Filmfestival

Jetzt Cannes es losgehen

Einmal im Jahr blickt die Welt nach Cannes: Auch dieses Mal locken die "Internationalen Filmfestspiele" wieder zahlreiche Stars an die Côte d'Azur

Filmfestspiele Cannes

Filmfestspiele Cannes

Glamour, Glanz und große Stars bestimmen in diesen Tagen die Szenerie an der Côte d'Azur. Der Grund: Vom 14. bis 25. Mai finden die "Internationalen Filmfestspiele" in statt.

Doch die Zeiten waren nicht immer so glanzvoll wie heutzutage. Nachdem das Festival 1946 gegründet wurde, fiel es bereits 1948 und 1950 aus Geldmangel ins Wasser. 1968 kam es noch schlimmer: Als der französische Kulturminister André Malraux den Rücktritt des Leiters der "Cinémathèque Française" Henry Langlois forderte, brachen daraufhin die Pariser Mai-Unruhen aus. Tausende Studenten, Filmliebhaber, Schauspieler und Regisseure protestierten in den Straßen und wurden von prügelnden Polizisten zum Schweigen gebracht. Eine Woche später erreichten die Unruhen auch Cannes, wo die Filmliebhaber Solidarität bekundeten. Als am 19. Mai 1968 der Film "Peppermint Frappé" gezeigt werden sollte, gab es anstatt der Leinwand den Regisseur Carlos Saura, die Hauptdarstellerin Geraldine Chaplin und andere Protestanten aufgehängt am Vorhang zu sehen. Die Filmfestspiele wurden abgebrochen und gingen als "Chaosfestival" in die Geschichte ein. 40 Jahre später gedenkt man nun der Revolution und präsentiert die damals ausgefallenen Filme.

Drei der Juroren: Jeanne Balibar, Sean Penn und Alexandra Maria Lara

Drei der Juroren: Jeanne Balibar, Sean Penn und Alexandra Maria Lara

Insgesamt gehen in Cannes 22 Filme an den Start. Die begehrte Trophäe, die Goldene Palme, wird dem Gewinner von Hollywood-Star Robert de Niro übbereicht. Eine jährlich wechselnde internationale Jury, die hauptsächlich aus Filmschaffenden besteht, vergibt zudem weitere Preise in den Kategorien weibliche Darstellerin und männlicher Darsteller, Regie und Drehbuch. Sean Penn hat in diesem Jahr den Vorsitz der Juroren, zu denen auch Natalie Portman und Alexandra Maria Lara gehören.

Den Auftakt macht in diesem Jahr der brasilianische Film "Die Stadt der Blinden" von Fernando Mereilles. Doch schon jetzt werden Stimmen laut, dass das Werk mit Julianne Moore in der Hauptrolle nicht die richtige Einstimmung auf Partys mit prickelndem Champagner ist und die Filmfestspiele zu ernst und zu politisiert seien. Insgesamt werden bei den 61. viele Filme gezeigt, die statt leichter Kost harten Tobak präsentieren. So auch das viereinhalbstündige Epos "Che" von Steven Sonderbergh, das in zwei Teilen das Leben des kubanischen Revolutionärs Che Guevera darstellt.

Als weitere Favoriten gelten unter anderem "Changeling" mit Angelina Jolie in der Hauptrolle. Aber auch "Two Lovers" von James Gray mit Gwyneth Paltrow und Joaquin Phoenix sowie Charlie Kaufmans "Synecdoche, New York" mit Philip Seymour Hoffman und Michelle Williams gelten als heiße Anwärter auf die .

Alle Welt - allen voran Cannes - freut sich auf den vierten Teil von "Indiana Jones"

Alle Welt - allen voran Cannes - freut sich auf den vierten Teil von "Indiana Jones"

Noch spannender als die Frage, wer in diesem Jahr gewinnen wird, scheint die Geheimniskrämerei um "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" zu sein. Der vierte Teil, der in Cannes außer Konkurrenz ins Rennen geht, wird seit langer Zeit von vielen Kritikern mit Spannung erwartet. Die an der Produktion beteiligten Personen mussten im Vorfeld sogar Verschwiegenheitserklärungen unterschreiben.

Insgesamt haben sich für das Filmfest an der französischen Riviera rund 31.000 Filmschaffende angekündigt. Darunter befinden sich etwa 4000 Journalisten und natürlich etliche . Die "Internationalen Filmfestspiele sind eingeläutet: Jetzt CANNES losgehen!

Diese Filme gehen in Cannes an den Start:

"Entre les murs", Laurent Cantet (Frankreich) "Üc Maymun" (Die drei Affen), Nuri Bilge Ceylan (Türkei) "Le silence de Lorna", Jean-Pierre und Luc Dardenne (Belgien) "Un conte de Noël", Arnaud Desplechin (Frankreich) "Changeling", Clint Eastwood () "Adoration", Atom Egoyan (Kanada) "Waltz with Bashir", Ari Folman (Israel) "La Frontière de l'aube", Philippe Garrel (Frankreich) "Gomorra", Matteo Garrone (Italien) "Two Lovers", James Gray (Vereinigte Staaten) "24 City", Jia Zhang-Ke (China) "Synecdoche, New York", Charlie Kaufman (Vereinigte Staaten) "My Magic", Eric Khoo (Singapur) "La mujer sin cabeza" (Die Frau ohne Kopf), Lucrecia Martel (Argentinien) "Serbis", Brillante Mendoza (Philippinen) "Blindness" (Die Stadt der Blinden), Fernando Mereilles (Brasilien) "Delta", Kornel Mundruczo (Ungarn) "Linha de Passe", Walter Salles, Daniela Thomas (Brasilien) "Che", Steven Soderbergh (Vereinigte Staaten) "Il divo", Paolo Sorrentino (Italien) "Leonera", Pablo Trapero (Argentinien) "The Palermo Shooting", Wim Wenders (Deutschland)

Eröffnungsfilm:

"Blindness", Fernando Mereilles

Abschlussfilm:

"What Just Happened", Barry Levinson (Vereinigte Staaten)

Außer Konkurrenz:

„Vicky Cristina Barcelona“, Woody Allen (Vereinigte Staaten) „The Good, The Bad, The Weird“, Kim Jee-woon (Korea) „Kung Fu Panda“, Mark Osborne und John Stevenson (Vereinigte Staaten) „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“, Steven Spielberg (Vereinigte Staaten)

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