Möchtegern-Models buhlten in der dritten Folge von "Germany's Next Topmodel" um die Gunst der Jury. Nicht nur Tessa Bergmeier sorgte dabei für peinliche Zwischenfälle

Nach den beiden Massencastings in Düsseldorf und München, bei denen insgesamt 30 Mädchen mit mehr oder weniger ausgeprägten Modelqualitäten von Heidi Klum und ihren Kollegen herausgefiltert wurden, musste in der dritten Folge des Kultformats die Spreu vom Weizen getrennt werden. Dafür ging es per Reisebus nach Berlin, wo alle Konkurrentinnen mit großem Hallo erstmals aufeinander stießen - dann ab in die Gefrierhalle, in der die Mädchen bei minus 15 Grad ein weiteres Mal beweisen durften, wie schmerzbefreit sie sind. Mit dem nackten Po klebten sie an riesigen Eisklötzen fest, versuchten, ihre Beine dabei möglichst lang aussehen zu lassen und einen sexy Gesichtsausdruck aufzusetzen. Da waren Peinlichkeiten vorprogrammiert: Der dickbusigen dauerkichernden Olivia platze plötzlich das Oberteil, Iras Gesicht erstarrte trotz Anfeuerungsrufen von Heidi, Peyman und Rolf zur unbeweglichen Eismaske.

Wer beim Shooting versagte, hätte es mit einem professionellen Auftritt auf dem Runway am nächsten Tag richten können - wären da nicht die High Heels, die Treppchen und die schreckliche Nervosität gewesen. So stolperten und schwankten einige Mädchen geradezu angsteinflößend über den Laufsteg. Natürlich gab es auch äußerst positive Ausnahmen wie Mandy, Stefanie und Sara, doch selbst die unerschütterliche Tessa Bergmeier, die ihren Kolleginnen vorher noch so freundlich alles Schlechte gewünscht hatte, knickte so unglücklich um, dass sie anschließend ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Wer aber dachte, Tessa sei knöchelbedingt ausgeschaltet und könne sich nicht mehr hartnäckig in den Vordergrund der Sendung manövrieren, irrte gewaltig. Die 19-Jährige lästerte, giftete und ätzte vor der Kamera was das Zeug hielt. Sätze wie "Natürlich freue ich mich, wenn eine hinfällt - schließlich will man selbst die guten Karten haben" oder "Ich bin einfach geil, sehe auch im Kartoffelsack gut aus" schossen staccatoartig aus ihr heraus. Die Ex von Michael Ammer weiß, wie man sich Feindinnen macht.

Die Macher der Show hingegen wissen, wie man gute Quote macht. Nämlich nicht, indem man möglichst schönste und talentierte Mädchen in die nächste Runde schickt. Die sind nämlich mit Tessas Worten gesprochen "ausdruckslos und langweilig". Stattdessen fördert " Germany's Next Topmodel " lieber die verhaltensauffälligsten Persönlichkeiten. Wie ist es sonst zu erklären, dass die silikonbusige und peinlich-überdrehte Olivia, die von der Jury mehrfach als nicht modeltauglich betitelt wurde, nun unter den 16 vermeintlich Besten zu finden ist? Und auch Tessa mit den gelben Zähnen, der es zwar nicht an nötigem Selbstbewusssein fehlt, die jedoch menschlich gesehen als äußerst fragwürdig einzustufen ist, rutschte eine Runde weiter, um auch in den nächsten Folgen möglichst viele sensationslustige Zuschauer vor die Bildschirme zu locken.

Mangelnde Unterhaltsamkeit konnte man der dritten Folge jedenfalls nicht vorwerfen. Heidi Klums verkrampfter Versuch, die Spannung am Ende ins Unermessliche zu steigern, stieß allerdings so manchem Zuschauer sauer auf. Sie gab die Entscheidung der Jury so unklar und zögernd bekannt, dass dies zu peinlichen Missverständnissen führte. So wähnte Kandidatin Katarzyna sich bereits im Modelglück, als Heidi ihren Namen rief. Erst als sie freudestrahlend nach vorne lief, um sich das begehrte Foto zu schnappen, vervollständigte Heidi ihre vernichtende Aussage: "... Du bist nicht weiter" - ein Satz, der in den nächsten Wochen noch 15 weitere Mädchen in Tränen ausbrechen lassen wird.