Heidi Klum
© Getty Images Heidi Klum

Germany's Next Topmodel Folge 1: Massencasting und Feldbetten

Auf ProSieben fiel der Startschuss zur fünften Staffel "Germany's Next Topmodel". Heidi Klums Ziel: Noch dünnere Mädchen, noch tollere Showeffekte. Dünne Mädchen hat sie schonmal gefunden ...

Am Donnerstagabend (4. März) ist die Castingmaschinerie von "Germany's Next Topmodel" zum fünften Mal ins Rollen gekommen - und von der ersten Minute an blieb kein Zweifel: Heidi Klum plant eine Show der Superlative. Noch mehr Mädchen, noch spitzere Hüftknochen, noch mehr Drama - und eine noch nervigere Jury.

Fast 2000 Mädchen standen sich vor dem Kölner Palladium die Beine in den Bauch, um sich beim Massencasting einmal vor der Modelmama auf dem Laufsteg zu präsentieren. Die Motivation war dabei ganz unterschiedlich. "Ich will Heidi Klum sehen", verkündete eine Teilnehmerin in der kilometerlangen Schlange. Andere wollten mit dem Casting ihre bisherige Karriere krönen: "Mein Traum? Topmodel werden. Kosmetikerin bin ich ja schon." Aha.

Und nicht nur solche Sprüche erinnerten an das Casting-Konkurrenzformat "Deutschland sucht den Superstar": Lacher auf Kosten der Kandidatinnen, das Featuren von semi-dramatischen Geschichten und sagen wir mal speziellen Charakteren ... Was bei "DSDS" für super Quoten sorgt, hat jetzt auch "Germany's Next Topmodel" für sich entdeckt.

Damit wartende Mädchen, Jury und natürlich auch TV-Zuschauer beim Castingmarathon nicht wegnickten, wurden lustige Spiele wie Eierlaufen, Hula Hoop oder In-den-Klumschen-Schwitzehighheels-Staksen eingestreut - wenn die Mutter der Show nicht gerade Teilnehmerinnen wegen ihrer miesen Extensions bloßstellen konnte.

Neu-Juror Qualid "Q" Ladraa, den Heidi als "bunten Hund in der Modewelt" ankündigte, erinnerte mit seinem Gebaren derweil latent an den "DSDS"-Kandidaten Thomas, genannt "Der Checker".

"Ich kann dir aus 20 Kilometern Entfernung sagen, ob du Potenzial hast oder nicht", verkündet der Marketing-Manager von Christian Audigier. "Im Umgang mit Prominenten muss man sein Ego zurückschrauben können", erklärte der 27-Jährige jüngst im "Bunte"-Interview. Welch Glück, dass er es bei "GNTM" zur Abwechslung mal mit jungen Nobodies zu tun hat.

Der taffe Deutsch-Marokkaner blieb auch dann ganz Fashion-Profi, als Nadine mit einer Stützmanschette am Bein auf dem Catwalk auftauchte. Der Zuschauer wusste natürlich längst, dass der Rothaarigen bei einem Skinunfall vor elf Jahren das Kreuzband gerissen war - und sich der Zustand ihres Knies bis heute immer weiter verschlimmert hat.

Qualids Mitjuror, der Fotograf Kristian Schulle zeigte da schon mehr Gefühl, lobte ihren Mut, sich trotz allem zu bewerben. Allerdings wirkte er dann doch ganz glücklich, als Nadines 1,71 Meter Körpergröße einen guten Vorwand boten, sie nicht in den Recall mitzunehmen.

In den schafften es dafür andere Mädels mit Wiedererkennungswert: Etwa Miriam, die als Stuntfrau arbeitet und wenig Oberlippe, dafür aber ein flottes Mundwerk vorweisen kann. Oder Anna, Arzttochter, amtierende Miss Russland und ein wandelnder Schminktisch-Fauxpas. Mit ihrem unprätentiösen Namen, einer Körpergröße von1,83 Metern sowie einem gigantischen Segelohr, das sie zärtlich Freddy nennt, machte natürlich auch Kera Rachel auf sich aufmerksam.

Übernachten mussten Kera, Freddy und die übrigen Grazien dann in einer mit Feldbetten und Armeedecken bestückten Halle - schließlich predigt Heidi Klum nicht umsonst, der Weg eines Models beginne ganz unten; und ganz nebenbei kann der Umzug in eine Berliner Jugendherberge in der nächsten Folge "Germany's Next Topmodel" so als ganz großer Wurf verkauft werden.