E. L. James

"Sex ist gut für die Gesundheit"

Mit ihrem erotischen Roman "Shades Of Grey" verführt sie die ganze Welt: "Gala" traf E. L. James, die Frau, die unser aller Sexleben verändern könnte

E. L. James

E. L. James

Sie lässt Frauen nur noch an das Eine denken: Sex.

Wegen Erika Mitchell, die unter dem Pseudonym schreibt, müssen US-Druckereien derzeit Überstunden machen, so fix verkauft sich ihr Buch "Shades Of Grey", eine Story um die Studentin und ihren peitschenschwingenden Lover . Nachdem sich Universal für fünf Millionen Dollar die Filmrechte sicherte, buhlen Hollywood-Stars - eigentlich ein No-go - öffentlich um eine Rolle in dem Erotik-Film, der bereits jetzt als heißester Blockbuster des nächsten Jahres gehandelt wird. Die Autorin, die vor ihrem großen Erfolg jahrelang in Teilzeit als Produzentin bei einer kleinen TV-Produktionsgesellschaft in arbeitete, lässt sich von dem Hype bisher wenig beeinflussen. Zum Gespräch mit "Gala" in ihrem Wohnort London erscheint die 49-jährige Mutter von zwei Jungs in einem gemütlichen Shirt (grau, wie der Name ihres Helden), einen Leo-Schal lose um den Hals geschlungen. Wie ein Sex-Maniac sieht die freundliche Dame mit der Lesebrille im Haar nun wirklich nicht aus. Aber dieser Eindruck täuscht …

"The Book" wird das Werk von E. L. James in den USA nur genannt - und jeder weiß sofort, was gemeint ist. Am 9. Juli erscheint d

"The Book" wird das Werk von E. L. James in den USA nur genannt - und jeder weiß sofort, was gemeint ist. Am 9. Juli erscheint der erste Band der Trilogie unter dem Titel "Shades Of Grey. Geheimes Verlangen" auf Deutsch (Goldmann, 576 S., 12,99 Euro). Teil zwei und drei folgen Ende September und im Januar. Der englische Titel lautet "50 Shades Of Grey".

Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem riesigen Erfolg! Hätten Sie je daran gedacht, in der gleichen Liga wie ein John Grisham oder eine J. K. Rowling zu spielen?

Niemals! Alles, was ich mir gewünscht habe, ist, dass mein Roman irgendwann im Buchladen steht. Anfangs kam es ja nur als E-Book und Print on Demand heraus.

Wann haben Sie gemerkt, dass die Story durch die Decke geht?

Am Tag vor Silvester bekam ich die erste Mail mit einem Angebot für die Filmrechte. Ich bin fast vom Stuhl gefallen. Danach brach eine wahre Flut über mich herein. Im Januar habe ich meinen Job beim Fernsehen aufgegeben, weil ich merkte, dass die Sache zu groß wird, um sie nebenbei zu machen.

Das "Time Magazine" wählte Sie sogar unter die 100 einflussreichsten Menschen der Welt.

Ich bin fast ausgeflippt! Das ist unglaublich schmeichelhaft.

Für Ihr Werk gibt's einen eigenen Genre- Begriff: "Mommy Porn". Mögen Sie den?

Überhaupt nicht. Mein Buch wird auch von Schülerinnen und Omas gelesen, es ist nicht nur was für Mamis.

Glauben Sie, dass vor allem Frauen zu Ihrem Buch greifen, die sich mehr Sex wünschen?

Nein, es lesen alle! Ich glaube, es ist so erfolgreich, weil es die Menschen berührt. In dem Buch geht es ja nicht nur um Sex, ich erzähle eine echte Liebesgeschichte mit ein bisschen Psychologie. Viele Ehemänner verschenken das Buch übrigens an ihre Frauen. Vielleicht als kleine Inspirationsquelle.

Ist guter Sex wichtig für Ihre eigene Kreativität?

Für meine Kreativität nicht - aber für meine Gesundheit. Ein gutes ist mir und meinem Mann wichtig, auch nach über 20 Jahren Ehe. Aber noch wichtiger ist mir, dass er einer der wenigen Männer ist, die mich zum Lachen bringen können. Er hat einen fantastischen Sinn für Humor, das finde ich persönlich am spannendsten.

Sie schreiben sehr viel über spezielle sexuelle Techniken wie Fesselspiele und Auspeitschen. Haben Sie das alles selbst ausprobiert?

, ich habe eine sehr lebendige Fantasie und kann mir vieles gut vorstellen. Und mein äußerst williger Ehemann war überglücklich, diese Spielarten mit mir zu testen. Es war ein Riesenspaß und hat uns noch näher zusammengebracht.

Demnächst wird Ihr Buch verfilmt. Haben Sie beim Casting ein Mitspracherecht?

Ja, ich werde wahrscheinlich dabei sein - auch später am Set. Das heißt, falls ich jemanden finde, der sich in der Zeit um meine Familie kümmert.

Sie haben Lust Christian Grey zu spielen: "Vampire Diaries"-Star Ian Somerhalder twitterte bereits mehrfach, wie gern er den Par

Sie haben Lust Christian Grey zu spielen: "Vampire Diaries"-Star Ian Somerhalder twitterte bereits mehrfach, wie gern er den Part des Verführers übernehmen würde. Alexander Skarsgard scherzte gar, er sei für die Rolle geboren. Einzig Ryan Gosling hielt sich bisher mit Statements zurück - schlau, denn Produzenten mögen keine Schauspieler, die vorab zu viel Eigen-PR betreiben.

Der Skandal-Autor Bret Easton Ellis will unbedingt das Drehbuch schreiben. Freut Sie das?

Ich finde es toll, dass er mit seinen Twitter- Meldungen so einen Hype erzeugt hat. ( lacht) Wir haben allerdings schon zwei andere Drehbuchschreiber. Um über die letztendliche Wahl zu sprechen, ist es sowieso noch zu früh.

Was meinen Ihre beiden Söhne eigentlich zu den Sex-Fantasien Ihrer Mum?

Sie haben die Bücher noch nicht gelesen. Dazu sind sie mit 17 und 15 Jahre noch zu jung. In der Schule werden sie natürlich häufig darauf angesprochen und müssen sich wohl den einen oder anderen Witz anhören. Eigentlich habe ich ja genau deshalb ein Pseudonym gewählt, weil ich meine Kinder beschützen wollte. Aber mit der Anonymität ist es nun vorbei.

Und wie fanden Ihre Eltern das Buch?

Mein Vater lebt leider nicht mehr. Aber meine Mutter hat es sogar zweimal gelesen. Danach hat Sie zu mir gesagt: "Erika, manche Stellen verstehe ich aber nicht so richtig." Ich antwortete: "Okay Mum, lass uns das Thema bitte nicht weiter vertiefen." ( lacht)

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Huch, ein Buch!

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Sie sind nun Millionärin. Was gönnen Sie sich?

Eigentlich sehr wenig. Ich musste mir neue Kleider kaufen, das war nötig. Zu Hause und bei meinem Fernseh-Job konnte ich ja herumlaufen, wie ich wollte. Aber wenn ich jetzt in Meetings gehe, will ich gut aussehen. Und ich habe meine Nägel machen lassen. (wedelt mit ihren manikürten Händen)

Spätestens bei der Kinopremiere laufen Sie in Hollywood über den roten Teppich. Werden Sie einen Stylisten beschäftigen, wie alle Celebritys?

Nein, nein. Ich würde allerdings gern ein paar Pfund verlieren. (kneift sich in die Hüfte) Und fitter werden. Im Moment treibe ich überhaupt keinen Sport.

Und was kommt als nächstes Projekt?

Ich habe ja schon zwei Bücher in der Schublade, die ich vor "Shades Of Grey" geschrieben habe, da werde ich noch mal einen Blick drauf werfen. Das einzige Problem ist, dass die Hauptfigur gleichfalls Christian heißt. Da muss ich mir wohl einen anderen Namen einfallen lassen. Martina Ochs

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